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28.09.2016

14:43 Uhr

Heta

Immer mehr Gläubiger unterstützen Rückkauf-Offerte

Nach einem jahrelangen Streit hat Kärnten den Heta-Gläubigern eine verbesserte Offerte vorgelegt. Nun lenken immer mehr Geldgeber ein. Ob der Fall damit zu den Akten gelegt werden kann, zeigt sich aber erst im Oktober.

Der österreichische Bund und das Bundesland Kärnten wollen jene Heta-Schulden zurückkaufen, für die Kärnten haftet. dpa

Finanzminister Hans Joerg Schelling

Der österreichische Bund und das Bundesland Kärnten wollen jene Heta-Schulden zurückkaufen, für die Kärnten haftet.

WienIm milliardenschweren Streit um die österreichische Skandalbank Heta lenken immer mehr Gläubiger ein. Die deutsche FMS Wertmanagement, bisher einer der größten Kritiker, nehme das verbesserte Angebot des Bundeslandes Kärnten an, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch zur Nachrichtenagentur Reuters. FMS hält nach eigenen Angaben vorrangige Heta-Anleihen mit einem Nominalwert von 295 Millionen Euro. Auch andere Gläubiger stimmten bereits zu.

Ob der jahrelange Streit zwischen den Eigentümern und den Gläubigern der ehemaligen Kärntner Hypo Alpe Adria endgültig zu den Aktien gelegt werden kann, dürfte sich erst Mitte Oktober zeigen. Eine Sprecherin von Finanzminister Hans Jörg Schelling wollte sich vorerst nicht dazu äußern. In Kärnten war niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Damit das Angebot in Kraft treten kann, müssen zwei Drittel der Gläubiger zustimmen, darunter auch mindestens ein Viertel der nachrangigen Gläubiger, die auf den Großteil ihres Geldes verzichten müssen. Das Angebot läuft noch bis zum 7. Oktober. Das Ergebnis wird für den 10. Oktober erwartet.

Der österreichische Bund und das Bundesland Kärnten wollen jene Heta-Schulden zurückkaufen, für die Kärnten haftet. Das Bundesland hatte Garantien für Heta-Anleihen von rund elf Milliarden Euro übernommen, ist nach eigenen Angaben aber nicht in der Lage, die Schulden vollständig zu begleichen.

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Nachdem das erste Vergleichsangebot im Frühjahr platzte, hat Kärnten den Gläubigern Anfang September eine nachgebesserte Offerte vorgelegt. Die Geldgeber, darunter viele deutsche Banken und Versicherer, können nun darauf hoffen, dass ein Großteil ihrer Anleihen zurückbezahlt wird. Das Angebot sieht vor, dass die Inhaber besicherter Anleihen rund 90 Prozent ihrer Forderungen zurückbekommen, die von nachrangigen Papieren rund 45 Prozent.

Die FMS Wertmanagement, Abwicklungsanstalt der Hypo Real Estate (HRE), will dem Sprecher zufolge nun auch alle Klagen gegen die Heta fallen lassen. Die FMS hatte die Österreicher auf umgehende Rückzahlung einer Anleihe über 200 Millionen Euro verklagt, die nach deutschem Recht begeben worden war.

Neben der FMS haben auch schon große Gläubiger-Gruppen signalisiert, die neue Offerte annehmen zu wollen. Zugestimmt haben bereits auch die österreichischen Versicherer Vienna Insurance und Uniqa, die Linzer Oberbank sowie die Klagenfurter Anadi Bank. Die Deutsche Bank, die nachrangige Heta-Anleihen mit einem Nominalvolumen von 200 Millionen hält, habe noch keine Entscheidung getroffen. "Wir sind in den letzten Zügen der Entscheidungsfindung", sagte ein Sprecher des Asset Managements der Deutschen Bank.

Von

rtr

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