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27.03.2006

08:19 Uhr

HVB und Unicredit

„Wir halten weiterhin Ausschau“

Alessandro Profumo: Der Vorstandschef der italienischen Bank Unicredit über die Konsolidierung im europäischen Bankensektor, die schwierige Integration der Hypo-Vereinsbank und die anstehenden Parlamentswahlen in Italien.

Handelsblatt: Herr Profumo, Sie stehen nun seit zehn Jahren an der Spitze von Unicredit. Jahre, die vor allem durch Fusionen geprägt waren, die jüngste und größte ist die mit der HVB. Wie sieht Ihre Bilanz aus, und was erwarten Sie in den kommenden zehn Jahren?

Profumo: Wir sind vor zehn Jahren mit Credito Italiano gestartet, einer Bank, die gerade privatisiert wurde. Ich bin vor allem stolz darauf, dass wir ein Managementteam auf europäischem Niveau geschaffen haben, das gute Ergebnisse realisiert hat: Unsere Marktkapitalisierung ist von damals weniger als zwei Milliarden auf heute 60 Milliarden Euro gestiegen. Jetzt haben wir den großen europäischen Schritt gewagt. Die US-Banken sind stark, weil sie einen starken Heimatmarkt haben. Daher brauchen auch wir in Europa einen starken Heimatmarkt. Mit der HVB machen wir einen großen Schritt in diese Richtung – für die gesamte Branche. Und in zehn Jahren wird Unicredit noch europäischer sein.

Auch mit weiteren Übernahmen?

In Italien und Deutschland halten wir weiterhin Ausschau. Und wir müssen auch die anderen europäischen Länder im Auge haben. Es ist sicher keine Frage von morgen oder übermorgen. Denn heute ist die Integration objektiv eine schwierige Aufgabe, der wir all unsere Aufmerksamkeit widmen müssen.

In welchem Zeitraum werden Sie die Integration der HVB schaffen?

Solche Integrationen dauern Jahre. Die wichtigste Frage ist: Wann ist man so weit, dass die Manager wie-der an etwas anderes denken können? Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Wir haben in Italien die Reorganisation vor drei Jahren begonnen, und wir arbeiten heute noch daran. Aber der Start ist geschafft.

Wie weit sind Sie mit der Integration der HVB?

Wir haben die grundsätzlichen Entscheidungen zur Divisionalisierung getroffen: Jetzt müssen sie implementiert werden. Juni und Juli werden eine delikate Periode, wenn wir die Kunden von einem Bereich in den anderen verschieben. Aber aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die Kollegen gut arbeiten, wenn es erst mal losgeht. Oft ist es schwieriger, die Entscheidungen zu treffen.

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