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02.03.2006

16:59 Uhr

dpa-afx ZÜRICH. Dem weltweit zweitgrößten Rückversicherer Swiss Re haben 2005 Hurrikanschäden in Milliardenhöhe zu schaffen gemacht und die Ergebnisse unerwartet stark sinken lassen. Dessen ungeachtet bestätigte der Schweizer Konkurrent des Branchenprimus Münchener Rück am Donnerstag seinen mittelfristigen Ausblick. Swiss Re hält zudem an dem Vorhaben fest, die Dividende für das vergangene Jahr, das von einer verheerenden Naturkatastrophensaison geprägt war, um 56 Prozent auf 2,50 Franken je Aktie aufzustocken. Die Aktie verlor am Donnerstag in den ersten Handelsminuten deutlich an Wert.

"2005 war ein Jahr voller Kontraste", sagte Konzernchef Jacques Aigrain. "Swiss Re profitierte von ihrem breit diversifizierten Versicherungsgeschäft und konnte so eine beispiellose Aneinanderreihung von außergewöhnlich großen Schäden aus Naturkatastrophen absorbieren." Der Jahresüberschuss brach von 2,5 auf 1,5 Mrd. Schweizer Franken weg. Von AWP befragte Analysten hatten für 2005 im Schnitt 1,77 Mrd. Franken erwartet.

Marktbeobachter äußerten sich enttäuscht. Das Ergebnis sei vor allem auf ein schwaches Nicht-Lebengeschäft zurückzuführen. In früheren Jahren sei dagegen bei Swiss Re jeweils das Lebengeschäft als Sorgenkind bezeichnet worden. Der Markt habe das Ausmaß der Unwetterschäden eindeutig unterschätzt. Die Aktie, die bereits im vorbörslichen Handel teils mehr als drei Prozent an Wert verloren hatte, lag kurz nach Börseneröffnung mit rund vier Prozent im Minus. Zuletzt dämmte der Titel seine Verluste ein und sank um 2,50 Prozent auf 91,55 Franken. Damit war Swiss Re mit Abstand der schlechteste Wert im Schweizer Leitindex SMI . Die Aktie der Münchener Rück, die am 14. März ihre Jahresbilanz präsentiert, sank in Frankfurt um 0,67 Prozent auf 114,75 Euro. Bei Swiss Re enttäuschte aus Sicht der UBS-Analysten der operative Gewinn unter Berücksichtigung des höher als erwartet ausgefallenen Finanzergebnisses. Kepler Equities sieht die Ursache für die schwachen Zahlen in den hohen Aufwendungen für Naturkatastrophenschäden zurück. Berücksichtige man die dafür aufgelösten Reserven, sei das Resultat noch viel enttäuschender. Die Schäden aus Naturkatastrophen haben sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt, wie die Swiss Re mitteilte. Der Rückversicherer absorbierte dafür die "Rekordbelastung" 3,0 (2004: 1,2) Mrd. Franken. Nach Auflösung von Schwankungsrückstellung lag die Belastung 2005 nach Steuern bei 1,1 Mrd. Franken. Positiv werteten die Kepler-Analysten den Ausblick und die Dividendensteigerung.

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