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31.07.2017

11:23 Uhr

HSBC

Starke Halbjahreszahlen – nächster Aktienrückkauf folgt

Es ist bereits der dritte Aktienrückkauf in diesem Jahr: Die Großbank HSBC will erneut überschüssiges Kapital an ihre Aktionäre zurückgeben. Diesmal bis zu zwei Milliarden Dollar. Hauptgrund sind gute Halbjahreszahlen.

Europas größter Bank geht es besser als den meisten Konkurrenten. AFP

HSBC

Europas größter Bank geht es besser als den meisten Konkurrenten.

Hongkong/LondonDie britisch-asiatische Großbank HSBC startet nach einem unerwartet guten ersten Halbjahr den nächsten milliardenschweren Aktienrückkauf. Bis zu zwei Milliarden Dollar überschüssiges Kapital sollen auf diese Weise an die Aktionäre zurückgegeben werden. „Das liegt daran, dass das Geschäft sehr stark wächst und sehr profitabel ist“, sagte HSBC-Finanzchef Iain Mackay am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Es ist der dritte Aktienrückkauf binnen eines Jahres; bisher hat HSBC schon Papiere für 3,5 Milliarden Dollar zurückgekauft. Das trieb die Aktie am Montag in London um drei Prozent nach oben.

HSBC, Europas größte Bank, geht es besser als den meisten Konkurrenten, weil sie auf ein florierendes Geschäft in Hongkong und China bauen kann. In den ersten sechs Monaten erhöhte sich ihr Gewinn vor Steuern auf 10,2 Milliarden von 9,7 Milliarden Dollar – Analysten hatten mit einem Rückgang auf 9,5 Milliarden gerechnet. Allein Asien steuerte 7,6 Milliarden Dollar dazu bei. Der Zuwachs von sieben Prozent resultierte vor allem aus der Vermögensverwaltung und dem Versicherungsgeschäft in Hongkong.

Welche Banken vor dem Brexit nach Frankfurt flüchten

Frankfurt oder Paris – Hauptsache EU

Nach dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens brauchen in London ansässige Finanzinstitute eine eigene Gesellschaft mit Banklizenz in einem Land der Europäischen Union, um ihre Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedstaaten vertreiben zu dürfen. Paris, Frankfurt, Dublin und andere buhlen um die Brexit-Flüchtlinge. Insbesondere Frankfurt profitiert. Unter anderem haben sich vier der fünf größten US-Investmentbanken nach eigenen Angaben oder Informationen aus Finanzkreisen bereits entschieden, wichtige Teile ihres Geschäfts an den Main zu verlagern. Was bisher über die Planungen der Banken bekannt ist.

Quelle: Reuters

Wie viele Banker ziehen um?

Wie viele Arbeitsplätze verlagert werden, hängt insbesondere von den Vorgaben der Aufsichtsbehörden und der Ausgestaltung des Brexit ab. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin fordert von den Banken, bei einem Umzug auch wesentliche Teile ihres Managements von Großbritannien nach Deutschland zu verlagern. Auch der EU-Finanzaufsicht ESMA sind Briefkastenfirmen ein Dorn im Auge, bei denen Banken nur formal ihren Sitz verlagern, aber der Vorstand, die IT und das Controlling weiter in London oder einem anderen Land außerhalb der EU sitzen.

Der Verband der Auslandsbanken erwartet, dass durch den Brexit in den nächsten zwei Jahren 3000 bis 5000 Arbeitsplätze in Frankfurt entstehen. Der Standortvermarkter Frankfurt Main Finance rechnet damit, dass bis 2021 rund 10.000 Stellen von der Themse an den Main verlagert werden, falls auch die Europäische Bankenaufsicht (EBA) von London nach Frankfurt sowie das Euro-Clearing – also die Abwicklung von auf Euro lautenden Derivategeschäften – verlagert werden.

Deutsche Bank – Frankfurt

Die Deutsche Bank stellt sich in ihren Brexit-Planungen auf den Extremfall ein. „Es ist wichtig, dass wir nicht bis zur letzten Minute warten“, sagte Vorstandschef John Cryan vor wenigen Tagen in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter. Das Geldhaus will Teile des Wertpapiergeschäfts nach Frankfurt verlagern. Am Firmensitz soll ein Buchungszentrum entstehen, in dem große Teile des Europa-Geschäfts mit institutionellen und Firmenkunden verarbeitet und abgewickelt werden. Die Bank werde die Londoner Infrastruktur in Frankfurt kopieren und an dieser Doppelstruktur zumindest während einer Übergangsphase festhalten, um flexibel auf den Brexit reagieren zu können, sagte Cryan.

