Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.02.2014

17:03 Uhr

Hypo Alpe Adria

Bad Bank soll die Bankenkrise lösen

Österreich will die Hypo-Krise rasch lösen. Im Gespräch ist eine staatliche Bad Bank, die zum Abbau der Risiken der krisengeplagten Skandalbank dienen soll. Das hätte keine unmittelbare Auswirkung auf die Bonitätsnote.

Hypo-Alpe-Adria-Zentrale in Klagenfurt (Österreich): eine staatliche Bad Bank soll nun die Risiken der Krisenbank abbauen. dpa

Hypo-Alpe-Adria-Zentrale in Klagenfurt (Österreich): eine staatliche Bad Bank soll nun die Risiken der Krisenbank abbauen.

WienÖsterreichs Finanzminister Michael Spindelegger verspricht eine rasche Entscheidung über eine staatliche Bad Bank zum Abbau der Risiken der krisengeplagten Hypo Alpe Adria. „Es sind ökonomische, aber auch rechtliche Fragen, die jetzt im Detail geklärt werden müssen“, sagte Spindelegger am Dienstag. Nun solle eine von der Regierung eingesetzte Expertengruppe diese Details klären und einen konkreten Vorschlag für die Struktur einer Abbaubank – auch Bad Bank genannt – machen. „Wir machen uns dann ein Bild, wenn das am Tisch liegt.“ Die Entscheidung werde zügig getroffen, sagte Spindelegger.

Eigentlich wollte Österreich private Banken dazu bringen, sich an einem Abbau-Vehikel für die Hypo zu beteiligen - und damit über einen buchhalterischen Trick die Staatsverschuldung möglichst niedrig halten. Doch die Geldhäuser sträubten sich, beim Abbau der Hypo zu helfen, die sich mit einer massiven Expansion in Südosteuropa verhoben hat.

Nun dienen die deutschen Bad Banks, die die Altlasten der Hypo Real Estate und der WestLB verwalten, als Vorbild. Bei diesem Modell lagert die Hypo faule Kredite und toxische Wertpapiere im Umfang von bis zu 19 Milliarden Euro aus. Die womöglich noch verkäuflichen Teile dürften in einer separaten Holding bleiben. Nach Einschätzung von Experten wird dadurch jedoch die Staatsverschuldung um fünf bis sechs Punkte auf rund 80 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Das liegt deutlich oberhalb der EU-Grenze von 60 Prozent und könnte auch einige Rating-Agenturen auf den Plan rufen.

Standard & Poor's erklärte am Dienstag jedoch, die Pläne für eine staatliche Bad Bank hätten trotz der absehbaren Folgen keine unmittelbare Auswirkung auf die Bonitätsnote der Alpenrepublik. Die Lasten aus dem Hypo-Abbau seien bereits im aktuellen „AA+“-Rating berücksichtigt. S&P hatte Österreich als einzige der drei großen Agenturen bereits vor rund zwei Jahren die Bestnote AAA entzogen. Bei Moody's und Fitch verfügt das Land noch über das Spitzenrating.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

r-tiroch@t-online.de

11.02.2014, 20:13 Uhr

130 systemrelevante Banken und bald 130 Bad-banken? was für elegante lösungen es doch gibt.

nitsch

12.02.2014, 09:45 Uhr

as schlimme ist, dass die teuerste Variante gewählt wurde, ohne dass irgendwelche Informationen preisgegeben werden. Die Regierung sollte endlich im Interesse der Bürger handeln und nicht versuchen sich selbst aus der Verantwortung für früheres Versagen bei der Kontrolle der Bank zu ziehen.

Unbedingt die PEtitionen zu diesem Thema unterstützen. Vielleicht macht ein bisschen öffentlicher Druck die Situation für die Verantwortlichen zumindest unbequem.

https://www.facebook.com/tatorthypo?fref=ts

http://www.avaaz.org/de/petition/Oesterreichische_Bundesregierung_Offenlegung_aller_Informationen_zum_HypoDesaster/?copy

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×