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02.11.2015

08:08 Uhr

Hohe Steuerbelastung

Stärken und Schwächen des Commerzbank-Quartals

Weniger Rücklagen für faule Kredite, Geld für eine Dividende zurückgelegt, operativ das Ergebnis gesteigert – die Commerzbank macht gute Stimmung. Dabei ist unter dem Strich im dritten Quartal weniger Gewinn geblieben.

Nebel in Frankfurt: Die Geschäftszahlen erfreuen die Analysten. dpa

Commerzbank-Zentrale

Nebel in Frankfurt: Die Geschäftszahlen erfreuen die Analysten.

FrankfurtEin florierendes Privatkundengeschäft und der schnelle Abbau der Altlasten bringen die Commerzbank vor dem Abschied von Vorstandschef Martin Blessing deutlich voran. Das Ergebnis vor Steuern fiel im dritten Quartal mit 401 (2014: 343) Millionen Euro nicht nur deutlich besser aus als ein Jahr zuvor, sondern übertraf auch die Erwartungen von Analysten.

Blessing will für 2015 nun zum ersten Mal seit acht Jahren wieder einen Teil des Gewinns an die Aktionäre ausschütten: „Aus heutiger Sicht plant der Vorstand, eine Dividende von 20 Cent je Aktie vorzuschlagen“, sagte er am Montag. 250 Millionen Euro hat die Bank dafür bereits zurückgelegt. „Der Turnaround der Commerzbank ist erfolgreich auf Kurs“, sagte Blessing, der am Sonntag seinen Rücktritt in spätestens einem Jahr angekündigt hatte.

Rückenwind gibt der Commerzbank auch die stabile Konjunktur in Deutschland. Für faule Kredite musste das Geldhaus im Quartal nur noch 146 Millionen Euro zurückstellen, fast 200 Millionen weniger als ein Jahr zuvor. Im Gesamtjahr soll die Risikovorsorge unter 900 Millionen Euro sinken, wie Finanzvorstand Stephan Engels sagte. Das wären noch einmal 100 Millionen weniger als zuletzt gedacht.

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Acht Jahre wird Martin Blessing die Commerzbank im kommenden Jahr geführt haben. Doch noch länger will er nicht durchhalten – trotz eines neuen Angebots. Konkrete Pläne für die eigene Zukunft habe er noch nicht.

Wegen höherer Steuerbelastungen als im Vorjahr ist im dritten Quartal der Überschuss nach Steuern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum allerdings um acht Prozent auf 207 Millionen Euro gefallen.

Mit den Zahlen für das dritte Quartal kommt die Commerzbank aber ihren Zielen für das Jahr 2016 näher. In den ersten neun Monaten lag die Eigenkapitalrendite vor Steuern mit 11,3 Prozent im Kerngeschäft - also ohne die interne „Bad Bank“ - über der Zielmarke von zehn Prozent. Die Schiffs- und Immobilienkredite in der Abbau-Einheit sind Ende September auf 22 Milliarden Euro geschrumpft, das sind nur noch zwei Milliarden mehr als das Ziel für Ende 2016. Danach könnten die Restbestände in die Mittelstands- oder die Investmentbank eingegliedert werden. Im dritten Quartal brachte der Abbau der Altlasten der Commerzbank sogar einen kleinen Gewinn; nach neun Monaten hat sich der Verlust fast halbiert.

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Größter operativer Gewinntreiber war die Privatkundensparte, die ihr Jahresziel von einer halben Milliarden Euro Gewinn mit 562 Millionen schon nach neun Monaten erreicht hat. Im dritten Quartal wurde das Ergebnis fast verdoppelt, das Kreditvolumen und die Baufinanzierung wachsen kräftig. Die erfolgsverwöhnte Mittelstandsbank musste dagegen wegen der Niedrigzinsen einen Rückschlag einstecken: Ihr operativer Gewinn brach im Quartal um nahezu 40 Prozent ein. Ein Grund dafür war die Abschreibung auf den Pleite gegangenen niederländischen Baudienstleister Imtech, an dem die Commerzbank mit 70 Millionen Euro beteiligt war.

Von

rtr

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