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01.03.2004

08:39 Uhr

Höhere Provisionen locken die Institute – Deutschland hinkt bei der Emission hinterher

Banken setzen auf Wachstum bei Inflationsschutzanleihen

VonR. Landgraf (M. Maisch; Handelsblatt)

Die Investmentbanken haben ein neues Wachstumsgeschäft entdeckt: Anleihen mit Inflationsschutz.

FRANKFURT/M. Von der Emission festverzinslicher Wertpapiere, deren Verzinsung und Wertentwicklung an einen Preisindex gekoppelt ist und so die Kaufkraft über die Laufzeit bewahrt, erwarten sich die Geldhäuser gute Geschäfte. 2003 wurden in Europa Inflationsschutzbonds im Wert von rund 24 Mrd. € platziert. „2004 werden es 30 bis 40 Milliarden sein“, prognostiziert Carsten Kengeter, Partner bei Goldman Sachs. Auch die Analysten der britischen Bank Barclays rechnen mit einem deutlich höheren Emissionsvolumen. Nicht nur die attraktiven Wachstumsraten machen die inflationsindexierten Anleihen für die Banken interessant. Mit der Platzierung lassen sich höhere Honorare als mit „normalen“ Staatspapieren verdienen. Im Schnitt fallen die Gebühren für die Inflationsschutzbonds um 50 bis 70 % höher aus.

Goldman Sachs gehört neben der französischen BNP Paribas zu den führenden Spielern im Markt für Inflationsschutzbonds. Beide Banken waren bei den jüngsten Großemissionen von Frankreich, Griechenland und Italien beteiligt, die zusammen auf ein Volumen von knapp 11 Mrd. € kamen. Aber auch die Deutsche Bank treibt das Geschäft voran. So waren die Frankfurter an der 4 Mrd. € schweren französischen Emission beteiligt.

Einer Studie der Investmentbank Lazard zufolge findet sich der weltweit größte Markt für Inflationsbonds mit einer Kapitalisierung von 150 Mrd. € in den USA. In der Euro-Zone hat Frankreich mit 28 Mrd. € die Pionierfunktion übernommen. Zuletzt waren Italien und Griechenland als Emittenten dazu gekommen.

Noch ist der Markt in der Euro-Zone allerdings klein. Die Investmentbanker rechnen jedoch mit einem schnellen Wachstum. Allein von Frankreich erwartet sich Kengeter in diesem Jahr eine Emissionsvolumen von 10 bis 20 Mrd. €. Auch neue Emittenten sollen dazukommen. Kengeter geht davon aus, dass nicht nur die Staaten selbst sondern auch staatsnahe Institutionen künftig Inflationsschutzanleihen begeben werden. Auf der Nachfrageseite sieht der Banker ebenfalls ermutigende Signale. Bei den jüngsten Platzierungen sei die Investorenbasis deutlich internationaler geworden. So sei der jüngste Bond Frankreichs zu über 60 % im Ausland platziert worden. Gleichzeitig habe sich die Qualität der Investoren verbessert. „Der Anteil von Pensions- und Versicherungsfonds ist im Vergleich zu spekulativen Anlegern wie Hedge- Fonds gestiegen“, erläutert Kengeter.

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