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02.02.2011

09:35 Uhr

Handelsblatt-Tagung

Sparkassen im Jahr 2010 mit verbessertem Ergebnis

VonFrank Matthias Drost, Peter Köhler

Die 430 Sparkassen blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Das ist wichtig, damit die Institute in Zukunft bestehen. Auf einer Tagung äußerte sich Sparkassenpräsident Heinrich Haasis zudem zu Finanzmarktregulierung, WestLB und Dekabank.

Heinrich Haasis: Der Sparkassenpräsident rechnet mit Belastungen für alle durch die WestLB. Quelle: dpa

Heinrich Haasis: Der Sparkassenpräsident rechnet mit Belastungen für alle durch die WestLB.

BERLIN. "Die Sparkassen haben 2010 ein deutlich besseres Ergebnis erzielt als 2009", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, am Mittwoch auf der Handelsblatt-Tagung "Zukunftsstrategien für Sparkassen und Landesbanken" in Berlin. Die Zinsüberschüsse sind nach Angaben Haasis gestiegen, die Kreditabschreibungen würden unter den Erwartungen liegen. Das gebe den Sparkassen die Möglichkeit, ihre Substanz deutlich zu stärken. Das sei auch nötig, denn die neuen Kapitalanforderungen nach Basel III müssten die Institute ganz allein schultern. Als öffentlich-rechtliche Institute können sie den Kapitalmarkt nicht anzapfen.

In diesem Zusammenhang übte Haasis Kritik: Die Finanzregulierer gehen nach seiner Auffassung zu pauschal vor. "Man geht jetzt eher mit Schrotschüssen auf die ganze Kreditwirtschaft los und trifft vor allem Banken mit einem örtlich gebundenen klassischen Geschäftsmodell." Sparkassen und Genossenschaftsbanken hätten die Finanzmarktkrise nicht ausgelöst und hätten durch ihre stetige Kreditvergabe stabilisierend gewirkt. Er könne nicht nachvollziehen, warum die neuen Kapitalanforderungen nach Basel III zu wenig nach Risiko der getätigten Geschäfte oder Akteure unterscheiden.

Auch die neuen Liquiditätsanforderungen könne er nicht begreifen. In der Krise hätten sich besonders die einlagenstarken Kreditinstitute als stabilisierend erwiesen. Warum sollte man gerade ihnen die Vergabe langfristiger Kredite erschweren?", fragte Haasis rhetorisch. Dagegen werde auf Ebene der G-20-Staaten das gesamte Schattenbankensystem - also beispielsweise Hedge-Fonds oder Zweckgesellschaften, ignoriert. Dabei würden hier die größten Gefahren für die Stabilität des Finanzmarktsystems liegen.

Haasis mag nicht so recht daran glauben, dass bei den anstehenden G-20-Gipfeln noch wirksame Regeln für Nichtbanken durchgesetzt werden können. Mit der zeitlichen Entfernung von der eigentlichen Krise nehme die Bereitschaft zu gemeinsamen Vorgehen ab und unterschiedliche Interessen, vor allem der angloamerikanischen Kapitalmarktphilosophie, zu. Eine Konsequenz zeichne sich damit ab: Geschäfte vom stärker regulierten Bankensektor werden in den Schattenbanksektor abwandern. Eine sogenannte Regulierungsarbitrage werde jetzt zwischen den Sektoren stattfinden. Das mache die Finanzmärkte unterm Strich unsicherer.

Kommentare (2)

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Optimist

02.02.2011, 13:09 Uhr

Die Sparkassen wollen die Landesbanken, die derzeit zur Hälfte an der Dekabank beteiligt sind, herauskaufen. "Grund für die Übernahme ist .., dass die Dekabank mit circa einer Milliarde Euro an Provisionserträgen für die Sparkassen eine Schlüsselrolle in der Verbundzusammenarbeit einnimmt", so der Sparkassen-Präsident.
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Hoffentlich sind die (Provisions-)Erträge nicht der Maßstab für die bewertung der DEKA - denn diese Erträge werden nicht durch die Landesbanken generiert, sondern sind ganz überwiegend auf die Verkaufsaktivitäten der Sparkassen zurückzuführen. Ohne diese Vertriebsschiene dürfte die DEKA (wie manche Landesbank) einen negativen Unternehmenswert besitzen.
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Wenn die Sparkassenverbände nunmehr für die 50%-beteiligung der Landesbanken mehr als einen symbolischen Preis bezahlen (wollen), sollten die Sparkassenvorstände auf den Verbandsversammlungen ihr Veto einlegen. Sonst kaufen sie quasi ihr eigenes Geschäft ...

Michel

12.02.2011, 16:37 Uhr

Sparkassen sollen künftig weiterbestehen, aber die Ersparnisse der bürger dürfen nicht "weggesteuert" werden !

Steuern und Abgaben in der bRD…..ein Skandal !!!

Das Realvermögen deutscher Haushalte wurde innerhalb nur eines Jahrzehnts fast halbiert durch immer höhere Steuer- und Abgabenbelastungen !

Öko- Steuern / Mineralöl-Steuer / Maut zum doppelten Abkassieren bereits durch Steuern finanzierter Strassen / KFZ- Steuer / Einkommen-Steuer / Lohn- Steuer / Versicherungs- Steuer / Kirchen- Steuer / Zwangsabgaben zur Gleichmacherei aller bundesländer / Hunde- Steuer / Steuern zur Finanzierung eines wettbewerbs- und sorgenfreien Lebens und Ruhestands für immer mehr bundes- und Landes- beamte / Steuern zur Finanzierung eines wettbewerbs- und sorgenfreien Lebens und Ruhestands für immer mehr Angestellte des bundes, des Landes und der Gemeinden / Umsatz- Steuer / Gewerbe- Steuer / Grund- Steuer / Kapitalertrags- Steuer / börsen- Steuer / Nikotin- Steuer / Alkohol- Steuer / Steuer zur Förderung von noch mehr Finanzbeamten in Form von An- oder Nicht- anerkennung von steuerrelevanten Ausgaben durch dieselben nach Gutsherren- Art / Mehrwert- Steuer / Abgeltungs- Steuer / Abgabe für Geldwerten Vorteil xyz /......etc….etc….etc….etc......Die “Anleitung ESt- Sept. 2009“ zur bearbeitung der Einkommen- Steuer- Erklärung umfasst 20 (in Worten: zwanzig) kleingedruckte DiN-A4 Seiten. Nach langjährigen Erfahrungen vieler betroffener dauert die formular- und sach- gerechte bearbeitung des eigenen Steuerfalls mittlerweile mehrere Wochenenden.

Das Alles führt zu einer Staatsquote von zur Zeit über 50% !!! …bald sind es 55 oder gar 60 %......und das bedeutet auch eine immer weiter ansteigende Realenteignung der kaum noch zu motivierenden Leistungsträger in der bRD. Wie lange kann das noch gut gehen ?

Eine gesunde Staatsquote sollte bei maximal 30 bis 35 % liegen, also ca. 1/3 des erwirtschafteten Kapitals. Wann kommen in der bRD endlich die überfälligen Steuer- und Struktur- Reformen ???

Dazu kommt seit Jahren noch die Zwangsenteignung deutscher Steuerzahler durch die Transfer- EU, die unter anderem auch die Misswirtschaft im eigenen Land verschleiern soll. Wie lange lassen wir uns das noch bieten ?

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