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10.08.2011

09:32 Uhr

Hohe Abschreibungen

Schuldenkrise lastet schwer auf Commerzbank

Operativ läuft das Geschäft der zweitgrößten Bank Deutschlands gut, dennoch bricht der Gewinn ein: Das Rettungspaket für Griechenland belastet das Institut, das auch noch seinen Finanzchef verliert.

Eine Filiale und die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt. Quelle: dapd

Eine Filiale und die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt.

FrankfurtDie Commerzbank muss wegen hoher Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen einen Gewinneinbruch hinnehmen. Wie das Finanzinstitut am Mittwoch in Frankfurt mitteilte, sank der Nettogewinn im zweiten Quartal von 352 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nur noch 24 Millionen Euro. Verantwortlich dafür waren Wertberichtigungen in Höhe von 760 Millionen Euro auf Anleihen Athens.

Analysten hatten im Durchschnitt nur mit Abschreibungen in Höhe von 600 Millionen Euro gerechnet. Entsprechend verfehlte die Bank auch mit ihrem Gewinn die Erwartungen der Experten deutlich. Der Kurs der Aktie legte im vorbörslichen Handel dennoch um mehr als drei Prozent zu. Händler begründeten das damit, dass die Bank reinen Tisch mache bei ihrem Engagement in dem von Schulden geplagten Land.

Die Commerzbank hatte angekündigt, sich an der Griechenland-Rettung zu beteiligen. Jüngsten Angaben zufolge hatte sie knapp drei Milliarden Euro in griechischen Staatsanleihen angelegt. Die europäische Finanzbranche will nach eigenen Angaben bis zu 135 Milliarden Euro zur Griechenland-Rettung beitragen, indem sie Staatsanleihen mit einer Fälligkeit bis Ende 2020 in neue Papiere mit längeren Laufzeiten tauscht und dafür Abschläge in Kauf nimmt. Diese Abwertungen beziffert der europäische Bankenverband auf 21 Prozent. Die Commerzbank schrieb jetzt aber deutlich mehr ab, da sie nach eigenen Angaben auch Anleihen einbezog, die erst nach 2020 auslaufen.

Die Bank schränkte wegen der Abschreibungen ihr Ziel ein, den Gewinn in diesem Jahr deutlich zu steigern. Nun gilt die Vorgabe nur noch für die sogenannte Kernbank, also ohne die interne „Bad Bank“ und die Eurohypo, bei der die griechischen Anleihen liegen. Dabei kommt Vorstandschef Martin Blessing die Konjunktur entgegen: Die Risikovorsorge werde im laufenden Jahr nur bei 1,8 statt wie bisher erwartet bei 2,3 Milliarden Euro liegen.

Die Eurohypo ist im ersten Halbjahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Vorsteuerverlust lag bei 871 Millionen Euro, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus bei 215 Millionen gelegen. Zwar sieht die Eurohypo in der gewerblichen Immobilienfinanzierung wieder Land, wo sie erstmals seit 2008 wieder schwarze Zahlen schrieb. Doch die Abschreibungen auf griechische Anleihen verhagelten die Geschäfte in der Staatsfinanzierung, wo ein Verlust von fast einer Milliarde Euro angehäuft wurde. Insgesamt werde das Jahresergebnis daher negativ ausfallen, bekräftigte die Eurohypo.

Die Eurohypo, von der sich die Commerzbank bis Ende 2014 trennen muss, gehört bei der Commerzbank zur Konzernsparte Asset Based Finance (ABF). Der Bereich, der nicht mehr zur Kernbank gezählt wird, weitete seinen operativen Verlust im zweiten Quartal auf 922 Millionen Euro aus nach einem Minus von 249 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Kommentare (5)

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jalan

10.08.2011, 10:23 Uhr

HB ist seiner Zeit wieder mal vorraus - heute schon die Nachrichten von morgen lesen! Ich bin begeistert!

11.08.2011, 07:10 Uhr, aktualisiert 09:32 Uhr

Thomas-Melber-Stuttgart

10.08.2011, 10:23 Uhr

Und die Commerzbank lastet schwer auf dem Steuerzahler.

Struppi

10.08.2011, 10:36 Uhr

wenn der Finanzvorstand Herr ERIC STUTZ die Bank verlassen wird dann doch sicher mit mehreren Milionen Wegegeld.Für seine Verdienste bei der Commerzbank sollte das Masterklo
in der Vorstandsetage seinen Namen tragen .

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