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14.01.2004

10:05 Uhr

HVB-Chef Rampl beweist zum Jahresauftakt Führungsstärke

Hypo-Vereinsbank hält an Activest fest

VonCaspar Busse (Handelsblatt)

Gut gelaunt und tatendurstig ist Dieter Rampl aus dem Weihnachtsurlaub zurück: Der Vorstandssprecher der Hypo-Vereinsbank (HVB) hat sich offenbar vorgenommen, Führungsstärke zu beweisen. Die Verkaufspläne für die Fondsgesellschaft Activest und die österreichische Konzerntochter Schoeller-Bank werden zu den Akten gelegt, verkündete Rampl am Dienstagabend überraschend bei einem Neujahrsempfang der Bank. Entsprechende Beschlüsse habe der HVB-Vorstand bei seiner Sitzung am Dienstag gefasst.

MÜNCHEN. Warm anziehen müssen sich offenbar nun auch die Kollegen von der Österreich-Tochter Bank Austria-Creditanstalt (BA) „Die Entscheidungen werden in der Konzernzentrale getroffen“, stellte Konzernchef Rampl am Dienstag klar.Hier werde die Strategie fest gelegt und nicht in Wien. Beim möglichen Verkauf der Schoeller-Bank seien die Wiener Kolegen vorgeprescht. Die Privatbank gehöre aber zum Kerngeschäft und werde nicht veräußert, stellte Rampl unmisverständlich klar. Am Wochenanfang hatte es noch in Bankenkreisen geheißen, die Schoeller-Bank werde möglicherweise bald an die Kreditbank Luxembourg verkauft. Der Kaufpreis sollte über 300 Millionen Euro liegen. Zuletzt agierte der Vorstand der Bank Austria zunehmend selbstbewusst und eigenständig. Rampl hatte die BA im vergangenen Sommer an die Wiener Börse gebracht und damit knapp eine Milliarde Euro erlöst. Die BA-Aktie stieg zuletzt stark.

Auch mit Blick auf die anhaltenden Spekulationen um Fusionen in der Bankbranche gab sich Rampl kämpferisch. Der Konsolidierungsdruck in der europäischen Bankenbranche werde sich kräftig steigern. Die HVB werde dabei „mit Sicherheit nicht passiv bleiben“. Rampl: „Wir sind vorbereitet und wollen zu denjenigen gehören, die die Marschrichtung vorgeben.“ Die HVB war zuletzt auch als Übernahmekandidat gehandelt worden und hat 2003 eine Reihe von Gesellschaften veräußert, um die Kapitalbasis zu stärken. Im gerade begonnenen Geschäftsjahr müsse nun die Ertragskraft gesteigert werden. „Wir haben 2004 noch Hausaufgaben zu machen“, sagte Rampl.

Zu Activest sagte er, die Fondsgesellschaft werde nicht in eine Partnerschaft mit Dritten eingebracht, sondern innerhalb der HVB- Gruppe weiterentwickelt. Derzeit wird offenbar an einer Zusammenführung von Activest mit der österreichischen Fondstochter der Bank Austria-Creditanstalt gearbeitet. Ein Verkauf von Activest galt ohnehin als schwierig, da die Activest-Produkte in erster Linie über HVB-Filialen angeboten werden. Offenbar hatte Rampl einen Verkauf von Activest oder die Einbringung in eine Partnerschaft, auch mit einem ausländischen Partner, ernsthaft geprüft. Die Entscheidung, Activest im Konzern zu halten, bedeutet nun eine erste wichtige Weichenstellung für das neue Jahr.

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