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03.11.2016

12:26 Uhr

Hua Xia Bank

Deutsche Bank verkauft China-Tochter

VonYasmin Osman

Seit langem will sich die Deutsche Bank von einer chinesischen Beteiligung trennen. Nun gaben Chinas Behörden grünes Licht für die Transaktion. Die Bank kann damit die Kapitaldecke stärken – und ihr Gesicht wahren.

Die Deutsche Bank hat endlich wieder einmal Grund zur Freude. Reuters

Skulptur vor dem Hauptgebäude der Deutschen Bank in Frankfurt

Die Deutsche Bank hat endlich wieder einmal Grund zur Freude.

FrankfurtFür die Deutsche Bank ist es das Ende einer Hängepartie: Ende 2015 hatte das Kreditinstitut einen Käufer für seine 19,99-Prozent-Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank gefunden, bei der die Deutsche Bank 2006 eingestiegen war. Der Mischkonzern PICC Property and Casualty Company wollte den Anteil übernehmen. Doch die Erlaubnis der Behörden verzögerte sich monatelang. Nun haben die Bankenaufseher in Peking den Deal doch noch durchgewunken. Das bestätigte die Bank am Mittwoch.

Für die Deutsche Bank ist das eine positive Nachricht. Immerhin steigt die Kapitalausstattung durch den Verkauf spürbar: Erst vergangene Woche bei der Präsentation der Quartalszahlen hatte das Institut prognostiziert, dass sich die wichtige Eigenkapitalquote nach Abschluss der Transaktion von 11,1 Prozent auf 11,6 Prozent erhöhen würde. Das Institut erhält für seinen Anteil umgerechnet etwa 3,0 bis 3,5 Milliarden Euro.

Derzeit ist für die Deutsche Bank nichts so wichtig wie eine auskömmliche Kapitaldecke. Da die Bank noch mit empfindlichen Strafen für diverse Skandale aus ihrer Vergangenheit rechnen muss, fragen sich viele Anleger ohnehin, ob die vorhandenen Kapitalpuffer genügen, oder ob noch einmal eine Kapitalerhöhung nötig ist. Zeitweise kursierte sogar die Furcht, die Deutsche Bank müsse eventuell vom Staat gerettet werden. Auch die geplanten strengeren Vorschriften, über denen der Baseler Ausschuss derzeit brütet, könnte die Deutsche Bank schwer belasten. Alle Maßnahmen, über die der Baseler Ausschuss nachdenkt, treffen vor allem große Institute wie die Deutsche Bank.

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Allenfalls eine Atempause

Kaum zu glauben, aber wahr: Die Deutsche Bank kann positiv überraschen. Ein genauerer Blick zeigt: Die Bank macht Gewinne in Bereichen, in denen Kürzungen anstehen – und verdient in stabileren Geschäftsfeldern weniger.

Die Hängepartie beim Verkauf der Hua Xia Bank war für die Deutsche Bank aber auch so immer peinlicher geworden: Fast bei jedem Analysten-Call kam erneut die Frage auf, wann der Verkauf denn nun abgeschlossen werde. Und erst vor kurzem wurde bekannt, dass die Deutsche Bank beim jüngsten europäischen Stresstest den für sie positiven Verkauf von Hua Xia bereits in den Stresstest-Resultaten hatte berücksichtigen dürfen, obwohl er noch gar nicht abgesegnet war. Eine entsprechende Fußnote hatte die „Financial Times“ im Oktober entdeckt.

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