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28.02.2013

14:45 Uhr

Hessen-Thüringen-Verband

Sparkassen verdienen wie nie zuvor

Die Sparkassen in Hessen und Thüringen haben den Gewinn kräftig gesteigert. Sie wollen diesen Überschuss nun nutzen, um ihr Kapitalpolster zu stärken – zumal das Geschäft 2013 schwächeln dürfte.

Teppich in der Sparkasse in Frankfurt. Die Sparkassen in Hessen und Thüringen legen einen Rekordgewinn vor. dpa

Teppich in der Sparkasse in Frankfurt. Die Sparkassen in Hessen und Thüringen legen einen Rekordgewinn vor.

FrankfurtDie Sparkassen in Hessen und Thüringen haben dank des stabilen Geschäfts mit Privat- und Firmenkunden so viel verdient wie nie zuvor. Der Betriebsgewinn nach Bewertungseffekten stieg im vergangenen Jahr um 28 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro, wie Gerhard Grandke, der Chef des Sparkassenverbands Hessen-Thüringen (SGVHT), am Donnerstag in Frankfurt sagte.

Die 50 Sparkassen in beiden Bundesländern hatten bereits 2011 hohe Abschreibungen auf ihren Anteil an der Landesbank Berlin vorgenommen, so dass sich die Belastungen 2012 in Grenzen hielten. „Ich gehen davon aus, dass der beabsichtigte Rückbau der Landesbank Berlin zu einer Hauptstadtsparkasse keine größeren Belastungen für die Sparkassen in Hessen und Thüringen mehr mit sich bringen wird“, sagte Grandke.

Die Sparkassen wollen die Gewinne nutzen, um ihren Eigenkapitalpuffer zu stärken. Auch 2013 müssten sich die Institute wegen der Niedrig-Zins-Phase und des harten Wettbewerbs um Spareinlagen auf Gegenwind einstellen, sagte Grandke. Die Konjunkturabkühlung hätten die Sparkassen im Kreditgeschäft bisher noch nicht zu spüren bekommen, bei Frühindikatoren wie offenen Darlehnszusagen zeigten sich allerdings „erste Bremsspuren“, betonte Grandke. Er rechnet 2013 deshalb mit einer leichten Abschwächung der Betriebsergebnisse.

Die größten Sparkassen Deutschlands

Die Sparkasse Bremen AG

Mit einer Bilanzsumme von 10,7 Milliarden Euro (2011) ist die Sparkasse Bremen die zehntgrößte Sparkasse in Deutschland. In dem kleinen Bundesland arbeiten 1.558 Menschen bei der Sparkasse.

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Die Sparkasse in der sächsischen Landeshauptstadt kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 11,8 Milliarden Euro. Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden arbeiten 1.708 Angestellte in 142 Filialen.

Nassauische Sparkasse

2011 kam die Nassauische Sparkasse mit Sitz in Wiesbaden auf eine Bilanzsumme von 11,9 Milliarden Euro. Sie kommt auf 225 Filialen - so viele wie keine andere Sparkasse.

Stadtsparkasse Düsseldorf

Mit einer Bilanzsumme von 12,1 Milliarden Euro liegt die Stadtsparkasse Düsseldorf auf Rang 7.

Sparkasse Hannover

Die Sparkasse Hannover ist die sechstgrößte Sparkasse in Deutschland. Das Geldhaus in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat 2011 eine Bilanzsumme von 12,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

Stadtsparkasse München

Die Stadtsparkasse München ist – wenig überraschend – das größte Mitglied des Sparkassenverbands Bayern. Deutschlandweit reicht es mit einer Bilanzsumme von 15,7 Milliarden Euro für Rang fünf.

Frankfurter Sparkasse

Die viertgrößte Deutsche Sparkasse liegt in Hessen. Die Frankfurter Sparkasse kommt auf eine Bilanzsumme von rund 17,9 Milliarden Euro - mit 1.718 Mitarbeitern. In München sind es zum Vergleich 3083 Angestellte.

Kreissparkasse Köln

Die Kreissparkasse Köln auf Rang drei knackt als erste die Marke von 20 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 hat sie eine Bilanzsumme von rund 25,2 Milliarden Euro ausgewiesen.

Sparkasse KölnBonn

Rang zwei geht nach Köln. Die Sparkasse KölnBonn ist mit 29,6 Milliarden Euro (2011) noch ein bisschen größer als die Kreissparkasse Köln.

Hamburger Sparkasse

Mit Abstand die größte Sparkasse in Deutschland ist die Hamburger Sparkasse. Die Haspa kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 39,5 Milliarden Euro. Sie hat auch die meisten Angestellten aller Sparkassen - 5724 Mitarbeiter.

Die Sparkassen in Hessen und Thüringen sind mit einem Anteil von 69 Prozent Mehrheitseigner der Helaba. Das Institut ist nach der Übernahme der WestLB-Verbundbank 2012 zu einer der wichtigsten Landesbanken aufgestiegen und als Zentralbank für rund 40 Prozent aller Sparkassen in Deutschland zuständig. An eine weitere Bereinigung des Landesbanken-Sektors glaubt Grandke nicht. „Weitere Konsolidierungsschritte sehe ich derzeit nicht.“ Vielmehr müssten die Landesbanken ihre Neuausrichtung vorantreiben und hausgemachte Probleme lösen.

Den schwächelnden Sparkassen in Schleswig-Holstein sagte Grandke Unterstützung zu, sollten diese Mittel aus dem bundesweiten Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe benötigen. „Wenn es dort ein Problem gibt, werden wir diesen Instituten helfen.“ Den Nord-Sparkassen machen die schwache Wirtschaftsentwicklung in Norddeutschland, hausgemachte Probleme und Abschreibungen auf ihren Anteil an der kriselnden HSH Nordbank zu schaffen. Für die gesamte Sparkassen-Gruppe seien die Probleme in Schleswig-Holstein allerdings keine „existenzielle Frage“, unterstrich Grandke.

Von

rtr

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