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18.01.2010

07:00 Uhr

Hypo Real Estate

Ausgestaltung der „Bad Bank“ rückt näher

VonRobert Landgraf, Peter Köhler

Die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate treibt ihre Pläne zur Gründung einer „Bad Bank“ voran. Zusammen mit dem Bankenrettungsfonds Soffin wird die Option erörtert, Teile der Bank auszulagern. Die EU-Kommission und die deutsche Seite ringen um Details.

Die HRE treibt ihre Pläne zur "Bad Bank" voran. Quelle: ap

Die HRE treibt ihre Pläne zur "Bad Bank" voran.

HB FRANKFURT. Die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) treibt ihre Pläne zur Gründung einer „Bad Bank“ voran. Zusammen mit dem Bankenrettungsfonds Soffin werde die Option erörtert, Teile der Bank auszulagern, sagte HRE-Chef Axel Wieandt auf der Veranstaltung „Campus for Finance“ der Wirtschaftshochschule WHU in Vallendar bei Koblenz.

Im Beihilfeverfahren für die HRE wird in Finanzkreisen mit einer Entscheidung durch die EU-Wettbewerbskommission für Anfang Februar gerechnet. Davon werde dann das Volumen der Abbaubank sowie die Größe der Kernbank abhängen. Derzeit wird hier heftig zwischen der Regierung in Berlin, dem Soffin und der HRE auf der einen Seite und Brüssel auf der anderen Seite diskutiert.

Die Bilanzsumme dürfte laut Finanzkreisen auf 30 bis maximal 50 Prozent schrumpfen. Bislang verlangte die EU bei Landesbanken wie der WestLB immer ungefähr eine Halbierung der Größe. Angesichts dieser Situation rechnen Insider mit einem Volumen von 180 Mrd. bis 200 Mrd. Euro, das in die Abwicklungsanstalt ausgegliedert werden soll. In die Bad Bank sollen Schrottpapiere sowie verschiedene Staatsanleihen und Immobilienkredite ausgelagert werden.

Gleichzeitig ist mit einer Kapitalerhöhung zu rechnen, die durchaus vier Mrd. Euro betragen könne, berichten Finanzkreise. Bislang hat die HRE schon Kapitalspritzen über gut sechs Mrd. Euro vom Bund bekommen. Der Rahmen der Garantien für Schuldtitel beläuft sich auf insgesamt 95 Mrd. Euro, davon werden 78 Mrd. Euro aktuell genutzt – Tendenz fallend.

Das bisher nicht genutzte SPV-Modell des Soffin läuft nach dem Finanzmarktstabilisierungsfortführungsgesetz zum 22. Januar aus. Das Modell war maßgeschneidert für die Krise und betreffe nur toxische Wertpapiere, sagt eine Sprecherin des Soffin. Es war vor allem für Privatbanken gedacht, mit der Commerzbank an der Spitze.

Dirk Notheis, Deutschlandchef von Morgan Stanley, hatte sich jüngst für eine Fortführung des Bad-Bank-Modells sowie für eine weitere Nutzung durch die Kreditinstitute ausgesprochen. „Die Gelegenheit zur systematischen und organisierten Auslagerung von toxischen Wertpapieren und nichtstrategischen Geschäftsbereichen ist nicht nur für Landesbanken, sondern auch für Privatbanken eine valide Option, bei dem niemandem ein Zacken aus der Krone fallen sollte, wenn er die Möglichkeit nutzt“, meinte Notheis.

Keine zeitliche Begrenzung gibt es nach dem Gesetz für die Abwicklungsanstalt, die sowohl toxische Wertpapiere als auch nichtstrategische Geschäftsbereiche umfasst. Das bestätigte auch der Soffin. Diese Form der Bad Banks muss allerdings jedes Mal durch die EU-Kommission im Einzelfall abgesegnet werden.

Die HSH Nordbank und die BayernLB wollen die Abbaubank bislang in eigener Regie betreiben. Im Fall der HSH dränge die EU in einer an das Bundesfinanzministerium gerichteten Stellungnahme, dass die Abwicklungsanstalt der Landesbank unter der Regie des Soffin laufe, berichten Insider. Auch im Fall der BayernLB scheint es nach den jüngsten Turbulenzen Bewegung in der Frage zu geben. Ein Umschwenken in Richtung Soffin werde nicht ausgeschlossen.

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