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07.09.2011

11:46 Uhr

Höhere Kapitalanforderungen

Regulierungspläne schrecken die Banken auf

VonMarietta Kurm-Engels, Michael Maisch , Klaus Engelen

Fast 30 Banken gelten weltweit als systemrelevant - und damit als potenziell gefährlich für ihre Staaten. Die Regierungen fordern deshalb neue Auflagen. Doch die betroffenen Banken warnen vor den Folgen.

Die Großbanken im Verband IIF fühlen sich zu stark von der Politik beobachtet. Genau das war auch das Ziel, um Risiken nach der Finanzkrise besser steuern zu können. Die Institute warnen nun, die Maßnahmen gingen zu weit. dpa

Die Großbanken im Verband IIF fühlen sich zu stark von der Politik beobachtet. Genau das war auch das Ziel, um Risiken nach der Finanzkrise besser steuern zu können. Die Institute warnen nun, die Maßnahmen gingen zu weit.

Frankfurt, LondonWeltweit werden wohl knapp 30 Großbanken als systemrelevant eingestuft und müssen sich damit auf eine verschärfte Regulierung einstellen. Dies gab Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen am Mittwoch in Berlin bekannt. „Wir gehen davon aus, dass wir anfangs eine Liste mit 28 global systemrelevanten Banken haben“, sagte er. Es könnten auch mehr oder weniger Institute werden, schränkte Asmussen ein.

Diese global vernetzten Institute, die sogenannten Sifis, gelten als potenzielle Gefahr bei einer neuen Finanzkrise, da sie wegen ihrer Größe und Systemrelevanz nicht scheitern dürfen. Sie würden die Staaten daher zu neuen milliardenschweren Rettungsaktionen zwingen, was viele Regierungen finanziell überfordern könnte. Die Folge: Im Zuge der Regulierungsreform müssen sich diese Banken auf höhere Kapitalanforderungen einstellen.

Das schreckt die Branche auf. Der internationale Großbankenverband IIF hat bereits die hohen wirtschaftlichen Kosten einer aus seiner Sicht übertriebenen Regulierung des Bankensektors kritisiert. In einer Zeit, wo das Weltwirtschaftswachstum ohnehin schon enttäuschend niedrig sei, werde die Dämpfung des Wachstums noch durch die kumulativen Auswirkungen der geplanten Regulierungsreformen verschärft, schreibt der IIF in einer gestern veröffentlichten Studie. Davon betroffen seien vor allem die USA, Japan und Westeuropa.

Unter Berücksichtigung der Prognosen des IIF müssten die Regierungen und Aufsichtsbehörden die makroökonomischen Auswirkungen der geplanten und bereits ergriffenen Regulierungsmaßnahmen unbedingt beachten, forderte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bei der Vorstellung der Untersuchung. Ackermann ist seit Juni 2003 Präsident des IIF. Im kommenden Frühjahr will er von der Position zurücktreten.

Als Lehre aus der Finanzmarktkrise wird die Regulierung derzeit an unterschiedlichen Stellen verschärft, damit vor allem das Bankensystem weniger anfällig wird. So steigen die Anforderungen für das Eigenkapital und die Liquidität der Banken. Transaktionen sollen weitgehend auf Börsen verlagert werden. In einigen Ländern wurden Bankenabgaben eingeführt.

Kommentare (5)

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Frank_Thompson

07.09.2011, 15:09 Uhr

Hallo, waere es moeglich eine Liste der SIFIs zu ergaenzen?

nulla_die_sine_regula

07.09.2011, 15:35 Uhr

Daß das ohne Gemeckere geht hatte auch keiner erwartet.

Linkstrend-stoppen

07.09.2011, 18:27 Uhr

Auch durch diesen neuerlichen Regulierungsquatsch werden sich Finanzkrisen nicht verhindern lassen. Dann reißen die Dämme eben an anderer Stelle.

Wichtig wäre die Behebung der Ursachen:
1. Geldmengenflut bei Billigzins stoppen
2. Staatsverschuldung stoppen
3. Aufhören jedes Rezessiönchen mit Liquidität wegzufluten
4. Euro in mindestens zwei Bereich spalten, damit eine angepasste GELDPOLITIK erstmals wieder möglich wird.
5. Notenbanken müssen wieder unabhängig handeln und mit Gelddrucken, sprich Ankauf von Klopapier stoppen.

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