Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.01.2012

16:57 Uhr

„Hochspekulativ“

Mirow warnt vor Euro-Austritt Griechenlands

VonSven Afhüppe

ExklusivEin Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone sei riskant, warnt Thomas Mirow von der Osteuropabank EBRD. Allein schon die Debatte sei gefährlich. Es drohe ein Kundenansturm auf die Banken mit unkalkulierbaren Folgen.

Thomas Mirow, Präsident der Europabank EBRD. Reuters

Thomas Mirow, Präsident der Europabank EBRD.

Der Chef der Osteuropabank EBRD, Thomas Mirow, hat vor einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone gewarnt. "Ich halte die Debatte über einen Euro-Austritt und eine Rückkehr Griechenlands zur Drachme für hochspekulativ und gefährlich. Niemand weiß, welche Reaktionen ein solcher Schritt auslösen würde", sagte Mirow im Interview mit dem Handelsblatt.

Die damit verbundene Risikodynamik wären erheblich, argumentiert der frühere Finanzstaatssekretär der Bundesregierung. "Investoren außerhalb Europas würden den Austritt Griechenlands aus der Währungsgemeinschaft als Grund sehen, generell die Architektur des Währungsraums infrage zu stellen", sagte Mirow weiter. Eine solche Debatte wäre verheerend für die Zukunft der Euro-Zone. "Ganz zu schweigen von den Gefahren eines möglichen Bank Run."

So bewertet S&P die Euro-Länder

Belgien

Aktuelles Rating: AA

Ausblick: negativ

Deutschland

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: stabil

Estland

Aktuelles Rating: AA-

Ausblick: negativ

Finnland

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: negativ

Frankreich

Aktuelles Rating: AA+

Ausblick: negativ

Irland

Aktuelles Rating: BBB+

Ausblick: negativ

Italien

Aktuelles Rating: BBB+

Ausblick: negativ

Luxemburg

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: negativ

Malta

Aktuelles Rating: A-

Ausblick: negativ

Niederlande

Aktuelles Rating: AAA

Ausblick: negativ

Österreich

Aktuelles Rating: AA+

Ausblick: negativ

Portugal

Aktuelles Rating: BB

Ausblick: negativ

Slowakei

Aktuelles Rating: A

Ausblick: stabil

Slowenien

Aktuelles Rating: A+

Ausblick: negativ

Spanien

Aktuelles Rating: A

Ausblick: negativ

Zypern

Aktuelles Rating: BB+

Ausblick: negativ

Der EBRD-Chef geht davon aus, dass Griechenland über Jahre Hilfe benötigt. "Es geht dort nicht nur um ein paar Reformen. Es müssen grundlegende Strukturen überhaupt erst aufgebaut werden. Es fehlt an einem funktionsfähigen Staatswesen. Das lässt sich nicht in ein paar Monaten aufbauen, das dauert Jahre", sagte Mirow. Leider sei bisher die politische Unterstützung der griechischen Parteien für Regierungschef Papademos nicht so umfassend wie die der italienischen Parteien für Monti.

"Daran muss sich dringend etwas ändern, weil die Euro-Staaten zu Recht die Umsetzung von Reformen zur Voraussetzung für weitere Hilfsleistungen machen. Ohne Subsidiarität kann es keine Solidarität geben", betonte Mirow.

Kommentare (48)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Thomas-Melber-Stuttgart

22.01.2012, 17:05 Uhr

Hmmm ... als Investor wäre ich jetzt schon ziemlich verunsichert und abgeschreckt. Was soll denn da noch negatives kommen können?

Account gelöscht!

22.01.2012, 17:07 Uhr

Endlich mal jemand mit Sachverstand. Nicht solch theoretischen Dummschwätzern wie Sinn oder Henkel !

Account gelöscht!

22.01.2012, 17:14 Uhr

Deutlicher als dieser Bericht geht es kaum, in die Denke eines Bankers zu blicken, der nur seinen Profit und den seiner vernetzten Klienten im Blickfeld hat. Der EU Normalbürger, der diese Profite schultern soll, ist ihm völlig egal.
Gut, dass man so unverklausoliert einmal die wirklichen Europa Feinde zu Wort kommen lässt: "Investoren außerhalb Europas würden den Austritt Griechenlands aus der Währungsgemeinschaft als Grund sehen, generell die Architektur des Währungsraums infrage zu stellen", so ist es und >Transparenz ist natürlich für Banker ein rotes Tuch.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×