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24.01.2011

08:00 Uhr

Hans-Walter Peters im Interview

„Sie kamen mit Getöse – und gingen dann ziemlich leise“

VonChristian Panster, Mark C. Schneider

Die Hamburger Berenberg Bank baut ihr Geschäft in London aus. Das Handelsblatt sprach mit Bankchef Hans-Walter Peters über Wachstum, Konkurrenz, Getöse und den Euro. Die Gemeinschaftswährung sieht Peters nicht in der Krise. Anlegern rät er, Aktien zu kaufen – immer noch.

Hans-Walter Peters: "Keine Frage von Größe." Jozef Kubica für Handelsblatt

Hans-Walter Peters: "Keine Frage von Größe."

Handelsblatt: Herr Peters, fühlen Sie sich noch wohl als Chef einer Privatbank?

Hans-Walter Peters: Natürlich, wie können Sie annehmen, dass dies nicht der Fall sei?

Der Wettbewerb um vermögende Kunden wird immer härter, die Margen sinken; sie gehören einer aussterbenden Spezies an - und müssen deshalb größere Risiken eingehen …

Moment, Moment, nicht so schnell. Wir sind in den letzten Jahren sehr erfolgreich gewachsen – und wir haben selbst in der Finanzkrise Ergebnisse erzielt, die andere Banken in guten Zeiten gern hätten. Die Privatbankiers haben gerade in den schwierigen Zeiten einen starken Zuspruch bekommen.

Sie wollen künftig Privat Banking in London betreiben; außerdem bauen Sie dort Ihre Investmentbanking-Sparte aus. Ist das etwa kein Risiko?

Man muss Investment Banking definieren: Bei uns ist das kundengetriebenes Geschäft und Dienstleistungsgeschäft. Berenberg geht nicht selbst ins Risiko. London ist der wichtigste Finanzplatz in Europa. Dort können wir den von uns gecoverten Unternehmen Zugang zu den großen Asset Managern bieten. Das ist so erfolgreich, dass wir im Sommer auch ein Büro in Boston eröffnen werden, um unser Research auch in den USA zu platzieren. Das Risiko besteht darin, die Personalkosten nicht wieder rein zu bekommen – und das halten wir für sehr überschaubar.

Also täuscht der Eindruck, dass Privatbanken ein immer gefährlicheres Spiel spielen müssen, um zu überleben?

Die meisten Privatbanken waren früher Handelsunternehmen und haben sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Unser Schwerpunkt lag vor 50 Jahren im Kreditgeschäft – mit heutigen Maßstäben gemessen ein unvernünftig großes Risiko. Dann kam Private Banking hinzu. Heute sind wir nicht nur Vermögensverwalter, sondern auch Berater und Dienstleister für Unternehmen am Kapitalmarkt. Wir haben das Risiko also abgebaut und unser Geschäft diversifiziert. Als Privatbank müssen Sie sich immer da positionieren, wo Sie den Kunden einen Mehrwert bieten. Unser Vorteil ist es, nicht alles machen zu müssen.

Was ist mit Sal. Oppenheim?

Sal. Oppenheim ist ein Sonderfall. Die Finanzkrise hat die Probleme des Hauses nur noch zusätzlich verstärkt. Die Ursachen für die Probleme aber lagen woanders. Es ist allerdings nicht meine Aufgabe, dies zu kommentieren. Ohnehin sind Banken nur schwer miteinander vergleichbar. Jedes Haus hat seine ganz eigene Strategie – seine Philosophie, wenn man es so nennen will. Wir zum Beispiel sind sehr konservativ aufgestellt; das gilt insbesondere für den Eigenhandel und die Kreditvergabe. Letztlich ist es schade, dass Sal. Oppenheim nicht mehr als eigenständige Bank am Markt ist.

Kommentare (1)

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k.h.a.

24.01.2011, 19:40 Uhr

Mit der Unterstützung eines der reichsten Mannes in Europa, Guy Paquot, der über eine seiner Gesellschaften wesentlich an berenberg beteiligt ist, wird er sich bemühen, dessen Vermögen nach bestem Können zu mehren. Was dabei dieses interview soll, läßt sich an fünf Fingern abzählen.

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