Er ließ offen, wie viele Jobs von den Veränderungen betroffen sein werden. Vorstandsmitglied Sylvie Matherat hatte bereits im Mai eine Zahl von rund 4000 Mitarbeitern genannt, die nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU aus London abgezogen werden könnten. Dort arbeiten derzeit fast 8600 Menschen für die Deutsche Bank.

Citigroup – Frankfurt

Die US-Großbank will eine bestehende Tochter in Frankfurt mit einer Handelslizenz ausstatten. Bisher betreibt Citi das Handelsgeschäft über ihre britische Tochter. Für das normale Bank-Geschäft in Europa soll die irische Citibank Europe plc (CEP) zuständig bleiben. Wie viele Stellen wegen des Brexits verlagert werden, steht noch nicht fest. Unter Umständen müssten etwa 150 Jobs in der EU geschaffen werden, hieß es in einem Mitarbeiterschreiben.

JP Morgan – Frankfurt

Die größte US-Bank wird sich wohl für Frankfurt als rechtlichen Sitz für sein Europageschäft entscheiden, da die Tochter am Main die erforderlichen Lizenzen schon besitzt. „Aber die Mitarbeiter könnten in Paris, den Niederlanden oder Madrid sitzen. Wir haben uns noch nicht entschieden“, sagte JP-Morgan-Chef Jamie Dimon am 11. Juli.

Goldman Sachs – Frankfurt

Die US-Investmentbank hat Banklizenzen in Deutschland und Frankreich sowie Niederlassungen in weiteren Städten Europas. „In den nächsten 18 Monaten werden wir diese Standorte ausbauen, wir werden in einigen davon zusätzliche Flächen anmieten, und wir werden dort Stellen und Fähigkeiten aufbauen“, sagte Europa-Chef Richard Gnodde Ende März. Die Bank beschäftigt in London rund 6000 Mitarbeiter, in Frankfurt sind es lediglich rund 200. Es sei sehr wahrscheinlich, dass sich die Zahl der Stellen in Frankfurt wenigstens verdoppeln werde, sagte Gnodde Mitte Juni.

Morgan Stanley – Frankfurt

Die US-Investmentbank will einem Insider zufolge ihren Standort in Frankfurt ausbauen. Künftig sollten 400 Banker am Main angesiedelt sein, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Bislang arbeiten dort 200 Menschen für das US-Institut.

Standard Chartered – Frankfurt

Die britische Großbank will den Standort Frankfurt zu ihrer Europa-Basis ausbauen. „Die Wahl ist wie selbstverständlich auf Frankfurt gefallen, da wir dort eine Niederlassung haben und da auch das Euro-Clearing machen“, begründete Chairman Jose Vinals im Mai die Entscheidung. Bislang hat das Geldhaus in Frankfurt rund 100 Mitarbeiter. Wie viele Beschäftigte das Institut am Ende in der Main-Metropole haben wird, hängt vom Ausgang der Brexit-Verhandlungen ab.

Mizuho Financial – Frankfurt

Die japanische Großbank will den Wertpapierhandel in der Europäischen Union künftig vom Main aus steuern. Die Bank hat angekündigt, die dafür nötige Lizenz für eine neue Tochter zu beantragen.

Sumitomo Mitsui Financial Group – Frankfurt

Das japanische Institut will eine eigene Tochter in Frankfurt gründen. Wie viele der rund 1000 Sumitomo-Financial-Mitarbeiter in London an den Main umziehen, ist noch offen.

Nomura - Frankfurt

Auch die japanische Investmentbank hat sich für Frankfurt als künftigen EU-Standort entschieden. Sie hat eine Lizenz für eine neue Tochtergesellschaft am Main beantragt. Nomura zählt 3000 Beschäftigte in Europa, die meisten davon in London. Die Bank wollte sich nicht dazu äußern, wie viele Jobs nach Frankfurt verlagert werden. Die meisten Banker dürften aber auch nach dem Brexit in London bleiben.

