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31.03.2017

16:30 Uhr

Hypo Alpe Adria

Eine Luxus-Ferienanlage wird zum Problemfall

VonHans-Peter Siebenhaar

Die Heta will bis Ende des Jahres 80 Prozent der Vermögenswerte verkauft haben – ein Jahr früher als bislang geplant. Doch bei den Verkäufen treten ungeplante Schwierigkeiten auf.

Die Hypo Real Adria wollte mit dem Tourismus in Kroatien das ganz große Geschäft machen. Nun wird sie früher erworbene Objekte nicht so leicht los. gms

Tourismus in Kroatien

Die Hypo Real Adria wollte mit dem Tourismus in Kroatien das ganz große Geschäft machen. Nun wird sie früher erworbene Objekte nicht so leicht los.

FrankfurtEigentlich sollte das luxuriöse Hotel- und Immobilienprojekt Skiper an der Mittelmeerküste im kroatischen Istrien ein gewinnbringender Traum aus Beton werden. Doch das damals ehrgeizigste Tourismusprojekt des Balkanlandes, finanziert von der österreichischen Hypo Alpe Adria, erwies sich schnell als unternehmerisches Desaster. Die Kärntner Bank ist längst Geschichte, nicht aber die 160 Millionen Euro teure Anlage in der Bucht von Piran. Heta, die Bad Bank der Klagenfurter Skandalbank, will die Ferienvillen und –Wohnungen einschließlich eines von der Luxuskette Kempinski betriebenen Fünf-Sterne-Hotels mit Golfplatz und Privatkapelle möglichst schnell zu Geld machen. Doch Heta wird die Immobilie nicht so einfach los wie ursprünglich gedacht.

Wie Heta-Chef Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath am Freitag in Wien berichtete, ist der Verkaufsprozess für die gesamte Anlage im Herbst vergangenen Jahres abgeblasen worden. Der Grund lag auf der Hand: es gab keine Nachfrage für den riesigen Komplex. Nun will der aus Deutschland stammende Bankensanierer einen neuen Anlauf nehmen, wobei im ersten Schritt die noch 145 unverkauften Ferienwohnungen losgeschlagen werden sollen. „Wir wollen einen neuen Verkaufsprozess aufsetzen“, kündigte der Sanierungsexperte an. Das Luxushotel „Kempinski Hotel Adriatic“ mit eigenem Strand und Golfplatz sowie die Einzelvillen sollen diesmal getrennt veräußert werden. Nach seinen Angaben steht auf 160 Millionen Euro teure Anlage mit noch einen „niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag“ in den Büchern der Heta.

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Bei Skiper handelt es sich um ein zwölf Quadratkilometer großes Resort aus einem Hotel, Villen, Restaurants und einem Golfplatz im kroatischen Albieri. Auf dem Hotelgelände wurde sogar auf Wunsch der katholischen Kirche ein kleines Gotteshaus errichtet, um sich den Segen für das Megaprojekt zu holen. Vorstände der Hypo Alpe Adria hatten zwischen 2002 und 2009 mit einer Reihe von Krediten ohne die dafür notwendige Prüfung das Projekt finanziert. Hinzu kamen noch Korruptionsgelder, aufgelaufene Zinsen und notwendige Investitionen. Der Betrieb kostet der Bad Bank Heta bis heute Geld. Denn die Luxuskette Kempinski erhält von der Abbaueinheit Geld für den Betrieb des Fünf-Sterne-Hotel von Ende März bis Ende Oktober, wie Prinz von Schoenaich-Carolath am Freitag berichtete.

Die Verantwortlichen wurden bereits zur Rechenschaft gezogen. Im vergangenen Jahr erhielten im Skiper-Prozess in Klagenfurt Ex-Hypo-Alpe-Adria Chef Wolfgang Kulterer vier Jahre und einen Monat Haft sowie Ex-Hypo-Vorstand Günter Striedinger fünf Jahre und acht Monate. Mit der Anrechnung der bisherigen Strafen erhielten beide Banker die Höchststrafe von je zehn Jahren. Beide Ex-Banker legten Berufung ein.

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