Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.05.2016

16:23 Uhr

HSH Nordbank

EU genehmigt Umbau und verschärft Auflagen

Die HSH Nordbank geriet 2008 in eine Krise und stand kurz vor der Pleite. Deutschland und die EU-Kommission haben sich im März über die Zukunft des Institutes verständigt. Doch der Zeitplan ist eng.

Die Schifffahrtskrise macht dem Geldhaus schwer zu schaffen. dpa

HSH Nordbank in Kiel

Die Schifffahrtskrise macht dem Geldhaus schwer zu schaffen.

Hamburg/Kiel/FrankfurtDie EU-Kommission hat den geplanten Umbau der HSH Nordbank abschließend genehmigt und die Auflagen für das Geldhaus dabei noch einmal verschärft. Das Institut muss an eine Zweckgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, in die faule Kredite übernehmen soll, eine Einmalzahlung von 260 Millionen Euro leisten, wie die HSH am Montag mitteilte. Die Bank will diese Zahlungen noch im Jahresabschluss 2015 verarbeiten. Er soll 9. Juni präsentiert werden.

Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, denen die HSH mehrheitlich gehört, hatte sich mit der EU bereits im Oktober auf die Eckdaten des Umbaus geeinigt. Das Geldhaus, das unter der Krise in der Schifffahrt leidet, wird faule Kredite mit einem Volumen von bis zu 6,2 Milliarden Euro in die Zweckgesellschaft der Länder auslagern. Zudem kann sie weitere Portfolien von zwei Milliarden Euro am Markt verkaufen. Die verbliebene HSH muss dann bis Ende Februar 2018 verkauft oder abgewickelt werden. Diese Frist kann um sechs Monate verlängert werden, wenn sich die Umsetzung des Plans aus Gründen verzögert, für die die Länder nicht verantwortlich sind.

Dirk Jens Nonnenmacher: Gegenwind für Ex-Chef der HSH-Nordbank

Dirk Jens Nonnenmacher

Premium Gegenwind für Ex-Chef der HSH-Nordbank

Die Revision im Strafverfahren gegen Ex-Bank-Vorstände der HSH Nordbank läuft vor dem Bundesgerichtshof. Nach Informationen des Handelsblatts kritisiert der Generalbundesanwalt den Freispruch des Landgerichts Hamburg.

„Der Zeitplan ist anspruchsvoll und die Kommission hat bei der detaillierten Ausarbeitung noch einmal sehr genau hingesehen“, sagte HSH-Chef Constantin von Oesterreich. „Der Eigentümerwechsel ist damit nicht einfacher geworden.“ Investmentbanker gehen davon aus, dass die HSH für asiatische Geldhäuser interessant seien könnte. Diese haben ihren Marktanteil in der Schiffsfinanzierung zuletzt ausgebaut, in Südkorea und China sind große Werften beheimatet.

Die HSH selbst kann sich auch einen Verkauf innerhalb Deutschlands vorstellen. Im Oktober hatte sie erklärt, die Suche nach einer neuen Eigentümerstruktur könne „selbstverständlich auch unter Mitwirkung anderer Landesbanken geschehen“. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV), der Sparkassen und Landesbanken vertritt, begrüßte die Entscheidung der EU-Kommission. „Die Zusammenarbeit zwischen dem Institut mit dem DSGV wird im Verbund weiterhin unverändert stattfinden.“ Die vier großen Landesbanken LBBW, BayernLB, NordLB und Helaba haben zwar deutlich gemacht, dass sie kein Interesse an einer Übernahme der kompletten HSH haben. Sollte bis 2018 kein Käufer aus dem privaten Sektor zugreifen, wird es nach Einschätzung von Insidern aber Bemühungen geben, eine Lösung innerhalb der öffentlich-rechtlichen Finanzbranche zu finden.

Die Bank war 2008 in eine Krise geraten und stand kurz vor der Pleite. Die Länder als Haupteigentümer stellten eine Verlustgarantie über zehn Milliarden Euro zur Verfügung, um das Institut zu retten. Die EU genehmigte die Beihilfe unter erheblichen Auflagen.

Weil die Bank zeitweise wieder etwas besser dastand, reduzierten die Länder ihre Garantie von zehn auf sieben Milliarden Euro. Infolge der anhaltenden Schifffahrtskrise und hoher Altlasten aus der Zeit vor 2009 musste die Garantie wieder auf zehn Milliarden Euro aufgestockt werden. Dies führte zu dem neuen EU-Beihilfeverfahren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×