Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.02.2010

07:00 Uhr

Hartmut Schleweis

Sparkassen träumen von der Dekabank

VonFrank Matthias Drost

Der Bundesobmann der Sparkassen, Helmut Schleweis, trommelt für eine Mehrheitsbeteiligung an dem Fondsdienstleister. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht er über den alten Traum der Sparkassen, steigende Kreditrisiken und andere Belastungen für das laufende Geschäftsjahr.

Die Sparkassen haben einen Blick auf Anteile der Dekabank geworfen. dpa

Die Sparkassen haben einen Blick auf Anteile der Dekabank geworfen.

Handelsblatt: Manche Landesbanken denken aus Not darüber nach, sich von Anteilen des Fondsdienstleisters Dekabank zu trennen. Sollten die Sparkassen zugreifen?

Helmut Schleweis: Ja, auf jeden Fall. Es ist ein alter Traum der Sparkassen, die Mehrheit an der Dekabank zu besitzen. Derzeit halten ja Landesbanken und Sparkassen jeweils die Hälfte. Für die Sparkassen ist die Dekabank als zentraler Fondsdienstleister ein unverzichtbares Asset. Sollten weitere Anteile auf den Markt kommen, sollten die Sparkassen sich das nicht entgehen lassen. Die Landesbank Baden-Württemberg hat bereits signalisiert, sich von ihren Anteilen zu trennen.

HB: Würde es denn Sinn ergeben, zu einem späteren Zeitpunkt die Dekabank und die Landesbank Berlin, die sich ja vollständig in Sparkassenbesitz befindet, näher zusammenzubringen?

Schleweis: Diesen Gedanken gab es schon. Zwei Finanzdienstleister zu kombinieren ergibt nur dann Sinn, wenn ein strategischer und wirtschaftlicher Mehrwert erzielt wird. Derzeit sehe ich keine Notwendigkeit.

HB: Wird 2010 ein hartes Jahr für die Sparkassen?

Schleweis: Die schwierige wirtschaftliche Situation wird wohl nicht ohne Auswirkung auf die Kreditwirtschaft - und damit auch auf die Sparkassen - bleiben. Ich sehe da beispielsweise steigende Kreditrisiken auf uns zukommen. Die Risiken bei den Wertpapieranlagen sehe ich dagegen eher als beschränkt an.

HB: Sie rechnen mit größeren Belastungen als 2009?

Schleweis: Die Erfahrung zeigt, dass sich eine Wirtschaftskrise erst mit einer gewissen Verzögerung als Wertberichtigungen in den Büchern niederschlägt. Da wir die maßgeblichen Finanziers des Mittelstands im Aufschwung waren, ist es zu erwarten, dass wir auch von den Entwicklungen eines teilweise im Abschwung befindlichen Mittelstands berührt werden. Es wird aber unterm Strich für die Sparkassen beherrschbar bleiben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×