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23.05.2013

21:36 Uhr

Höhere Rückstellungen

Spaniens Banken brauchen weitere Hilfe

Um den strengeren Vorgaben für Kredite gerecht zu werden, brauchen die Banken in Spanien noch mehr Geld. Vor allem kleine Institute trifft die neue Regelung hart.

Die verstaatlichte Bankia gilt als Symbol für den Niedergang des spanischen Bankensektors. Reuters

Die verstaatlichte Bankia gilt als Symbol für den Niedergang des spanischen Bankensektors.

MadridSpaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte bereits gewarnt: der angeschlagene Bankensektor des Landes könnte weitere Hilfen benötigen. Doch obwohl der Regierungschef von einem „sehr kleinen Betrag“ gesprochen hatte, scheint der Bedarf nun doch höher auszufallen. Die Financial Times meldet mit Bezug auf Informanten aus der spanischen Zentralbank, dass die spanischen Kreditinstitute zusätzliche Hilfen in Höhe von zehn Milliarden Euro benötigen könnten.

Zuletzt hatten Spaniens Banken Kredite im Wert von mehr als 200 Milliarden Euro zurückstellen müssen, weil die Gläubiger nicht in der Lage waren, sie zurückzuzahlen. Die Hilfen sollen den Banken helfen, die Verluste aus diesen Rückstellungsanforderungen bewältigen.

Kapitalquoten großer Banken (1. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Svenska Handelsbanken

17,5 Prozent

Standard Chartered

10,7 Prozent

UBS

10,1 Prozent

HSBC

9,8 Prozent

Deutsche Bank

Nach der Kapitalerhöhung im April 2013: 9,5 Prozent

Santander

9,2 Prozent (Ziel für Ende 2013)

JP Morgan

8,9 Prozent

Credit Suisse

8,6 Prozent („Look-through“ Kapitalquote)

Commerzbank

Ende des 1. Quartals 2013: 7,5 Prozent

Nach der Kapitalerhöhung: 8,6 Prozent

Lloyds

8,1 Prozent

Royal Bank of Scotland

7,7 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Um die Sicherheit der Kredite in Zukunft zu erhöhen, drängt die spanische Zentralbank darauf, die Kredite bis Ende September nach strengen Kriterien zu refinanzieren und dafür zusätzliche Rückstellungen zu bilden. Eine Mammutaufgabe in einem Markt, der seit zwei Jahren mit der Rezession zu kämpfen hat. Die Immobilienblase und die steigende Arbeitslosigkeit belasten die Bankenbilanzen.

Die harte Linie der Zentralbank dürfte einige Banken zum von Vermögenswerten oder Kapitalerhöhungen zwingen. Doch einige könnten auch unter den Schutzschirm des spanischen Bankenrettungsfonds flüchten. Insbesondere kleine Banken, die in erster Linie im spanischen Markt aktiv sind, könnten von den neuen Vorgaben stärker getroffen werden, als die international aufgestellten Großbanken Banco Santander und BBVA.



Kommentare (5)

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Pequod

23.05.2013, 21:51 Uhr

Nicht nur die Banken befinden sich im Insolvenz-
stadium, sondern Spanien insgesamt steht vor dem
Konkurs. Siehe WiWo vom 17. Mai 2013!

Account gelöscht!

23.05.2013, 22:35 Uhr

Deutsche Steuerzahler sollen vor dem Sommer Euro-Banken retten: Noch vor der Bundestagswahl will die EU die Rettung der Banken mit dem Geld der Steuerzahler durchsetzen. Ziel ist es, die angeschlagenen Banken mit direkten Finanzhilfen vom ESM zu retten. Der Gouverneursrat des ESM verteilt dann die Steuer-Gelder, ohne, dass er für Fehler zur Rechenschaft gezogen werden kann.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/05/23/deutsche-steuerzahler-sollen-vor-dem-sommer-euro-banken-retten/

Account gelöscht!

23.05.2013, 23:44 Uhr

Während halb Spanien verarmt .... brauchen Spaniens Banker "Milliarden"-Hilfen. Das ist doch ein Witz.

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