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05.09.2011

14:40 Uhr

Handelsblatt-Tagung

Das Banken-Beben hat gerade erst begonnen

VonChristian Panster, Peter Köhler

Die Finanzbranche steht vor großen Veränderungen. Urs Rohner, Verwaltungsratschef der Credit Suisse, spricht gar von "tektonischen Verschiebungen". Die verschärfte Regulierung stellt die Banken vor Herausforderungen.

Rohner im Video

Bankenbranche steht am Wendepunkt

Rohner im Video: Der Wendepunkt der Bankenbranche

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FrankfurtZwei Jahre nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers dämmert der Finanzindustrie langsam, dass die Erschütterungen, die dieses Bebens ausgelöst hat, noch lange nicht verebbt sind. „Die jüngsten Marktentwicklungen und die Reaktionen von Politik und Öffentlichkeit darauf sind eine Mahnung, dass die bisherigen Reformschritte nicht ausreichen, um das nötige Vertrauen in unsere Branche zu gewährleisten“, warnte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch" in Frankfurt. Es seien erst die gröbsten Übertreibungen beseitigt.

Wenn überhaupt. Urs Rohner, Verwaltungsratschef der Credit Suisse, fürchtet gar, dass der eigentliche Umbruch bei den Banken gerade erst begonnen hat. "Wir erleben derzeit tektonische Verschiebungen", beschreibt er das Ausmaß der Veränderung. Der Grund dafür seien die Globalisierung und die verschärfte Regulierung für die Finanzkonzerne als Reaktion auf die Finanzkrise, sagte Rohner bei der Handelsblatt-Tagung.

Diese beiden Entwicklungen markierten einen Wendepunkt für das Banking. Die goldenen Zeiten seien vorerst vorbei. Die Kreditinstitute müssten sich künftig mit deutlich weniger Eigenkapitalrendite zufrieden geben als in früheren Jahren. Besonders hart treffe die Branche die neuen Anforderungen der Finanzaufsicht, insbesondere die neuen Eigenkapitalregeln nach Basel III. Dies werde sich aber nicht nur auf die Banken auswirken, sondern auch negativ auf die Gesamtwirtschaft in Europa.

Das hänge damit zusammen, sagte Rohner, dass in Europa ein Großteil der Unternehmen Kredite nachfragten, um sich zu finanzieren, statt den Kapitalmarkt anzuzapfen. Dummerweise wird es künftig sehr viel schwerer für Unternehmen, an Kredite zu kommen, weil die Banken ihr Geld beisammen halten würden wegen der Anforderungen der Regulierer.

Basel III sieht im Kern schärfere Eigenkapitalanforderungen für Banken vor, damit die Institute künftige Finanzkrisen besser überstehen können. Den vorherigen Regelrahmen Basel II hatten beispielsweise die USA bis zum Ausbruch der jüngsten Finanzkrise Mitte 2007, noch nicht ratifiziert. Basel III soll in den kommenden Jahren schrittweise eingeführt werden, um die Institute nicht zu überfordern.

Angst vor den Auswirkungen der schärferen Regulierung haben insbesondere die kleineren Institute. Die Sparkassen und andere kleine Geldinstitute sollten deswegen nach Vorstellung von Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis von den neuen verschärften Regulierungsvorschriften (Basel III) ausgenommen werden. Die neue Regulierung sei „nach den Bedürfnissen international tätiger Großbanken gestaltet“, kritisierte Haasis am Montag. Dagegen entziehe sie „den stabilen kleinen, kundenorientierten Kreditinstituten durch zusätzliche Kosten und immer mehr Komplexität Stück für Stück den Boden“.

Kommentare (9)

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lowabras

05.09.2011, 15:05 Uhr

Das einzige Problem vor dem die Banken noch stehen ist, dass sie endlich die Konkursverschleppung nich noch weiter treiben!

lowabras

05.09.2011, 15:08 Uhr

"To big to fail" ist ausgemachter Nonsense! "Not big enough to fail" ist korrekt!

Account gelöscht!

05.09.2011, 15:25 Uhr

Jetzt jammern die Banken wieder auf hohem Niveau um die Politik wieder zu erpressen.


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