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26.05.2017

18:12 Uhr

HSH Nordbank

Rettung kostet Steuerzahler fast 4000 Euro pro Kopf

Eine Gruppe von Hochschulstudenten hat berechnet, wie viel Steuerzahler-Geld die HSH Nordbank seit ihrer Gründung bis heute verschlungen hat. Es ist der bislang erste Versuch, die Verluste objektiv zu erfassen.

Die Rettung der Bank hat mehr als 14 Milliarden Euro verschlungen. dpa

HSH Nordbank

Die Rettung der Bank hat mehr als 14 Milliarden Euro verschlungen.

DüsseldorfWas hat die HSH Nordbank die Hamburger Steuerzahler seit ihrer Gründung im Jahr 2003 gekostet? Dieser Frage gingen neun Studenten gemeinsam mit ihrem Professor Dirk Heithecker an der Hochschule Hannover nach. Das Ergebnis: 14,46 Milliarden Euro, wie die „Hamburger Morgenpost“ berichtet. Für die beiden an der Rettung der Bank beteiligten Länder – Hamburg und Schleswig Holstein – macht das jeweils 7,23 Milliarden Euro Verlust. Teilt man die Verluste unter den Bewohnern der Hansestadt – dem früheren Sitz der Bank auf –, kommt man auf 3886 Euro pro Kopf.

In die Berechnungen ließen die Studenten die durch die Bank in Anspruch genommenen Garantien der Länder sowie geflossene Kapitalerhöhungen, Aktienkäufe und allgemeine Finanzierungskosten einfließen. Die bisherigen Schätzungen von Politikern und Experten zu den Verlusten rangierten irgendwo zwischen 8,3 und 30 Milliarden Euro – die Studie von Heitheckers Studenten bietet also einen ersten objektiven Anhaltspunkt für den Umfang der Verluste.

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Bis Ende Februar 2018 muss die HSH verkauft sein, sonst droht die Abwicklung. Noch sind neun Monate Zeit, aber der Streit darum, wer im schlimmsten Fall für die Landesbank geradestehen muss, ist bereits entbrannt.

Die 14,6 Milliarden Euro sind nicht die einzige Schätzung, die die Studenten abgeben. Sollte es zu einem Worst-Case-Szenario kommen, bei dem die Länder noch weiter belastet werden, würden pro Land 9,5 Milliarden Euro fällig. Nicht berechnet wurde, was passiert, falls die Bank überhaupt nicht verkauft werden kann.

Bis Februar 2018 müssen Hamburg und Schleswig Holstein die Bank verkaufen, das fordert die EU. Andernfalls droht der Bank die Abwicklung.

Von

jur

Kommentare (1)

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Herr Gerald Gantz

26.05.2017, 18:36 Uhr

Schön dass da mal Zahlen produziert wurden. Mir erschließt sich aber immer noch nicht, weshalb der Steuerzahler diese "Verluste" tragen und bezahlen soll. Da sind sicher Verursacher, die mit Ihrem Vermögen zuerst mal die Schuld abtragen müssen. Wieso gelingt es diesen Kreaturen immer wieder die Schuld an den Steuerzahler weiterzureichen?

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