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09.05.2016

18:30 Uhr

HSH Nordbank

Scheidender Chef bekommt weiter Gehalt

VonFrank Matthias Drost

HSH-Vorstandsvorsitzender Constantin von Oesterreich legt Anfang Juni vorzeitig sein Amt nieder. Bezahlt wird er noch bis zum 31. Oktober 2017. Auf seinen Nachfolger, Stefan Ermisch, wartet eine schwierige Aufgabe.

Constantin von Oesterreich (r.) übergibt im Juni das Amt des Vorstandsvorsitzenden an Finanzvorstand Stefan Ermisch. dpa

Vorstände der HSH Nordbank

Constantin von Oesterreich (r.) übergibt im Juni das Amt des Vorstandsvorsitzenden an Finanzvorstand Stefan Ermisch.

BerlinEinen Tag nach der auf den 9. Juni verschobenen Bilanz-Pressekonferenz der HSH Nordbank scheidet Vorstandschef Constantin von Oesterreich aus und wird wie geplant durch Finanzvorstand Stefan Ermisch ersetzt. Das teilte die Bank am Montag mit.

Allerdings wird von Oesterreich noch bis zum regulären Ende seines Vertrags, der am 31.10.2017 endet, seine Bezüge erhalten, hieß es in Bankkreisen. Die dürften sich auf knapp 670.000 Euro belaufen. Die Gehälter der HSH-Vorstände sind nach wie vor bei jährlich 500.000 Euro gedeckelt. Im Vorfeld hatte sich bereits politischer Widerstand gegen mögliche Zahlungen an von Oesterreich geregt.

Mehrheitseigentümer der Schiffsbank sind die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein. Da war das Fingerspitzengefühl von Aufsichtsratschef Thomas Mirow gefragt. In der Pressemitteilung heißt es: Oesterreich „legt im Wissen um den entsprechenden Wunsch des Aufsichtsrates den Vorstandsvorsitz einvernehmlich zum 10. Juni nieder. Dabei bleiben seine vertraglichen Ansprüche gewahrt“.

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Die HSH Nordbank geriet 2008 in eine Krise und stand kurz vor der Pleite. Deutschland und die EU-Kommission haben sich im März über die Zukunft des Institutes verständigt. Doch der Zeitplan ist eng.

Constantin von Oesterreich wurde vom damaligen Aufsichtsratschef Hilmar Kopper 2009 als Risikovorstand in die Skandalbank  geholt, später übernahm er den Vorstandsvorsitz. Ihm ist es zu verdanken, dass die Bank in ruhigeres Fahrwasser geriet und den Bankenstresstest der Europäischen Zentralbank erfolgreich meisterte.

Aber die Bank hat es noch nicht geschafft. Nach Auflagen der EU-Kommission muss die Bank bis Februar 2018 privatisiert werden. Das ist angesichts der Probleme der HSH und des trüben Marktumfeldes für Banken eine große Aufgabe.

Die soll künftig Stefan Ermisch meistern. Neuer Finanzvorstand an seiner Seite wird der ehemalige Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, Oliver Gatzke. Gatzke verantwortet seit 2013 den Unternehmensbereich Finanzen. Dagegen nimmt Matthias Wittenburg, im Vorstand verantwortlich für Corporates und Markets, ebenfalls zum 9. Juni seinen Hut. Im Unternehmensfinanzierungsbereich lief es zuletzt nicht rund.  

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