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02.02.2017

14:49 Uhr

Handelsblatt-Sparkassentagung

„Kwitt“ – Sparkassen-App kann jetzt Geld versenden

VonElisabeth Atzler, Frank Matthias Drost

Seit zwei Monaten bieten Sparkassen ihren Kunden die Möglichkeit, Geld per Smartphone zu überweisen. 260.000 Kunden nutzen das Angebot mit dem Namen „Kwitt“, bei dem man eigentlich mit den Volksbanken kooperieren wollte.

Das Geldversenden per Telefon scheint Sparkassenkunden zu gefallen. AFP; Files; Francois Guillot

Smartphone-Bildschirm

Das Geldversenden per Telefon scheint Sparkassenkunden zu gefallen.

BerlinDie deutschen Sparkassen gelten gemeinhin nicht als die Finanzgruppe mit den großen Innovationen. Jetzt aber können die knapp 400 Geldhäuser mit einer Neuheit aufwarten – die ihre Kunden auch kräftig nutzen. Zwei Monate nach dem Start haben sich 260.000 Kunden für den Service registriert, mit dem sie per Smartphone Geld versenden können. Die Funktion in der Sparkassen-App nennt sich „Kwitt“.

„Alle sind stolz, dass wir auch einmal etwas Neues haben“, sagte Joachim Schmalzl, Digitalvorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, auf der Handelsblatt Jahrestagung Zukunftsstrategien für Sparkassen und Landesbanken. Er rechnet damit, dass die Nutzerzahlen noch weiter steigen, schließlich haben die Sparkassen noch nicht groß für „Kwitt“ geworben. Zuletzt habe es 6.000 Transaktionen pro Tag gegeben.

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Während die Smartphone-Bank N26 fleißig neue Kunden gewinnt, basteln die deutschen Sparkassen an ihrer eigenen Version einer Girokonto-App. Die Smartphone-Anwendung soll bald flächendeckend starten – und kostenlos sein.

Ursprünglich wollten die Sparkassen Zahlungen an Handy-Kontakte zusammen mit den Volks- und Raiffeisenbanken starten. Das gemeinsame Angebot sollte den Namen „Geldbote“ tragen. Auch die Deutsche-Bank-Tochter Postbank und die Direktbank ING-Diba galten als mögliche Kooperationspartner. Dem schob das Bundeskartellamt im Herbst aber einen Riegel vor.

Hintergrund ist, dass es unabhängige Anbieter für Handy-zu-Handy-Zahlungen auch in Deutschland bereits gibt. Pionier ist die Starnberger Frima Lendstar, die bereits mit einigen Raiffeisenbanken und Sparda-Banken kooperiert. Auch Cringle bietet das Smartphone-Bezahlen unter Freunden an. Ebenso am Markt ist der Onlinebezahlriese Paypal, der vor allem für das Bezahlen bei Onlinekäufen bekannt ist.

Die Sparkassen hoffen darauf, dass Handy-zu-Handy-Zahlungen doch noch über viele deutsche Banken hinweg angeboten werden kann. „Natürlich sind wir offen für eine breitere Interaktion mit anderen Kreditinstituten“, sagt Schmalzl. Die Genossenschaftsbanken haben derweil ihrerseits die Funktion „Geld senden & anfordern“ in der App für ihre Kunden gestartet.

Aber auch ein Gemeinschaftsangebot der deutschen Kreditwirtschaft ist keine Garantie für einen guten Start. Das gemeinsame Onlinebezahlverfahren Paydirekt hinkt nach wie vor dem Platzhirschen Paypal dramatisch hinterher. „Wir haben festgestellt, dass der Sprint ein Langstreckenlauf wird“, sagte Schmalzl. Die Integration in die Händlersysteme sei sehr kompliziert. „Das ist aufwändig, aber wir werden das machen.“

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