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22.11.2015

19:12 Uhr

Herman Gref

Sberbank-Chef fordert vollständige Privatisierung

VonMathias Brüggmann

Der russische Staat sei „zu stark in der Wirtschaft engagiert“, findet der Chef der größten russischen Bank. Er fordert Privatisierungen - und droht Europa, sollte es die Sanktionen gegen Russland weiter aufrecht erhalten.

Mächtige Verbindung. Reuters

Russlands Präsident Wladimir Putin und Sberbank-Chef Herman Gref

Mächtige Verbindung.

Der Chef der größten russischen Bank fordert die vollständige Privatisierung seines Instituts. Für eine Übergangszeit sollte die russische Zentralbank noch einen 25-Prozent-Anteil behalten, dann sollte die Sberbank vollständig privatisiert werden, sagte Herman Gref dem Handelsblatt (Montags-Ausgabe): Alles spreche dafür, „die Sberbank vollständig zu privatisieren. Das würde unsere Lage sehr verbessern“, so Gref. Die Situation der Sberbank habe sich inzwischen vollständig normalisiert, sie schreibe Gewinn – nachdem Kunden allein im Dezember 2014 insgesamt 19.4 Milliarden Euro von ihren Konten geräumt hätten, was Gref jetzt erstmals zugab.

Zugleich forderte der Sberbank-Chef ein Ende der westlichen Sanktionen gegen sein Land. Wenn diese aber weiter in Kraft blieben, könnten die russischen Banken gar nicht anders, als sich von Europa ab- und China zuzuwenden: „Wenn die Sanktionen bleiben, haben wir gar keine Alternative zu China.“ Gref appellierte aber für eine Wiederannäherung Europas und Russlands.

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Der Chef der Moskauer Sberbank kritisiert nicht nur Russlands staatliches System, sondern auch das von Deutschland. Zudem spricht er über den Ukraine-Konflikt, die Lage seines Instituts und die Terroranschläge von Paris.

Der frühere langjährige Wirtschaftsminister, der seit 2007 an der Spitze der größten osteuropäischen Bank steht, kritisierte auch den Mangel an Reformen in Russland: „Wir brauchen ein modernes System der Staatsführung. Solange unser Land so gelenkt wird wie bisher, können wir keine komplizierten Reformen umsetzen“, sagte Gref dem Handelsblatt. Der russische Staat sei „zu stark in der Wirtschaft engagiert“, forderte Gref Privatisierungen.

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