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05.07.2016

13:35 Uhr

Hohe Gewinne, kaum Dividenden

Sparkassen geizen bei Ausschüttungen

VonElisabeth Atzler

Die Sparkassen könnten mehr Geld an ihre Trägerkommunen ausschütten. Das Finanzpolster wäre bei den allermeisten Institute groß genug, stellt die Bundesbank in einer Studie fest. Doch vor allem die Schwaben knausern.

Die meisten Sparkassen könnten sich eine Ausschüttung an ihre Träger leisten – doch nur ein Bruchteil tut es auch. dpa

Fliegendes Sparschwein

Die meisten Sparkassen könnten sich eine Ausschüttung an ihre Träger leisten – doch nur ein Bruchteil tut es auch.

FrankfurtOb eine Sparkasse Geld an ihre Trägerkommune weiterreicht, ist spätestens seit dem Streit um die Ausschüttung der Stadtsparkasse Düsseldorf eine viel diskutierte Frage. In Düsseldorf zofften sich Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) und Sparkassenchef Arndt Hallmann über Monate hinweg: Geisel wollte nicht akzeptieren, dass die Stadt von einem hohen Gewinn der Sparkasse nur wenig abbekommt. Hallmann wollte mit den Mitteln die Reserven des Geldhauses stärken.

In Düsseldorf habe sich die Kontrahenten – auch die Gegenspieler im Verwaltungsrat – kürzlich geeinigt. Die Sparkasse schüttet 25 Millionen Euro für zwei Jahre aus. Hoffnung auf so viel Geld können sich die allermeisten deutschen Kommunen, die als Träger quasi Eigentümer der Sparkassen sind, nicht machen. Denn die meisten der öffentlich-rechtlichen Institute schüttet gar nichts aus.

Ausschüttende und ausschüttungsfähige Sparkassen

Gesamt

Insgesamt: 418 Sparkassen
Ausschüttungsfähig: 398
davon schütten tatsächlich aus: 140 Sparkassen

(Quelle: Deutsche Bundesbank – k.A. für Berlin, Bremen, Hamburg)

Baden-Württemberg

Insgesamt: 53
Ausschüttungsfähige Sparkassen: 37
Ausschüttende Sparkassen: 1

Bayern

Insgesamt: 72
Ausschüttungsfähige Sparkassen: 71
Ausschüttende Sparkassen: 16

Brandenburg

Insgesamt: 11
Ausschüttungsfähige Sparkassen: 11
Ausschüttende Sparkassen: 3

Hessen

Insgesamt: 34
Ausschüttungsfähige Sparkassen: 34*
Ausschüttende Sparkassen: 14

Mecklenburg-Vorpommern

Insgesamt: 10
Ausschüttungsfähige Sparkassen: 9
Ausschüttende Sparkassen: 3

Niedersachsen

Insgesamt: 44
Ausschüttungsfähige Sparkassen: 44*
Ausschüttende Sparkassen: 13

Nordrhein-Westfalen

Insgesamt: 106
Ausschüttungsfähige Sparkassen: 106*
Ausschüttende Sparkassen: 45

Rheinland-Pfalz

Insgesamt: 26
Ausschüttungsfähige Sparkassen: 24
Ausschüttende Sparkassen: 13

Saarland

Insgesamt: 7
Ausschüttungsfähige Sparkassen: 7
Ausschüttende Sparkassen: 6

Sachsen

Insgesamt: 12
Ausschüttungsfähige Sparkassen: 12
Ausschüttende Sparkassen: 12

Sachsen-Anhalt

Insgesamt: 13
Ausschüttungsfähige Sparkassen: 13
Ausschüttende Sparkassen: 3

Schleswig-Holstein

Insgesamt: 14
Ausschüttungsfähige Sparkassen: 14*
Ausschüttende Sparkassen: 3

Thüringen

Insgesamt: 16
Ausschüttungsfähige Sparkassen: 16*
Ausschüttende Sparkassen: 8

*) Keine Ausschüttungsanforderungen 2012. Um die Anonymität der Institute sicherzustellen, wurden keine Angaben zur Ausschüttungsfähigkeit der Sparkassen in den Bundesländern Bremen und Hamburg gemacht. Dort sind nur sehr wenige Institute tätig. Keine Angaben zu Berlin, weil für die Berliner Sparkasse keine Daten auf Einzelinstitutsbasis verfügbar sind.

Laut einer Studie der Bundesbank schütteten im Jahr 2012 nur 140 von 418 Sparkassen aus, also ein Drittel der Geldhäuser. Dabei hätten theoretisch so gut wie alle Sparkassen sich eine Ausschüttung leisten können. Ausschüttungsfähig waren der Untersuchung zufolge jedenfalls 398.

Immerhin ist die Zahl der Sparkassen, die ausschütten, in den Jahren 2003 bis 2012 gestiegen. 2002 reichten etwa 70 Institute Mittel an ihre Trägerkommunen weiter. Zudem schütteten sie gemessen am Nettogewinn etwas mehr aus. Mit den übrigen Mittel haben die Geldhäuser ihr Eigenkapital gestärkt. Schließlich werden auch die Anforderungen an dieser Stelle immer höher. Die Banken sollen so sicherer werden und besser gegen Krisen gewappnet sein.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

05.07.2016, 13:50 Uhr

Auch die Kernkraftwerksbetreiber könnten weiterhin eine große Dividende an die Kommunen, Städte, Gemeinden und die Bundesländer...also an uns ALLE in der Gesellschaft zahlen, wenn die Kernkraft in Deutschland nicht von der Grün-Sozialistischen Merkelpolitik gegeiselt und durch einen Ethikrat der insolventen Erneuerbaren Energie Mangelwirtschaft ersetzt worden wäre.

Auch die Sparkassen wurden durch eine marktfeinldiche EURO Politik = Bruch des Maastricher Vertrags und die Ernennung eines Drucker EURO Draghis in Haftung genommen und werden in Zunkunft um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen müssen. Da bleibt nicht mehr viel übrig an Dividende.

Energiewende/EURO-Drucker-Draghi = erst kommt die Lüge, dann der Betrug/Selbstbetrug danach der Mangel und zum Schluss die Verarmung der Gesellschaft.

Herr Thomas Behrends

05.07.2016, 13:54 Uhr

Es geht nicht darum, dass Sparkassen mit einer möglichst hohen Eigenkapitalquote ausgestattet sind.

Es geht einzig und allein darum, dass sich die Raffzähne der Sparkassen-Vorstände auf Kosten der Allgemeinheit die Taschen vollstopfen.

Eines der Kriterien ist dabei die hohe Eigenkapitalquote.

Wie praktisch, somit sorgen diese Vorständler dafür, dass ihre jährlich zu Unrecht steigenden Gehälter immer weiter anwachsen.

Das Geld gehört aber in letzter Konsequenz den Kommunen und nicht den Vorständen ...

... und viele von den Kommunen, wie in Schleswig-Holstein, sind chronisch pleite.

Also, her mit den in zu hohem Maße in die Rücklagen gestellten Gelder im Sinne der Schuldentilgung und des Abbaus der Staatsverschuldung !!!

Account gelöscht!

05.07.2016, 14:12 Uhr

Wirklich? Wenn die Kernkraftwerksbetreiber erstmal alle Rücklagen für die Kosten von Evakuierungen von bis zu mehreren Millionen Menschen und Entschädigungen für deren Grundstücke, Häuser und Wohnungen gebildet haben, glauben Sie, dass dann noch für "eine große Dividende" ausreichend Spielraum wäre?

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