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03.07.2013

14:26 Uhr

Hilfe für Krisenbanken

Erste Group hat Angst vor Zwangsbeteiligung

Die österreichische Bank Erste Group befürchtet für andere kriselnde Banken einspringen zu müssen. Es bestehe das Risiko von Zwangsbeteiligung an Hilfsprogrammen. Hintergrund ist die kriselnde Staatsbank Hypo Aldria.

Filiale der Erste Group. Als eine mögliche Option zur Rettung von Krisenbanken gilt die Beteiligung von privaten Investoren. Reuters

Filiale der Erste Group. Als eine mögliche Option zur Rettung von Krisenbanken gilt die Beteiligung von privaten Investoren.

WienDie Erste Group sieht die Gefahr, für kriselnde Banken in Österreich in die Bresche springen zu müssen. Es bestehe das Risiko, gezwungen zu werden, sich an staatlichen Hilfsprogrammen für Kreditinstitute zu beteiligen und diese finanzieren zu müssen, erklärte das Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen in dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Prospekt zur laufenden Kapitalerhöhung. Von der Politik angesprochen worden sei das Institut aber diesbezüglich nicht, sagte eine Sprecherin am Mittwoch zu Reuters.

Für die kriselnde Staatsbank Hypo Alpe Adria wird zurzeit die Gründung einer Bad Bank geprüft. Als eine mögliche Option gilt die Beteiligung von privaten Investoren an einem solchen Vehikel. Österreichs Großbanken haben derartigen Planspielen aber bisher eine Absage erteilt.

Kapitalquoten großer Banken (1. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Svenska Handelsbanken

17,5 Prozent

Standard Chartered

10,7 Prozent

UBS

10,1 Prozent

HSBC

9,8 Prozent

Deutsche Bank

Nach der Kapitalerhöhung im April 2013: 9,5 Prozent

Santander

9,2 Prozent (Ziel für Ende 2013)

JP Morgan

8,9 Prozent

Credit Suisse

8,6 Prozent („Look-through“ Kapitalquote)

Commerzbank

Ende des 1. Quartals 2013: 7,5 Prozent

Nach der Kapitalerhöhung: 8,6 Prozent

Lloyds

8,1 Prozent

Royal Bank of Scotland

7,7 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Finanzministerin Maria Fekter ließ bislang offen, wie eine mögliche Abbaubank für die Hypo Alpe Adria aussehen könnte. „Wir wollen mit professioneller Begleitung die optimale Struktur suchen, wie der Abbauteil organisiert werden kann“, sagte Fekter der österreichischen Tageszeitung „Wirtschaftsblatt“ (Mittwochausgabe).

Die Erste Group will noch im dritten Quartal die in der Krise vom Staat und privaten Investoren erhaltenen 1,76 Milliarden Euro zurückzahlen. Davon stammen 1,2 Milliarden vom österreichischen Staat. „Wir leisten so schon einen Beitrag zur Bekämpfung der Budgetnöte, der sich sehen lassen kann“, sagte Erste-Group-Chef Andreas Treichl der „Kronen Zeitung“ (Mittwochausgabe). Zur Finanzierung hat die Bank die Börse angezapft und dabei über den Verkauf neuer Aktien gut 660 Millionen Euro eingesammelt.

Von

rtr

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