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05.09.2011

20:48 Uhr

Horrorszenario

Staatsbank KfW warnt vor Bankenpleiten

Angesichts der heftigen Kursverluste an den Börsen schlagen deutsche Spitzenbanker Alarm. Deutsche-Bank-Chef Ackermann fühlt sich an das Krisenjahr 2008 erinnert. Noch drastischer fällt die Analyse des KfW-Chefs aus.

KfW-Chef Ulrich Schröder (li.) neben Gerd Häusler, Vorsitzender des Vorstandes, BayernLB und Gabor Steingart, Handelsblatt-Chefredakteur. C. Meyer für EUROFORUM Deutschland GmbH

KfW-Chef Ulrich Schröder (li.) neben Gerd Häusler, Vorsitzender des Vorstandes, BayernLB und Gabor Steingart, Handelsblatt-Chefredakteur.

Frankfurt„Die Lage ist viel dramatischer als 2008“, sagte der Chef der staatlichen Förderbank KfW , Ulrich Schröder, am Montag auf der 16. Handelsblatt-Bankenkonferenz. Damals erreichte die Finanzkrise ihren Höhepunkt, nachdem die US-Investmentbank Lehman Brothers zusammengebrochen war. Viele Staaten wären heute wegen ihrer eigenen Schuldenprobleme nicht mehr in der Lage, Geldhäuser in einer ähnlichen Krise aufzufangen, warnte Schröder. „Die Banken sind nicht aus der Gefahrenzone heraus.“

Auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann stellte angesichts der Verluste an den Börsen fest: „All dies erinnert an den Herbst 2008.“

Der Tag an den Märkten (Stand 11:00 Uhr)

Dax

+ 0,6 Prozent

Euro-Stoxx 50

+ 0,7 Prozent

Dow Jones

+ 0,3 Prozent (20.10.)

Nikkei

+ 1,7 Prozent

CSI 300 (China)

- 0,3 Prozent (30.09.)

Euro

1,3774 Dollar (+ 0,01 Prozent)

Öl (Brent Barrel)

110,47 Dollar (- 0,3 Prozent)

Gold

1.621 Dollar (+ 0,2 Prozent)

Am Montag brach der deutsche Aktienindex Dax erneut um mehr als fünf Prozent ein. Größter Verlierer waren die Papiere der Deutschen Bank mit einem Minus von fast neun Prozent. Auch andere europäische Finanztitel gaben wegen der Furcht vor einer neuen Finanzkrise deutlich nach. Seit Wochen stehen Bankaktien auf der Verkaufsliste der Anleger ganz oben. Die Angst vor einer neuen Bankpleite geht um. „Die Investoren haben noch nicht wieder angebissen“, sagte Schröder.

Schuldenkrisen und härtere Regulierung sorgen für trübe Aussichten: „Es dürfte für die europäische Finanzbranche insgesamt schwer werden, ihre Erträge zu steigern“, warnte Ackermann. Eine Abschreibung der Euro-Staatsanleihen auf den aktuellen Marktwert könnten zahlreiche Banken nicht verkraften, warnte er. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte in einer internen Berechnung ein solches Szenario unterstellt und dabei ein Kapitalloch von 200 Milliarden Euro bei den europäischen Banken identifiziert. Hierfür hat der IWF aus Europa viel Kritik einstecken müssen.

Kommentare (16)

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HelmutjosefWeber

05.09.2011, 19:55 Uhr

Damit die ganze Sache komplett wird, sollte eigentlich auch noch ein Bankenrun stattfinden.

Viele Grüße
H. J. Weber

WTF

05.09.2011, 20:02 Uhr

Ich kann nicht verstehen, warum man dem Josef, der hier so löblich weise zietiert wird, überhaupt noch die Möglichkeit gibt, sich altklug dazu zu äussern??? Der Junge ist mit verantwortlich, hat seine Zocker dazu ermutigt und unverschämt gut dafür bezahlt, zu tun was sie getan haben, hat selber Millionen damit verdient und wird jetzt mit einem tollen Pensionspaket in den Aufsichtsrat gelobt?

Die Deutsche Bank hat national und international unter seiner Verantwortung private und staatliche Kunden mit aggressiven und unverständlichen Produkten viel viel Geld gekostet wofür die Bank gerade laufend mit Erfolg verklagt und verknackt wird und der Aktienkurs der Bank hat sich, Stand heute, in den letzten 3 Jahren halbiert....Tolle Leistung!

Der Mann hat nix ausser Luft produziert, die vielen Anlegern und Staaten jetzt zum Atmen fehlt....

Wenn der Mann Rückrad hätte würde er 50% seiner Einkünfte der letzten 3 Jahre zurückzahlen und sagen, dass er die Kontrolle verloren hat und ab jetzt die Klappe hält! ....Dann wär er immer noch reich, könnte sich einen fröhlichen Nachmittag machen und auf nimmerwiedersehen verschwinden!

Solche Menschen und seine Investmentgurus sollte man verjagen! Die können nix und die schaffen auch nix!

Transaktionssteuer auf jeden Deal im Cent-Bereich für jeden Trade weltweit auch auf elektronischen Sekundenhandel...Toll! Dann gibts den bald nicht mehr und das ist sinnvoll!

Eigenkapitalquoten weltweit von Banken gesetzlich so hoch setzten, dass jedes Transaktionsrisiko aus Derivaten und Wetten selbst getragen werden kann!

Incentives und Boni für wahnwitzige Trader und sogenannte Investmentbanker radikal abschaffen....die schaffen absolut nix und stellen das größte Risiko!

Nacheinander die großen, vermeintlich systemkritschen Banken tatsächlich bankrott gehen zu lassen, da die Steuerzahlersubventionen an Banken und ganze Länder eh wieder nur von Banken zum Weiterzocken genutzt werden und nur weiter Zahlungen nach sich ziehen...

Account gelöscht!

05.09.2011, 20:59 Uhr

KfW warnt vor Bankenpleiten

Das ist richtig. Wenn man sich die Gehälter und Boni der Banken seit 2008 so anschaut, dann ist es kein Wunder das so manche Bank pleite geht.

Aber keine Angst, der Deutsche Michel wird euch schon retten.

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