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16.12.2014

10:15 Uhr

Harte Strafe der Finanzaufsicht

Berufsverbot für Banker wegen Schwarzfahrens

Die britische Finanzaufsicht will Skandale mit drakonischen Strafen verhindern. Nun erteilte sie einem ehemaligen Blackrock-Manager sogar Berufsverbot – weil er in der Bahn das falsche Ticket löste.

Fahren ohne Fahrschein? Banker setzen damit ihren Job auf's Spiel. Reuters

Fahren ohne Fahrschein? Banker setzen damit ihren Job auf's Spiel.

LondonZinsmanipulation, Anlagebetrug, Preisabsprachen – wenn Banker kriminell werden, dann geht es meist um sehr große Summen. Doch auch geringere Vergehen können schlimme Folgen haben. Das musste nun ein ehemaliger Spitzenbanker der Vermögensverwaltung Blackrock schmerzlich erfahren. Jonathan Burrows, ehemaliger Managing Director des US-Unternehmens, ist von der britischen Finanzbehörde mit einem Berufsverbot belegt worden – weil er schwarz gefahren ist.

Seine Handlungen seien kein „adäquates Verhalten einer zugelassenen Person“, wie die FCA im Behördentonfall mitteilte. Daher werde er „von der Ausübung von Funktionen im Zusammenhang mit regulierten Aktivitäten im Bereich Finanzdienstleistungen ausgeschlossen“. Übersetzt: Burrows erhält ein Berufsverbot.

Nach diversen Skandalen versucht die FCA, das Vertrauen in die Branche wiederherzustellen und erhöht die Anforderungen an Einzelpersonen. „Zugelassene Personen müssen jederzeit ehrlich und integer handeln, und wo sie es nicht tun, werden wir handeln“, erklärte Tracey McDermott, FCA-Direktorin für Finanzdelikte.

Die höchsten Strafen wegen Geldwäsche

Platz 10

Clearstream Banking - 152 Millionen Dollar (2014)

Platz 9

Bank of Tokyo-Mitsubishi - 259 Millionen Dollar (2012/2013)

Platz 8

Barclays - 298 Millionen Dollar (2010)

Platz 7

Lloyds - 350 Millionen Dollar (2009)

Platz 6

ABN Amro - 500 Millionen Dollar (2010)

Platz 5

Credit Suisse - 536 Millionen Dollar (2009)

Platz 4

ING Bank - 619 Millionen Dollar (2012)

Platz 3

Standard Chartered - 667 Millionen Dollar (2012)

Platz 2

HSBC - 1,92 Milliarden Dollar (2012)

Platz 1

BNP Paribas - 8,83 Milliarden Dollar (2014)

Dabei war Burrows nicht einmal ohne Ticket unterwegs. Am 19. November 2013 hatte ein Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe am Londoner Bahnhof Cannon Street seinen Fahrschein kontrolliert. Doch die London Travel Card (maximaler Fahrpreis 7,20 Pfund) war für seine Fahrt nicht gültig, stattdessen hätte der Banker ein Ticket für 21,50  Pfund lösen müssen. Die Differenz von 14,30 Pfund kostet ihn nun seine Berufszulassung.

Obwohl der Schaden durch Burrows tatsächlich noch etwas höher ausgefallen sein dürfte. Denn gegenüber der FCA legte der Banker ein umfangreiches Geständnis ab. Ja, er habe mehrfach nicht den korrekten Fahrpreis entrichtet. Und ja, er habe gewusst, dass er damit gegen das Gesetz verstößt.

Milde ließ die Behörde trotzdem nicht walten. Dabei hatte Burrows sich bereits für seine Schwarzfahrervergangenheit entschuldigt. In einer Mitteilung erklärte er, dass sein Verhalten „töricht“ gewesen sei. Er bedauere seine Entscheidung nach einer „20-jährigen Karriere in der City, die ohne Makel war“.

Kommentare (3)

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Herr Hans Maier

16.12.2014, 10:41 Uhr

Mit so einem Quatsch wird sicher kein Vertrauen zurückgewonnen.

G. Nampf

16.12.2014, 10:48 Uhr

@Hans Maier


Vollkommen richtig.

Das Eine (Schwarzfahren) hat mit dem Anderen (seinem Beruf) nichts zu tun.

Großbritannien hat sich (wie die USA) offensichtlich aus der Riege der Rechtsstaaten verabschiedet.

Herr Manfred Zimmer

18.12.2014, 12:02 Uhr

Was ist das schon gegenüber Deutschland?

Bei uns fährt der Bundesfinanzminister mit dem Rollstuhl.

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