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22.11.2012

20:45 Uhr

Höhere Kapitalanforderung

LBBW wird für Basel III fitgemacht

Die Stadt Stuttgart hat mit ihrer Zustimmung den Weg für die Umwandlung stiller Einlagen in Stammkapital freigemacht. Damit dürfte die Landesbank Baden-Württemberg die schärferen Kapitalvorschriften erfüllen.

Die Landesbank Baden-Wuerttemberg (LBBW) dürfte nun die Basel-III-Anforderungen erfüllen. dapd

Die Landesbank Baden-Wuerttemberg (LBBW) dürfte nun die Basel-III-Anforderungen erfüllen.

StuttgartDie Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hat die letzte Hürde zur Stärkung ihrer Kapitalbasis genommen und kann damit 2013 die schärferen Vorschriften der Aufseher erfüllen. Nach dem Land und dem Sparkassenverband stimmte am Donnerstag auch die Stadt Stuttgart der Umwandlung ihrer stillen Einlage in Stammkapital zu.

Trotz der Bedenken einiger Stadträte über die dauerhafte finanzielle Bindung Stuttgarts an die Bank votierte eine große Mehrheit im Gemeinderat für den Schritt. Bei einem Nein hätten negative Reaktionen am Finanzmarkt gedroht, warnte der scheidende Oberbürgermeister Wolfgang Schuster.

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Im Gesamtjahr will die Landesbank beim Ergebnis jedoch zulegen.

Die Landesbank begrüßte die Entscheidung: "Damit ist sichergestellt, dass die LBBW auch die künftig deutlich strengeren regulatorischen Kapitalanforderungen an Banken erfüllt", erklärte Vorstandschef Hans-Jörg Vetter. Das Geldhaus will mit der Umwandlung ihren Risikopuffer verstärken, denn die Bankenaufsicht erkennt ihre Stillen Einlagen künftig nicht mehr als hartes Kernkapital an. Dieses muss unbeschränkt zur Absicherung von Verlusten zur Verfügung stehen, was bei Stillen Einlagen nicht der Fall ist. Die vor allem bei den Landesbanken verbreiteten Kapitalinstrumente werden unabhängig vom Gewinn verzinst und haben eine begrenzte Laufzeit.

Die größte deutsche Landesbank will zunächst 2,2 Milliarden Euro in Stammkapital umwandeln, um die geforderte harte Kernkapitalquote von neun Prozent zu erreichen. Die Quote besagt, welchen Anteil ihrer Bilanzrisiken eine Bank mit Eigenkapital abdecken muss. Europas Großbanken müssen wegen der Schuldenkrise die Anforderungen der Eigenkapitalvorschriften "Basel III" vorzeitig erfüllen. Sollte die LBBW 2013 unter neun Prozent rutschen, müsste sie eine weitere Milliarde Euro an Stillen Einlagen umwandeln.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Die Bank gehört zu jeweils gut 40 Prozent dem Land und dem Sparkassenverband Baden-Württemberg, 19 Prozent hält die Stadt. Auf Stuttgart entfallen damit 611 Millionen der insgesamt 3,23 Milliarden Euro Stillen Einlagen, die gewandelt werden sollen. Der Kommune entgehen dadurch bis zu 70 Millionen Euro noch ausstehender Zinszahlungen, sie hat künftig aber Anspruch auf Gewinnausschüttungen.

Auf Druck der Stadt einigten sich die Träger darauf, wichtige Beschlüsse künftig mit einer Mehrheit von 90 Prozent statt wie bisher mit 75 Prozent der Stimmen zu fassen, so dass die Stadt nicht überstimmt werden kann. Während der Sitzung protestierten Bürger auf der Zuschauerempore gegen den Beschluss und äußerten Unmut, dass die Stadt zuviel Geld in der Bank stecken hat.

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Die LBBW muss nach EU-Vorgaben künftig besser gegen Krisen gesichert sein.

Die LBBW musste in der Finanzkrise 2009 von ihren Eignern mit einer Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro und Garantien über 12,7 Milliarden vor der Pleite bewahrt werden. Auf Druck der EU-Kommission musste sie sich deshalb umstrukturieren und riskante Kapitalmarktgeschäfte aufgeben. Ab 2013 sollen die fünf Milliarden Euro an die Eigner schrittweise zurückgezahlt werden. Doch ist offen, ob das möglich ist, falls die Bankenaufsicht die Eigenkapitalvorschriften noch weiter verschärft.

Von

rtr

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