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01.04.2015

15:16 Uhr

HSH, NordLB, BayernLB, Helaba, LBBW

Das versteckte Leiden der Landesbanken

VonAlexander Möthe

Die HSH Nordbank hat als letzte der großen Landesbanken Zahlen vorgelegt, nach Jahren bleibt wieder ein Gewinn. Doch es gibt substanzielle Probleme – bei fast allen Instituten. Die Kernfrage: Woher soll Wachstum kommen?

Die Landesbanken legten fast alle solide Bilanzen vor, doch die Sicherheit scheint trügerisch. dpa

Gute Zahlen bei der HSH Nordbank

Die Landesbanken legten fast alle solide Bilanzen vor, doch die Sicherheit scheint trügerisch.

DüsseldorfEs ist ein guter Tag für Constantin von Oesterreich. Erstmals seit drei Jahren macht die von ihm geführte HSH Nordbank wieder Gewinn. Von Oesterreich hatte bereits nach neun Geschäftsmonaten ein Plus von 333 Millionen Euro verkündet. Auf das gesamte Jahr gesehen blieb ein Gewinn von immerhin noch 160 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte der Verlust noch 769 Millionen Euro betragen. Damit sei die Bank einen großen Schritt vorangekommen, sagte Vorstandschef von Oesterreich in Hamburg. Zu dem Ergebnis hätten vor allem die gute Entwicklung des Neugeschäfts sowie konzernweit gesunkene Kosten beigetragen.

Auch 2015 will das Geldinstitut schwarze Zahlen schreiben. Die HSH Nordbank wolle die Ergebniswende als Basis für strukturelle Veränderungen nutzen, hieß es. Verständlicher Optimismus, der aber im Gesamtbild gesehen werden muss. Und ein Stück weit zweckdienlich ist.

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Das marode Geschäft der HSH Nordbank mit Schiffskrediten kommt Schleswig-Holstein und Hamburg wohl noch teurer zu stehen als erwartet. Der starke Dollar lässt die Rechnung um bis zu Hunderte Millionen Euro ansteigen.

Denn bestätigt wurde  von der Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein auch, was schon im Vorfeld durchgesickert war. Das Institut muss ab 2019 deutlich mehr staatliche Garantien in Anspruch nehmen, es geht um einen Betrag von 400 Millionen Euro jährlich. Und noch mehr: Im Geschäftsbericht beziffert die HSH den Gesamtbedarf  für 2014 auf 2,1 Milliarden Euro. Das sind 100 Millionen Euro mehr als zuletzt bekannt geworden war. Als Grund gab das Geldhaus die Entwicklung der Wechselkurse und die anhaltende Krise in der Schifffahrt an.

Die HSH ist die letzte der fünf großen deutschen Landesbanken, die ihre Bilanz vorlegt. Auch Helaba, LBBW und NordLB machten im abgelaufenen Geschäftsjahr Gewinne. Lediglich die BayernLB schreibt Verluste. Eigentlich ein gutes Bild. Doch es versteckt das Leiden der Landesbanken nur.

Bei der HSH ist die Lage vielfältig: Die Krise des Schiffmarkts belastet das einstmals starke Fondsgeschäft. Das Institut ist noch dabei ein drastisches Sparprogramm umzusetzen, 500 Stellen gilt es abzubauen. Die EU-Kommission prüft rückwirkend die Garantieerweiterung von sieben auf zehn Milliarden Euro, die die HSH durch ihre Haupteigentürmer, die Länder, erhalten hat. Das Geschäftsmodell steht insgesamt auf dem Prüfstand. Nicht, weil das Kerngeschäft als Mittelstandsbank schlecht liefe, sondern weil die EU angesichts der Garantieerweiterung die Tragfähigkeit prüft.

Kommentare (1)

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Frau Sabine Schmid

01.04.2015, 19:46 Uhr

Seit wann wird Unvermögen mit "Leiden" übersetzt? Ich könnte noch über 1860 Zeichen schreiben. Die schenke ich mir - und allen Lesern.

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