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21.05.2015

16:20 Uhr

HSH Nordbank

Eigentümer erwägen Aufspaltung

Die Spreu vom Weizen trennen: Um sich von Altlasten zu lösen, erwägen die Eigentümer der HSH Nordbank eine Spaltung des Instituts. So können faule Schiffskredite abgebaut werden. Doch noch ist nichts entschieden.

Die HSH Nordbank ging 2003 aus der Fusion der Hamburgischen Landesbank mit der Landesbank Schleswig-Holstein hervor. dpa

Erst Fusion, jetzt Spaltung

Die HSH Nordbank ging 2003 aus der Fusion der Hamburgischen Landesbank mit der Landesbank Schleswig-Holstein hervor.

FrankfurtDie Eigentümer der HSH Nordbank erwägen einem Insider zufolge die Aufspaltung des Instituts in eine Good Bank und eine Bad Bank. In der externen Bad Bank könnten faule Schiffskredite über die Jahre abgebaut werden, sagte die mit dem Vorgang vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Dadurch solle die von Altlasten befreite Good Bank eine Zukunftsperspektive bekommen. Die Gespräche mit der EU-Kommission, die in die Diskussion mit eingebunden sei, dauerten allerdings noch an, betonte der Insider. „Es sind noch keine Entscheidungen gefallen.“

Die HSH Nordbank gehört mehrheitlich den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Bank leidet seit Jahren unter der Krise in der Schifffahrt und den hohen Gebühren, die sich für eine Garantie der Länder bezahlen muss. Bank, Länder und die EU-Kommission verhandeln schon seit längerem über Möglichkeiten, wie die Garantiegebühr gesenkt werden kann. Eine Entscheidung wird im Sommer erwartet.

Die Angeklagten im HSH-Prozess

Ein Vorstand vor Gericht

Der frühere Vorstand der HSH Nordbank in Hamburg steht vor Gericht. Die Angeklagten sind nicht mehr für die Bank tätig. Sie bestreiten die Vorwürfe.

Hans Berger

Hans Berger (63) war im Dezember 2007, als das „Omega 55“-Geschäft beschlossen wurde, Vorstandsvorsitzender der HSH Nordbank. Er gehörte bereits seit 1996 dem Vorstand eines der beiden Vorgängerinstitute an, der Landesbank Schleswig-Holstein, zuletzt als Vorsitzender. Berger trat im November 2008 zurück, weil der Vorstand die Intensität und Dauer der Finanzkrise sowie die Risiken für die Ertragslage der Bank nicht hinreichend vorhergesehen habe.

Peter Rieck

Peter Rieck (60) war als stellvertretender Vorsitzender des Vorstands unter anderem zuständig für die Bereiche Schifffahrt, Transport, Immobilienkunden und die Niederlassungen in Amerika und Asien. Er arbeitete zunächst bei der Landesbank in Kiel und der Investitionsbank Schleswig-Holstein, wurde aber schon 1998 Vorstand der Hamburgischen Landesbank. Rieck wurde im Dezember 2009 vom Aufsichtsrat abberufen.

Jochen Friedrich

Jochen Friedrich (49) gehörte im Dezember 2007 dem HSH-Vorstand seit einem halben Jahr an. Er hatte zuvor für JP Morgan und die DZ Bank gearbeitet. Bei der HSH Nordbank war er zuständig für das Investmentmanagement und den Kapitalmarkt sowie die Niederlassung London, die bei dem Verfahren eine besondere Rolle spielt. Friedrich wurde gemeinsam mit Rieck im Dezember 2009 vom Aufsichtsrat entlassen. Er ist - ebenso wie Nonnenmacher - nicht nur wegen schwerer Untreue angeklagt, sondern auch wegen Bilanzfälschung.

Dirk Jens Nonnenmacher

Dirk Jens Nonnenmacher (50) gehörte dem Vorstand der HSH Nordbank erst seit Oktober 2007 an. Er war als Mathematiker wissenschaftlich sowie operativ in verschiedenen Positionen der Finanzindustrie tätig, zuvor bei der Dresdner Bank und der DZ Bank. Nonnenmacher sollte als Vorstand für Finanzen und Steuern den geplanten Börsengang der HSH Nordbank vorbereiten. Im November 2008 wurde er als Nachfolger von Berger Vorstandschef. In seiner Amtszeit stabilisierte sich die Bank wirtschaftlich, wurde aber immer wieder von Affären und Skandalen erschüttert. Nonnenmacher musste die Bank im März 2011 auf Druck der Anteilseigner verlassen und erhielt eine Abfindung in Millionenhöhe, die er bei einer rechtskräftigen Verurteilung zurückzahlen muss.

Hartmut Strauß

Hartmut Strauß (64) war für das Risikomanagement der Bank zuständig. Er hat sein Berufsleben bei der Hamburgischen Landesbank verbracht, in deren Vorstand er 2001 aufrückte. Strauß schied im Juni 2008 auf eigenen Wunsch und aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand der HSH Nordbank aus. Der Vorstand erklärte zum Abschied von Strauß, er habe sich bleibende Verdienste um die Bank erworben. Inzwischen macht die Bank gegen Strauß Schadensersatzansprüche geltend, ebenso gegen Rieck und Friedrich.

Bernhard Visker

Bernhard Visker (46) arbeitete rund 25 Jahre bei der Hamburgischen Landesbank und der HSH Nordbank und war Vorstand seit Januar 2007. Er war verantwortlich für Firmen- und Immobilienkunden, Private Banking und Sparkassen. Visker überstand als einziger Vorstand die Stürme der Finanzkrise und schied erst Ende August 2011 „im besten Einvernehmen“ aus dem Gremium aus. Er ist heute Geschäftsführer der Immobilienfirma ABG in München.

Quelle: dpa

Das „Manager Magazin“ berichtete, Hamburg sei bereit, Eigenkapital in Milliardenhöhe nachzuschießen, um die Bad Bank zu stabilisieren. Im Gegenzug könne man den zehn Milliarden Euro schweren Garantieschirm der Länder „zuklappen“. Die HSH wollte sich dazu nicht äußern. Von den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

21.05.2015, 17:31 Uhr

Eine gewisse Scheinheiligkeit ist doch nicht von der Hand zu weisen. Es geht doch nicht allein um Dr. Nonnenmacher.

Eigner bestellten Hilmar Kopper, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank. Vor diesem Hintergrund könnte es doch nicht anders kommen als dies gekommen ist.

Wer diese Kritik nicht verstehen sollte, sollte die Medien und die Rolle des Hilmar Kopper in der Deutschen Bank verfolgen.

Wer ins Spielkasino geht, am Spieltisch setzt, der darf sich doch nicht wirklich wundern, wenn die Kugel anders rollt.

Sie könnten aber auch den Werdegang von Dr. Nonnenmacher und seiner Förderer verfolgen, um die grobe Fahrlässigkeit der Eigner zu erkennen. Wenn Eigner sich von Personen vertreten lassen, die die Mentalität von Spielern haben, dann nehmen sie Situation wie jetzt billigend in Kauf.

Meine Aussage:
Es bringt nichts, das Institut zu teilen, wenn man die Schuldigen nicht zur Rechenschaft zieht!

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