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01.03.2017

08:30 Uhr

Hessische Sparkassen

Null Interesse an der HSH

VonElisabeth Atzler

Die Sparkassen aus Hessen und Thüringen zeigen sich gelassen mit Blick auf den Verkaufsprozess der HSH Nordbank. Ihre Landesbank, die Helaba, zählt aber auf gar keinen Fall zu den Interessenten – und nennt auch den Grund.

Die Sparkassen in Hessen und Thüringen ringen mit den niedrigen Zinsen – wie viele andere Geldhäuser auch. Der wichtige Zinsüberschuss sank deshalb 2016. Künftig wollen die Institute weiter sparen. dpa

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Die Sparkassen in Hessen und Thüringen ringen mit den niedrigen Zinsen – wie viele andere Geldhäuser auch. Der wichtige Zinsüberschuss sank deshalb 2016. Künftig wollen die Institute weiter sparen.

Frankfurt Die Sparkassen aus Hessen und Thüringen geben sich gelassen angesichts des Verkaufsprozesses der HSH Nordbank. Es gehe eine Reihe von Interessenten für die Landesbank, und er gehe davon aus, dass das auch ernst gemeint sei, sagte Sparkassenpräsident Gerhard Grandke. Mit 20 Interessenten habe er nicht gerechnet. „Ich bin positiv überrascht“, so Grandke am Dienstag.

Allerdings dürfte die Zahl von 20 etwas arg hoch gegriffen sein. Das Finanzministerium in Kiel hatte zwar am Montag offiziell bestätigt, dass für die zum Verkauf stehende HSH Nordbank zahlreiche Interessenbekundungen abgegeben wurden, aber keine weiteren Details genannt. Bis dahin konnten potenzielle Investoren ihr Interesse anmelden, bis Ende März müssen die - allerdings noch unverbindlichen - Kaufangebote folgen. Als zwei mögliche Bieter gelten die chinesische Großbank ICBC und die NordLB aus Hannover. Teils wurde auch von „einer Handvoll“ Interessenten gesprochen.

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Bis heute konnten Investoren ihr Interesse für eine Übernahme der HSH Nordbank anmelden. Insidern zufolge seien der Finanzinvestor Apollo, der Rivale NordLB und die chinesische Bank ICBC am Kauf interessiert.

Die HSH Nordbank mit Sitz in Kiel und Hamburg besteht aus einer profitablen Kernbank und einem Teil mit hohen Risiken, vor allem Schiffskrediten. Sie gehört zu einem kleinen Teil den Sparkassen in Schleswig-Holstein und weitgehend den beiden Ländern Schleswig-Holstein und Hamburg.

Die EU-Kommission hält das Institut in der jetzigen Form für nicht überlebensfähig. Brüssel genehmigte zwar eine Wiederaufstockung der Bilanzgarantie durch die Länder, verordnete im Gegenzug jedoch den Verkauf der Bank. Wenn dieser nicht bis zum Frühjahr 2018 abgeschlossen ist, muss die Bank ihr Neugeschäft einstellen und abgewickelt werden. Das wiederum gilt als Gefahr für die deutschen Sparkassen, da durch deren gemeinsames Sicherungssystem mit den Landesbanken die HSH möglicherweise aufgefangen werden müsste.

Grandke betonte, dass die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) kein Interesse an der HSH habe. „Die strategische Ausrichtung der Helaba ist es nicht, der weltgrößte Schiffsfinanzierer zu werden“, sagte er mit ironischem Unterton. Die Helaba, die zu einem großen Teil den Sparkassen in Hessen und Thüringen gehört, hatte Teile der zerschlagenden WestLB übernommen. Die einst größte deutsche Landesbank aus Düsseldorf wurde Mitte 2012 zerschlagen. Seither gibt es inklusive HSH noch fünf große Landesbanken.

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