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07.07.2012

15:01 Uhr

Hypo Real Estate

Chefin hält an Zeitplan für Privatisierung fest

Bis 2015 muss die im Zuge der Krise verstaatlichte Hypo Real Estate (HRE) wieder privatisiert werden. Das fordert die EU. Der Zeitplan steht, sagt Bank-Chefin Better. Das Ziel ist klar, der Weg noch offen.

Die Vorstandsvorsitzende der Hypo Real Estate (HRE), Manuela Better, sieht die Bank auf gutem Kurs. dpa

Die Vorstandsvorsitzende der Hypo Real Estate (HRE), Manuela Better, sieht die Bank auf gutem Kurs.

MünchenUm einen Kollaps des Finanzplatzes Deutschlands zu vermeiden, hatte der Bund die Immobilienbank vor drei Jahren verstaatlicht. Trotz der Turbulenzen durch die Eurokrise hält Manuela Better den Zeitplan für eine Privatisierung für realistisch. Bis zum Jahr 2015 soll die Bank so aufgestellt sein, dass der Bund das Institut verkaufen und damit die Auflagen der EU erfüllen kann, sagte die Chefin der verstaatlichten Bank der Nachrichtenagentur dpa in München. „Das haben wir fest im Blick.“ Bis dahin werde die Bank deutlich kleiner und profitabler sein als jetzt – und damit interessant für Investoren.

Die HRE war im Herbst 2008 mit staatlichen Milliardenhilfen vor dem Zusammenbruch gerettet und danach vollständig verstaatlicht worden. Insgesamt hatte die Bank rund 7,5 Milliarden Euro Kapitalhilfen vom Bund erhalten, von denen nach der Gründung der „Bad Bank“ derzeit noch rund 5,8 Milliarden Euro im Konzern stecken. Die EU hat die Reprivatisierung bis zum Jahr 2015 zur Auflage für die Milliardenhilfen gemacht.

In welcher Form diese erfolgen soll, ist noch offen. „Es ist noch zu früh für eine Festlegung auf den Weg der Privatisierung – wir müssen im Gegenteil möglichst viele Optionen schaffen“, sagte Better. Interessenten für die Bank, die inzwischen als Deutsche Pfandbriefbank am Markt auftritt, wird es nach ihrer Einschätzung durchaus geben. Wenn die Euro-Schuldenkrise gelöst ist, werde Europa wieder ein interessanter Bankenplatz sein.

Im vergangenen Jahr hatte die Bank erstmals seit ihrer Milliardenrettung einen Jahresgewinn eingefahren und will dem Bund einen Teil der geleisteten Unterstützung zurückzahlen. Bis zur Privatisierung soll der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin eine stille Einlage in Höhe von einer Milliarde Euro zurückerhalten. Die Rückkehr in die Gewinnzone verdankt die HRE auch der Gründung ihrer „Bad Bank“, in die sie im Herbst 2010 Altlasten in Höhe von 175 Milliarden ausgelagert hatte.

Die Abwicklungsanstalt mit dem Namen FMS Wertmanagement belastete den Bund im vergangenen Jahr mit einem Verlust von fast zehn Milliarden Euro. Derzeit arbeitet die HRE daran, ihre Verbindungen zu der FMS zu lösen: Die EU verlangt, dass die HRE bis September 2013 keine Dienstleistungen für die „Bad Bank“ mehr übernimmt. Bislang sind rund 500 Mitarbeiter bei der HRE damit beschäftigt, sich um die Kredite der Abwicklungsanstalt zu kümmern, die selbst nur rund 100 Mitarbeiter hat.

Die FMS Wertmanagement will diese Aufgaben zukünftig in einer eigenen Servicegesellschaft organisieren. Ziel ist nach Worten von Better, möglichst viele der betroffenen HRE-Mitarbeiter in der Servicegesellschaft weiterzubeschäftigen. „Wir wollen diesen Kolleginnen und Kollegen Perspektiven bieten.“

Von

dpa

Kommentare (1)

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pedrobergerac

07.07.2012, 16:56 Uhr

"Das Ziel ist klar, der Weg noch offen. "

dummerweise ist der weg aber das ziel. und 3 jahre sind ein langer weg. aber das ziel wird wahrscheinlich schon viel früher erreicht werden. der systemcrash befreit uns auch von HRE

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