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19.04.2006

13:46 Uhr

Hauptversammlung

Aktionäre feiern Münchener Rück

Aktionärsvertreter haben die Münchener Rückversicherung auf ihrer Hauptversammlung mit Lob geradezu überschüttet. Denn die Bilanz 2005 fiel blendend aus, genauso wie die Prognose für 2006. Es gibt allerdings zwei Dinge, die den Anteilseignern Sorgen bereiten.

HB MÜNCHEN. „Rekordgewinn, Rekorddividende: Alles wunderschön“, sagte Klaus Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München. Daniela Bergdolt von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) dankte dem Management für das „großartige Ergebnis“ und lobte, dass der Konzern mit der Dividendenerhöhung um die Hälfte „richtig geklotzt“ habe.

Die Münchener Rückversicherung hatte im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn von 2,75 Mrd. Euro erzielt. „Im laufenden Geschäftsjahr streben wir einen Konzerngewinn in der Spanne von 2,6 bis 2,8 Mrd. Euro an. Gegenwärtig liegen wir auf Kurs“, sagte Vorstandschef Nikolaus von Bomhard den rund 3 000 Aktionären. Bisher gebe es keine Großschäden, die zu einer Korrektur der Prognose Anlass gäben, und die Erneuerung der Rückversicherungsverträge in den USA, Lateinamerika und soeben auch in Japan und Korea sei erfolgreich verlaufen. Ziel der Münchener Rück sei es, „der profitabelste der fünf großen Rückversicherer“ zu bleiben. Wachstumschancen sehe er im globalen Gesundheitsmarkt. Zu dem in Aussicht gestellten Aktienrückkauf sagte Bomhard lediglich, eine Entscheidung werde in weniger als einem Jahr fallen.

Aktionärsvertreter Schneider kritisierte die steigende Belastung der Münchener Rück durch Naturkatastrophen: „Es stellt sich schon die Frage, ob diese Risiken noch beherrschbar sind“, sagte er. Der Klimawandel sei offensichtlich. Für die Schäden von Hurrikans und anderen Naturkatastrophen hatte der Münchener Rück im vergangenen Jahr 2,6 Mrd. Euro bezahlt. Auch DSW-Frau Bergdolt fragte: „Halten die Prämien Schritt?“ Bomhard bejahte das.

Kritik gab es auch an der Tochter American Re, die das Ergebnis erneut stark belastet hat. „Hätten Sie nicht sagen müssen: Wir beenden dieses Trauerspiel?“ fragte Bergdolt. Die Münchener Rück hält den Bedarf an Nachreservierungen für Altverträge jedoch für abgeschlossen. „Was ich mit gutem Gewissen sagen kann ist: Ja, das Fass hat einen Boden“, sagte von Bomhard. Der Münchener Rück hatte die Reserven der US-Tochter in den vergangenen Jahren für Aufwendungen aus Altverträgen etwa für Asbest- und Haftpflichtschäden mit Milliardensummen gestärkt. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Konzern erklärt, damit sei ein Schlussstrich gezogen. Auf der Hauptversammlung sagte von Bomhard, mittlerweile sei ein weiteres Jahr vergangen, und er sei sich seiner Einschätzung noch sicherer. Gleichzeitig verteidigte er den Kauf des US-Versicherers vor zehn Jahren.

Als strategisches Wachstumsfeld nannte von Bomhard erneut das Feld der Gesundheitsversorgung. „Der Gesundheitsmarkt ist zweifellos einer der am schnellsten wachsenden Märkte weltweit“, sagte er. Dies schaffe Geschäftsmöglichkeiten für private Anbieter und die Münchener Rück sei durch ihre Kombination aus Rückversicherungen und dem Angebot der Erstversicherungsgruppe Ergo erstklassig aufgestellt. Dadurch könne der Konzern im wachsenden Gesundheitsmarkt „die gesamte Bandbreite der Klaviatur bespielen“.

Auch im klassischen Markt für Schaden-Rückversicherungen sieht der Konzern Möglichkeiten für weiteres Wachstum. Allerdings gehe Gewinn weiter vor Umsatz, sagte von Bomhard. Große Zukäufe in diesem Bereich, wie sie etwa der Erzrivale Swiss Re mit der Rückversicherungssparte von General Electric getätigt hat, schloss er kategorisch aus.

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