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08.03.2017

14:51 Uhr

Höchster Gewinn nach Finanzkrise

Österreich macht die Pfandbriefbank froh

Die Deutsche Pfandbriefbank fährt höchsten Gewinn nach der Finanzkrise ein. Grund ist die Einigung im Streit um die Krisenbank Heta. Operativ ging das Ergebnis zurück – Anteilseigner können sich dennoch freuen.

Die Deutsche Pfandbriefbank profitierte als Gläubiger 2016 von der Schuldenrückzahlung der Heta. Die Dividende steigt deutlich. dpa

Deutsche Pfandbriefbank

Die Deutsche Pfandbriefbank profitierte als Gläubiger 2016 von der Schuldenrückzahlung der Heta. Die Dividende steigt deutlich.

MünchenDie HRE-Nachfolgerin Deutsche Pfandbriefbank (pbb) hat mit Schützenhilfe aus Österreich den höchsten Gewinn seit ihrem Neustart 2009 eingefahren. Im vergangenen Jahr stieg das Ergebnis vor Steuern um 54 Prozent auf 301 Millionen Euro. Hauptgrund: Die Einigung mit der österreichischen Skandalbank Hypo Alpe Adria. Wie viele andere deutsche Institute konnte auch die pbb einen Teil ihrer Abschreibungen auf Heta-Verbindlichkeiten wieder auflösen, weil sie mehr Geld zurückbekommt als ursprünglich erwartet. Vorstandschef Andreas Arndt sprach am Mittwoch in München von einem sehr guten Jahr.

Dabei tun sich gewerbliche Immobilienfinanzierer im Tagesgeschäft momentan alles andere als leicht. Der Wettbewerb ist stark, und weil so viel Geld im Markt ist, tilgen viele Kunden ihre Kredite vorzeitig. Das hatte sich unlängst bereits bei der Aareal Bank gezeigt.

Die Anleger ließen sich die Laune aber nicht verderben. Die pbb-Aktie war mit einem Plus von zeitweise mehr als sechs Prozent größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax. Als Dividende sollen 1,05 (Vorjahr: 0,43) Euro je Aktie fließen, eine Extra-Ausschüttung wegen Heta inbegriffen. Größter Investor ist mit 20 Prozent nach wie vor der Bund, der die Hypo Real Estate (HRE) in der Finanzkrise gerettet und den gesunden Teil der Geschäfte im Sommer 2015 wieder an die Börse gebracht hatte. Allein dem Bund fließen nun rund 28 Millionen Euro zu.

Deutsche Pfandbriefbank: Neue Verluste durch alte Kreditverbriefung?

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Die Folgen der Finanzkrise wollen einfach nicht enden. Das bekommt auch die Nachfolgerin der Hypo Real Estate zu spüren. Es geht um Verluste aus verbrieften Immobilienkrediten aus dem Jahr 2007. Die pbb-Aktie bricht ein.

Ohne den Heta-Effekt ging das Ergebnis wie erwartet zurück auf 169 (195) Millionen Euro. Das Neugeschäft mit Finanzierungen für Immobilien und die öffentliche Hand schrumpfte trotz eines Schlussspurts auf 10,5 Milliarden Euro. Verglichen mit dem Rekordwert von zwölf Milliarden ein Jahr zuvor ist das immer noch das zweithöchste Neugeschäftsvolumen seit der Finanzkrise. "Es ist uns außerdem gelungen, die Bruttomargen trotz anhaltendem Wettbewerbsdruck leicht zu steigern", sagte Arndt. Er wolle kein Neugeschäft um jeden Preis.

Trotzdem hofft die pbb, dass sie in diesem Jahr neue Darlehen im Volumen von bis zu 12,5 Milliarden Euro ausreichen kann. Vor allem auf dem lukrativen US-Markt will das Institut wieder angreifen.

Ungemach droht von anderer Seite: Aus einer Hypothekenverbriefung könnte der Bank ein Verlust von bis zu 113 Millionen Pfund ins Haus stehen. Hintergrund ist ein Kreditausfall in Großbritannien. Arndt sagte, er gehe nach wie vor davon aus, dass die Bank den Verlust auf die Käufer der Verbriefung abwälzen könne. Die Pfandbriefbank bilde deshalb auch keine Rückstellungen. Ein Gutachter soll eine Einigung herbeiführen. Das sei aber kaum in wenigen Monaten zu erwarten.

Von

rtr

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