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29.04.2014

21:30 Uhr

Hybridanleihen

Commerzbank prüft Ausgabe von „Coco“-Bonds

Die Deutsche Bank will neuartige Hybrid-Anleihen ausgeben, die Commerzbank überlegt es zumindest. Man schaue sich „ diese Möglichkeit mit Blick auf die weitere Stärkung der Kapitalstruktur kontinuierlich an“.

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Laut einem Medienbericht prüft das Geldinstitut die Aufnahme von weiterem Kernkapital. ap

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Laut einem Medienbericht prüft das Geldinstitut die Aufnahme von weiterem Kernkapital.

DüsseldorfDie Commerzbank will unter Umständen weiteres Kernkapital am Markt aufnehmen. Wie das „Wall Street Journal Deutschland“ berichtet, prüfe das Geldhaus mit Hinblick auf den Stresstest die Ausgabe von Hybridanleihen. Instrumente wie die von der Deutschen Bank geplanten Options-Genusscheine seien zur Stärkung des aufsichtsrechtlich geforderten Kernkapitals für Kreditinstitute interessant, sagte ein Sprecher der Commerzbank der Online-Zeitung.

Die Commerzbank steht dem Bericht zufolge aber nicht unter Zugzwang. Auch ohne die Ausgabe einer neuen Anleihe läge die Kernkapitalquote der Bank bei zehn Prozent und erfülle damit die Anforderungen der Aufseher, hatte Vorstandschef Martin Blessing im Februar gesagt.

Das Geschäftsjahr 2013 der Commerzbank

Unter dem Strich

Die Bank erwirtschaftete Erträge in Höhe von 9,27 Milliarden Euro und erzielte ein operatives Ergebnis in Höhe von 725 Millionen Euro (2012: 1,17 Milliarden Euro). Der Gewinn nach Steuern betrug 78 Millionen Euro (-47 Millionen Euro im Jahr 2012).

Privatkunden

Mit modernen Filialen und einem runderneuerten Online-Banking will die Commerzbank im Privatkundengeschäft in die Spur finden. Das operative Ergebnis der Sparte lag 2013 mit 225 Millionen Euro fast exakt auf dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal gab es ein operatives Plus von 60 Millionen Euro (nach 25 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum).

Mittelstandsbank

Im Geschäft mit Mittelstandskunden ist die Commerzbank einer der wesentlichen Akteure auf dem deutschen Markt. Das operative Ergebnis schrumpfte 2013 auf 1,1 Milliarden Euro (nach 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2012). Die Risikovorsorge – Rückstellungen für vom Ausfall bedrohte Kredite – lag bei 470 Millionen Euro. Im Jahr 2012 hatten Sondereffekte zu einer Risikovorsorge nahe null geführt.

Zentral- und Osteuropa

In diesem Segment ist vor allem das Engagement der Commerzbank in Polen erfasst. Die Tochter „mBank“ ist dort als Direktbank aktiv. Das operative Ergebnis lag 2013 bei 254 Millionen Euro und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Bank Forum in der Ukraine hatte die Commerzbank 2012 bereits verkauft.

Kapitalmarktgeschäft

Im Segment „Corporates & Markets“ gab es einen Anstieg des operativen Ergebnisses auch wegen eines positiven Effekts bei der Bewertung eigener Verbindlichkeiten. Notieren die Anleihen von Banken an den Kapitalmärkten schwächer, hat das einen positiven Effekt auf die Bilanz – denn dann kann der Wert der Verbindlichkeiten niedriger angesetzt werden. Insgesamt kletterten das operative Ergebnis 2013 von 202 auf 778 Millionen Euro.

Interne „Bad Bank“

Im Segment „Non-Core Assets“ fasst die Bank Wertpapiere zusammen, die als Altlast aus der Finanzkrise gesehen werden oder aus der missglückten Übernahme der Immobilienbank Eurohypo stammen. Der Abbau der Positionen sei 2013 schneller voran gegangen als zunächst erhofft. Dei Bestände sollten auf 125 Milliarden Euro schrumpfen – tatsächlich landete die Bank bei 116 Milliarden Euro.

Die Deutsche Bank plant die Begebung von sogenannten Options-Genussscheinen inb Höhe von 1,5 Milliarden Euro, die die Anleger im Krisenfall abschreiben müssen. Sie werden nur Profi-Investoren angeboten. Ein Anleiheschein wird im Nennwert mindestens 100.000 Euro begeben. Dabei will das Institut die Papiere in mehreren Währungen begeben. Am 5. Mai sollen weitere Details genannt werden.

Ähnliche Papiere hatten zuletzt auch französische Großbanken begeben, die klassischen „CoCo-Bonds“ mit einem Zwangstausch in Aktien sind vor allem in der Schweiz verbreitet. Anleger und Fonds, die nur in Schuldpapiere investieren, lehnen einen Tausch in Eigenkapital häufig ab.

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