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06.08.2014

15:02 Uhr

Hunderte Filialen schließen

Kahlschlag bei der Hypo-Vereinsbank

Manchmal ist Wirtschaft wie ein Termin beim Zahnarzt: Es ist klar, dass es sein muss, aber wenn es passiert, tut es weh. Die Mitarbeiter der Hypo-Vereinsbank haben heute ihren „Termin“. Nicht alle werden ihn überstehen.

Hypo-Vereinsbank-Filiale in Nürnberg: Dem Umbau im Privatkundengeschäft fallen viele Filialen zum Opfer. dpa

Hypo-Vereinsbank-Filiale in Nürnberg: Dem Umbau im Privatkundengeschäft fallen viele Filialen zum Opfer.

MünchenDie Hypo-Vereinsbank hat sich mit den Arbeitnehmern auf den grundlegenden Umbau des Privatkundengeschäfts und einen Stellenabbau geeinigt. Bis 2015 sollen 240 der noch rund 580 Standorte geschlossen oder zusammengelegt werden, insgesamt 1500 Stellen werden im Zuge des Umbaus gestrichen – davon 1300 im Privatkundengeschäft und etwa 200 in der Zentrale, wie die Tochter der italienischen Unicredit am Mittwoch in München mitteilte.

Parallel sollen durch die Modernisierung der bestehenden Filialen und den Ausbau des Onlineangebots jedoch neue Arbeitsplätze entstehen. Die Bank wolle alles daran setzen, betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern, erklärte die HVB. Pro Jahr sollten mindestens 200 Mitarbeiter auf freie Stellen in der Bank vermittelt werden. Ende 2013 hatte die HVB rund 19.000 Mitarbeiter auf Vollzeitbasis.

An rund 50 Orten sollen Selbstbedienungszonen erhalten bleiben. „Für 85 Prozent der HVB-Kunden, die Beratung in Anspruch nehmen, erhöht sich der Weg zur nächsten Filiale damit nicht oder kaum“, erklärte die Bank.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 10 – Postbank

Bilanzsumme 2013 der Deutsche-Bank-Tochter: 161,5 Milliarden Euro

Platz 9 – Helaba

Bilanzsumme 2013 der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale: 178,1 Milliarden Euro.

Platz 8 – NordLB

Bilanzsumme 2013 der Norddeutschen Landesbank: 200,8 Milliarden Euro

Platz 7 – BayernLB

Bilanzsumme 2013 der Bayerischen Landesbank: 255,6 Milliarden Euro

Platz 6 – LBBW

Bilanzsumme 2013 der Landesbank Baden-Württemberg: 273,5 Milliarden Euro

Platz 5 – Unicredit

Bilanzsumme 2013 der Unicredit (inkl. Hypo-Vereinsbank): 290 Milliarden Euro

Platz 4 – DZ Bank

Bilanzsumme 2013 der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank: 387 Milliarden Euro

Platz 3 – KfW

Bilanzsumme 2013 der KfW-Bankengruppe: 464,8 Milliarden Euro

Platz 2 – Commerzbank

Bilanzsumme 2013: 549,7 Milliarden Euro

Platz 1 – Deutsche Bank

Bilanzsumme 2013: 1611,4 Milliarden Euro

Quelle: Die Bank/Statista

Die Größenordnung des Jobabbaus und den Umbau hatte Bankchef Theodor Weimer bereits angekündigt. Die HVB reagiert mit der Straffung des Filialnetzes auch auf das veränderte Kundenverhalten. Viele Menschen wickeln ihre alltäglichen Bankgeschäfte inzwischen via Internet ab. Die HVB will daher künftig verstärkt auf Onlinebanking und Videoberatung setzen.

„Unsere Investitionen sind ein klares Bekenntnis zum Privatkundengeschäft und Filialen als wichtigem Bestandteil der Multikanalstrategie“, sagte HVB-Privatkundenchef Peter Buschbeck. Laut Weimer will sich die Bank künftig verstärkt auf wohlhabende Kunden konzentrieren.

Die HVB hatte es nie geschafft, ein flächendeckendes Netz von Filialen in ganz Deutschland aufzubauen. Gleichzeitig liegen viele Bankstellen in Städten im Süden nahe beieinander. Auch die Commerzbank arbeitet an ihrer Filialstrategie. Sie geht aber vorsichtiger vor und testet bis Anfang 2015 zunächst mehrere Modelle für die Bankfiliale der Zukunft. Schließungen von Standorten sind dort nicht geplant. Insgesamt verschwindet in Deutschland seit Jahren je ein Prozent der Bankfilialen.

Starker Gegenwind im Investmentbanking macht der HVB zu schaffen. Der Gewinn des Münchener Instituts brach im ersten Halbjahr um 59 Prozent auf 334 Millionen Euro ein. Die Unicredit-Tochter leidet wie andere Investmentbanken darunter, dass viele Unternehmen derzeit weniger Geschäfte zur Absicherung von Währungs- oder Zinsrisiken abschließen. „Das enorm niedrige Zinsniveau hat auch bei uns Spuren hinterlassen“, sagte Weimer am Mittwoch. Sein Finanzchef Peter Hofbauer redete Klartext: „Es lässt sich nicht leugnen, dass wir in schwierigen Zeiten leben in dieser Branche“.

Kommentare (6)

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Herr Woldemar von Stechlin

06.08.2014, 10:15 Uhr

Wer braucht denn noch ein Bankfiliale?

Dort sitzen nur Drücker, die möglichst provisionsträchtige Produkte (Fonds, Bausparverträge etc.) an den ahnungslosen Kunden bringen müssen.

Ich brauche nur einen Geldautomaten und das Internet...

Herr Peter Hubich

06.08.2014, 10:22 Uhr

Zitat Kanzlerin Merkel: "Uns gehts gut, Deutschland geht es gut"

Account gelöscht!

06.08.2014, 10:41 Uhr

Eine Bank lebt was in Wirklichkeit fast ausschließlich vom Investmentbanking; und diese Sparte ist meines Erachtens nach eine reine Geldverschiebeeinheit. Wenn der eine großen Gewinn einfahren will; müssen hunderte Andere Federn lassen. Zusätzlich basiert diese Geschäftsart auch rein auf Psychologie und ist nicht wirklich mit Werten untermauert.

Läuft es da also schlecht: Fine.

Und wie immer bei Banken:
Die Bank kann schlecht wirtschaften? Bekommt ihr Geschäftsmodell nicht in den Griff? Kann keine neuen Märkte herbeizaubern?
Aber ... sie erwarten das doch von ihren Kunden; wenn es mal schlecht läuft. Dann kommt der böse böse Zeigefinger.

Ich dachte immer Banker sind von Gottes Gnaden und die geilsten Kaufleute...hüstl.

Und mal ehrlich: das Image der HVB ist doch für´n Axxxx. Von denen wollte ich nicht einmal einen Kugelschreiber.

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