Daiwa Securities – Frankfurt

Der japanische Wertpapierhändler will ebenfalls eine neue Tochter am Main gründen und eine entsprechende Lizenz in Deutschland beantragen. Das Unternehmen zählt etwa 450 Beschäftigte in Großbritannien. Unklar ist bislang, wie viele Mitarbeiter nach Frankfurt wechseln, wo Daiwa bereits seine Sparte Investmentbanking angesiedelt hat.

HSBC - Paris

Das Institut will bei einem „harten“ Brexit, bei dem Großbritannien seinen freien Zugang zum europäischen Binnenmarkt verliert, rund 1000 Jobs nach Paris verlagern. Die britische Großbank beschäftigt 43.000 Menschen in ihrer Heimat.

Societe Generale - Paris

Das französische Geldhaus könnte rund 400 Jobs aus dem Investmentbanking und den Firmenkundengeschäft (CIB) aus London verlagern, die meisten davon nach Paris, sagte Vorstandschef Frederic Oudea am 11. Juli. In London zählt Societe Generale bislang 2000 Beschäftigte in diesen Sparten.

BNP Paribas - Paris

Die französische Großbank könnte einem Insider zufolge bis zu 300 Investmentbanker aus London nach Frankreich verlagern. Ende 2016 zählte BNP Paribas gut 3.100 Beschäftigte in der Investmentbank in London.

Credit Agricole - Paris

Das französische Institut könnte nach eigenen Angaben rund 100 seiner 1000 Jobs in London nach Paris verlagern.

Barclays - Dublin

Die britische Großbank will ihren Standort in Dublin ausbauen. Sie spricht mit den Aufsichtsbehörden, um ihre Produkte auch künftig in den verbleibenden 27 EU-Länder anbieten zu können, wie Barclays Mitte Juli mitteilte. In der irischen Hauptstadt hat das Institut bereits eine Tochter mit Banklizenz, die bislang aber nur bestimmte Produkte anbieten darf. Die Barclays Bank Ireland zählt rund 100 Beschäftigte.

Citigroup – Dublin

Die US-Großbank hatte ihre Tochter in Dublin bereits im vergangenen Jahr ausgebaut. Die irische Citibank Europe plc (CEP) beschäftigt inzwischen fast die Hälfte der Citi-Mitarbeiter in der EU. Darüber will Citi auch künftig das normale Bank-Geschäft in Europa betreiben, für das Handelsgeschäft soll dagegen eine Tochter in Frankfurt zuständig sein.

Investoren griffen bei der Aktie zu und hievten sie auf ein Vier-Jahres-Hoch von 772 Pence. Die Zahlen seien absolut erfreulich, hieß es. „Aber mehr als alles andere bejubelt der Markt die zusätzlichen Aktienrückkaufe“, betonte Analyst Neil Wilson vom Brokerhaus ETX Capital.

HSBC sitzt trotz der milliardenschweren Aktienrückkäufe und Dividenden auf einer dicken Kapitaldecke: Die harte Kernkapitalquote lag Ende Juni bei 14,7 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es erst 12,1 Prozent. Und das Polster dürfte noch größer werden, nachdem die Bank acht Milliarden Dollar aus ihrer US-Tochter abziehen darf. Die Dividende solle „auf absehbare Zeit“ bei 51 Cent je Aktie bleiben, sagte Finanzchef Mackay. 2016 hat HSBC insgesamt 10,1 Milliarden Dollar Dividende gezahlt - mehr als jede europäische oder amerikanische Bank, wie Vorstandschef Stuart Gulliver betonte.

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Investmentbanken versuchen mit Interessenkonflikte ihrer Mitarbeiter zu minimieren. Zunehmend wird daher das Kaufen von Einzelaktien Mitarbeitern von Handelsabteilungen untersagt. HSBC ist das jüngste Beispiel.

Er geht im kommenden Jahr in den Ruhestand. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Gulliver sagte, er sei bereit, bis Ende 2018 zu bleiben, wenn der künftige Verwaltungsratschef Mark Tucker einen externen Kandidaten auswähle. Tucker, der Douglas Flint ablöst, ist selbst der erste Chairman von HSBC, der nicht aus der Bank selbst kommt.

Von

rtr

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