Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.10.2014

17:44 Uhr

Hintertür für Steuerflüchtlinge

UBS gibt heikle Dienstanweisung zu Schwarzgeld

ExklusivDie UBS behauptet, seit 2009 keine unversteuerten Gelder mehr anzunehmen. Eine E-Mail an ihre Berater in Deutschland beweist jetzt, dass die Schweizer Großbank bei Neukunden zeitweise ihre Erlaubnis gab.

Die Schweizer Großbank UBS hat zeitweise unversteuerte Neugelder erlaubt: „Diese Einschränkung wird für Germany International für in Deutschland domizilierte Kunden aufgehoben“. Reuters

Die Schweizer Großbank UBS hat zeitweise unversteuerte Neugelder erlaubt: „Diese Einschränkung wird für Germany International für in Deutschland domizilierte Kunden aufgehoben“.

MeilenDie Schweizer Großbank UBS hat im Oktober 2011 ihren deutschen Beratern unter bestimmten Bedingungen zeitweise erlaubt, unversteuerte Gelder von Neukunden zu akquirieren. Das zeigt eine interne E-Mail, über die das Handelsblatt (Dienstagausgabe) berichtet. Die Mail wurde am 20. Oktober 2011 an die Teamleiter der deutschen Kundenberater versandt – also einen Monat nach Abschluss des mittlerweile gescheiterten Deutsch-Schweizer Steuerabkommens, mit Hilfe dessen unversteuerte Gelder per Abgeltungssteuer hätten in die Legalität überführt werden können.

In dem Schreiben an die deutschsprachigen Berater in der Schweiz heißt es unter dem Punkt „Eröffnung von neuen Kundenbeziehungen“ wörtlich: „Grundsätzlich bleibt die Weisung bestehen, wonach keine neuen Kundenbeziehungen eröffnet werden dürfen, wenn bekannt ist, dass das entsprechende Vermögen nicht versteuert ist.“ Und dann: „Diese Einschränkung wird für Germany International für in Deutschland domizilierte Kunden aufgehoben, wenn folgende Bedingungen erfüllt (...) sind.“ Zu den Bedingungen zählen, dass die Gelder von anderen Schweizer Banken stammen. Und: „Kunde gibt zu erkennen, dass die Vermögenswerte regularisiert werden.“

Größte Vermögensverwalter der Welt

Platz 10

Deutsche Bank (Deutschland)

380 Milliarden Dollar (Vorjahr: 387 Mrd. $)

Quelle der Angaben: PAM Insight Wealth Ranking. Stand jeweils Ende 2013 im Vergleich zu 2012.

Platz 9

HSBC (Großbritannien)

382 Milliarden Dollar (Vorjahr: 398 Mrd. $)

Platz 8

BNP Paribas (Frankreich)

383 Milliarden Dollar (Vorjahr 349 Mrd. $)

Platz 7

Raymond James Financial (USA)

454 Milliarden Dollar (398 Mrd. $)

Platz 6

Royal Bank of Canada (Kanada)

660 Milliarden Dollar (647 Mrd. $)

Platz 5

Credit Suisse (Schweiz)

887 Milliarden Dollar (Vorjahr: 862 Mrd. $)

Platz 4

Wells Fargo (USA)

1618 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1200 Mrd. $)

Platz 3

Morgan Stanley (USA)

1909 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 2

Bank of America (USA)

2002 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 1

UBS (Schweiz)

2055 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1747 Mrd. $)

Steht die Mail im Widerspruch zu den offiziellen Verlautbarungen, denen zufolge UBS seit 2009 keine unversteuerten Gelder mehr annimmt? UBS erklärte auf die Handelsblatt-Anfrage zur Mail: „UBS hat alle möglichen Schritte unternommen, um rechtliche Altfälle aus der Vergangenheit in Deutschland zu bereinigen. Zuletzt wurde im Juli das Verfahren der Staatsanwaltschaft Bochum bezüglich grenzüberschreitenden Steuerangelegenheiten mit einer Einigung beigelegt. Zudem haben heute alle verbleibenden deutschen Kunden den Nachweis über die steuerliche Offenlegung erbracht.“

Laut Bank-Kreisen sei in der fraglichen Übergangsperiode nur ein Bank-Kunde aufgrund der in der Mail zitierten Anweisung gewonnen worden.

Den vollständigen Bericht finden Sie als Digitalpass-Kunde hier zum Download.

Von

ali

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×