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04.09.2013

13:21 Uhr

Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“

Anshu Jain entdeckt seine Liebe für die Sparkassen

VonMartin Dowideit

Die Kritik der Sparkassen an der Größe der Deutschen Bank prallt an deren Co-Chef ab. Anshu Jain lobt die Marktposition der Konkurrenz und hält strenge Regeln mitunter für gut. Andere schimpfen aber auf die Regulierung.

Handelsblatt-Tagung

Banken im Umbruch: Anshu Jain zeichnet die Zukunft der Banken

Handelsblatt-Tagung: Banken im Umbruch: Anshu Jain zeichnet die Zukunft der Banken

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FrankfurtAn seinem Handgelenk trägt Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain ein elektronisches Fitnessarmband. Es messe den Schlaf – von dem er natürlich zu wenig bekomme – und die Fitness. Die Daten würden auf das Smartphone gespielt, verrät Jain am Mittwoch auf der Handelsblatt-Jahrestagung „Banken im Umbruch“.

Sein Telefon dürfte von einem Dauerlauf berichten. Denn der Kampf an mehreren Fronten macht der Deutschen Bank zu schaffen: strenge Kapitalregeln, zersplitterte Regulierung, Milliardenrückstellungen für Gerichtsverfahren und ein vergleichsweise geringer Gewinn.

Dennoch verteidigt der Investmentbanker an der Spitze der einzigen, wirklich globalen Großbank in Deutschland vehement das Modell der Universalbank. Denn in Zukunft gebe es eigentlich nur drei Möglichkeiten für erfolgreiche Banken: regional konzentriert, weltweit auf ein Produkt spezialisiert oder gleichzeitig global und diversifiziert zu sein. In der letzten Gruppe will die Deutsche Bank aufblühen.

Die zehn größten Banken der Welt

Platz 10

Platz zehn belegt die China Construction Bank, seit dem Jahr 2005 werden an der Hongkonger Börse Aktien der CCB im Wert von mehr als 8 Milliarden Dollar gehandelt.

Bilanzsumme: 2241 Mrd. US-Dollar

Platz 9

Darauf folgt die Bank of America, deren Ursprünge auf die im Jahr 1784 gegründete Bank of Massachusetts zurückgehen. Sie ist somit die zweitälteste Bank der USA.

Bilanzsumme: 2258,5 Mrd. US-Dollar

Platz 8

Die JP Morgan Chase & Co. ist, gemessen an der Bilanzsumme von mehr als 2,3 Billionen US-Dollar, die größte Bank der USA.

Bilanzsumme: 2359,1 Mrd. US-Dollar

Platz 7

Die britische Großbank Barclays wurde 2011 in einer an der ETH Zürich veröffentlichten Studie als einflussreichstes Unternehmen der Weltwirtschaft bezeichnet.

Bilanzsumme: 2420,6 Mrd. US-Dollar

Platz 6

Crédit Agricole mit Sitz in Paris ist auch durch seine Tätigkeit als Sponsor des Radsportteams Crédit Agricole weltweit bekannt.

Bilanzsumme: 2431,4 Mrd. US-Dollar

Platz 5

Die MUFG entstand 2005 aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Mitsubishi Tokyo Financial Group (MTFG) und UFJ Holdings, Herzstück des Konzerns ist die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ.

Bilanzsumme: 2488,8 Mrd. US-Dollar

Platz 4

BNP Paribas entstand 2000 durch die Fusion der Banque Nationale de Paris (BNP) und der Paribas. Zusammen mit der Société Générale und dem Crédit Lyonnais gehört sie zu den drei alten Geschäftsbanken Frankreichs.

Bilanzsumme: 2517,1 Mrd. US-Dollar

Platz 3

Die Deutsche Bank mit Sitz in Frankfurt am Main ist das nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größte Kreditinstitut Deutschlands und unterhält bedeutende Niederlassungen in London, New York City, Singapur und Sydney.

Bilanzsumme: 2655,7 Mrd. US-Dollar

Platz 2

Zweiter ist die Bank HSBC, die ihren Sitz in London hat und somit die größte Bank Europas ist.

Bilanzsumme: 2692,5 Mrd. US-Dollar

Platz 1

Die ICBC ist, gemessen an der Bilanzsumme, nicht nur die größte Bank der VR China, sondern auch die größte Bank der Welt.

Bilanzsumme: 2813,5 Mrd. US-Dollar

Ein Angriff von Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon prallt an Jain ab. Fahrenschon hatte im Handelsblatt die Größe der Deutschen Bank kritisiert. Doch Jain schmeichelt im Gegenzug sogar den öffentlich-rechtlichen Instituten. Die hätten eine gesunde Kostenquote auch in der Finanzkrise durchgehalten: „Mein Kompliment.“ Auch das Vertrauen der Sparer hätten die Sparkassen bewahrt.

Für die Deutsche Bank ist der Vertrauensverlust hingegen eine Dauerbaustelle. Und so wirklich besser werden dürfte das trotz des immer wieder erneuerten Beteuerungen Jains und seines Amtskollegen Jürgen Fitschen nicht. Denn: „Die Missetaten einer kurzen Zeitspanne werden noch lange einen Schatten werfen“, so Jain. Strafzahlungen und Gerichtsverfahren aus Zeiten vor der Finanzkrise würden der Branche noch lange anhaften.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

04.09.2013, 19:23 Uhr

Hilfe, die EZB will nach den Sparkassen udn Genossénschaftsbanken greifen und jetzt auch noch das "lob" der Deutschen Bank. Das Spaguthaben der Deutschen wird vers(ch)enkt.

Mazi

05.09.2013, 11:25 Uhr

Nicht zu glauben, aber soll es werden.

Es ist die Frage, ob die Sparer, die die Altersvorsorge betreibnen wollen, diesem Ansinnen folgen (können) oder ob sie jetzt endlich aufstehen und der Politik mit ihrer Stimme in der anstehenden Bundestagswahl Einhalt gebieten.

Es war in Deutschland seit der Währungsreform nie mehr so kritisch.

An der Zeit ist es, dass der Wähler einen Denkzettel gibt! Jeder, der sich mit der Sache auseinandersetzt, wird dem aus sachlichen Gründen zustimmen.

Valecchi_2004

05.09.2013, 13:39 Uhr

Ein durchaus sehr interessante Entwicklung, die nur wenige Analysten und Marktbeobachter für möglich gehalten haben; erst recht nicht aus dem Vorstandsbereich der Deutschen Bank AG. Aber: die weitere Entwicklung bleibt zunächst einmal abzuwarten. Sandro Valecchi

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