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19.02.2013

10:55 Uhr

Handelsblatt-Tagung

Der Sparkassen-Präsident umarmt das Netz

VonFrank Matthias Drost

Georg Fahrenschon macht Hoffnung. Während die Konkurrenz Stellen in Filialen abbaut, wollen Sparkassen auf Entlassungswellen verzichten. Die Mitarbeiter würden gebraucht. Online-Banken sieht er an ihre Grenzen stoßen.

Georg Fahrenschon

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BerlinDie digitale Revolution wird die Filialen der Kreditinstitute nicht überflüssig machen. „Das Bankgeschäft der Zukunft besteht für mich nicht aus Entlassungswellen. Wir brauchen unsere Mitarbeiter dringend“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, auf der Handelsblatt-Tagung „Zukunftsstrategien für Sparkassen und Landesbanken“ in Berlin.

Online-Banken stoßen nach Fahrenschons Auffassung an ihre Grenzen. „Reine Online-Banken schicken ihre Kunden in menschenleere Technikhallen“, dagegen verlange das Web 2.0-Zeitalter etwas ganz anderes: Dort geht es um soziale Kontakte. Social Media verlange Kontakte zwischen Menschen – Kunden und echten Beratern. Dabei hat Fahrenschon die Hoffnung, dass sich die Kunden durch ihre Berater auch bei Online-Abschlüssen begleiten lassen.

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Auf den ersten Blick bieten Sparkassen zahlenmäßig gute Voraussetzungen. Sie sind bundesweit mit 15000 Geschäftsstellen vertreten, die mit ihren Mitarbeitern täglich millionenfache Kundenkontakte haben. Doch es ist noch nicht klar, auf welche Weise die Sparkassen-Finanzgruppe das Web weiter für sich erschließen will. Und Fahrenschon räumt ein, dass diese Aufgabe eine „erhebliche technische, organisatorische und kulturelle Herausforderung“ für die Sparkassen-Finanzgruppe darstellt.

Die größten Sparkassen Deutschlands

Die Sparkasse Bremen AG

Mit einer Bilanzsumme von 10,7 Milliarden Euro (2011) ist die Sparkasse Bremen die zehntgrößte Sparkasse in Deutschland. In dem kleinen Bundesland arbeiten 1.558 Menschen bei der Sparkasse.

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Die Sparkasse in der sächsischen Landeshauptstadt kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 11,8 Milliarden Euro. Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden arbeiten 1.708 Angestellte in 142 Filialen.

Nassauische Sparkasse

2011 kam die Nassauische Sparkasse mit Sitz in Wiesbaden auf eine Bilanzsumme von 11,9 Milliarden Euro. Sie kommt auf 225 Filialen - so viele wie keine andere Sparkasse.

Stadtsparkasse Düsseldorf

Mit einer Bilanzsumme von 12,1 Milliarden Euro liegt die Stadtsparkasse Düsseldorf auf Rang 7.

Sparkasse Hannover

Die Sparkasse Hannover ist die sechstgrößte Sparkasse in Deutschland. Das Geldhaus in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat 2011 eine Bilanzsumme von 12,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

Stadtsparkasse München

Die Stadtsparkasse München ist – wenig überraschend – das größte Mitglied des Sparkassenverbands Bayern. Deutschlandweit reicht es mit einer Bilanzsumme von 15,7 Milliarden Euro für Rang fünf.

Frankfurter Sparkasse

Die viertgrößte Deutsche Sparkasse liegt in Hessen. Die Frankfurter Sparkasse kommt auf eine Bilanzsumme von rund 17,9 Milliarden Euro - mit 1.718 Mitarbeitern. In München sind es zum Vergleich 3083 Angestellte.

Kreissparkasse Köln

Die Kreissparkasse Köln auf Rang drei knackt als erste die Marke von 20 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 hat sie eine Bilanzsumme von rund 25,2 Milliarden Euro ausgewiesen.

Sparkasse KölnBonn

Rang zwei geht nach Köln. Die Sparkasse KölnBonn ist mit 29,6 Milliarden Euro (2011) noch ein bisschen größer als die Kreissparkasse Köln.

Hamburger Sparkasse

Mit Abstand die größte Sparkasse in Deutschland ist die Hamburger Sparkasse. Die Haspa kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 39,5 Milliarden Euro. Sie hat auch die meisten Angestellten aller Sparkassen - 5724 Mitarbeiter.

Die Sparkassen sieht der DSGV-Präsident als Opfer eines Tsunamis, der von „Lehman bis Libor“ über die Finanzmärkte hinweggefegt sei. Alle Banken hätten heute einen schweren Stand, da die Menschen „tief erschüttert“ seien. Sparkassenkunden hätten kaum Lust auf Wertpapiergeschäfte. Gleichzeitig führe jedoch die Überregulierung im Wertpapiergeschäft dazu, dass teilweise in der Fläche des Landes keine Wertpapierberatung mehr angeboten werde. Diese Entwicklung, so Fahrenschon, schließe breite Kundengruppen von sinnvoll geplanten Engagements in Wertpapieren aus. Natürlich werde damit auch die Aktienkultur in der größten Volkswirtschaft in Europa geschädigt.

Auf der 11. Handelsblatt Jahrestagung „Zukunftsstrategien für Sparkassen und Landesbanken“ spricht die Branche über Wege aus der Vertrauenskrise und Wachstumschancen trotz strengerer Regulierung.

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