Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.09.2013

06:48 Uhr

Hypo Real Estate verlangt Schadenersatz

Krisenbank will Millionen Euro von Ex-Vorständen

Die HRE war im Herbst 2008 mit staatlichen Milliardenhilfen vor dem Zusammenbruch bewahrt und danach verstaatlicht worden. Nun sollen die Verantwortlichen zur Kasse gebeten werden – das wäre für den Ex-Chef Funke teuer.

Firmenzentrale der HRE: Die verstaatlichte Bank verlangt von Ex-Vorständen Schadensersatzzahlungen. dapd

Firmenzentrale der HRE: Die verstaatlichte Bank verlangt von Ex-Vorständen Schadensersatzzahlungen.

MünchenDie verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) verlangt von früheren Vorstandsmitgliedern Schadenersatz. Den betroffenen Ex-Managern der Bank würden pflichtwidrige Kreditentscheidungen vorgeworfen, sagte ein HRE-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag auf Anfrage. Bereits im Oktober vergangenen Jahres sei deshalb beim Landgericht München Klage eingereicht worden. Den Umfang der Schadenersatzforderungen bezifferte der Sprecher auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

Welche Ex-Manager der Bank genau von der Klage betroffen sind, ließ der Sprecher offen. Die Klage sei ein Ergebnis der Aufarbeitung der existenzbedrohenden Krise der Bank im Jahr 2008. Dabei würden auch „unter allen denkbaren Aspekten Schadenersatzansprüche gegen ehemalige Vorstände“ geprüft, sagte der Sprecher. Beim Landgericht München war am Dienstagabend zunächst niemand erreichbar.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet in der Mittwochsausgabe, dass eine Tochterfirma der HRE von Ex-Vorstandschef Funke und zwei weiteren früheren Vorstandsmitgliedern 52 Millionen Euro fordert. Es gehe dabei allerdings nicht um etwaige Vorwürfe wegen des Zusammenbruchs der Bank im September 2008, sondern um einzelne Kredite, die aus heutiger Sicht der HRE so nicht hätten vergeben werden dürfen.

Eine weitere Klage, die nur gegen die beiden anderen Ex-Vorstandsmitglieder und nicht gegen Funke gerichtet ist, beläuft sich auf 168,5 Millionen Euro. Die beiden Klagen wurden bereits am 24. Oktober 2012 eingereicht. Bis heute hat die inzwischen längst verstaatlichte HRE aber daraus ein Geheimnis gemacht, obwohl der Bundestag bereits 2009 öffentlich gefordert hatte, frühere HRE-Vorstände zur Rechenschaft zu ziehen, sollten sie ihre Pflichten verletzt haben.

Die HRE war im Herbst 2008 mit staatlichen Milliardenhilfen vor dem Zusammenbruch bewahrt und danach verstaatlicht worden. Um dem Konzern einen Neustart zu ermöglichen, wurden im Herbst 2010 Altlasten in eine sogenannte Bad Bank, die FMS Wertmanagement, ausgelagert. Insgesamt verwaltete die FMS Ende 2012 noch Risikopapiere und Kredite im Wert von knapp 137 Milliarden Euro. Aufgabe der Abwicklungsanstalt ist es, diese Papiere möglichst ohne Verluste bis zum Jahr 2020 wieder zu Geld zu machen. Für Verluste, die dabei entstehen, haftet am Ende der Steuerzahler.

Die Aufarbeitung der HRE-Krise beschäftigt seit Jahren die Gerichte. Zuletzt wies das Landgericht München im Juni eine Klage von rund 270 ehemaligen Anlegern gegen die Höhe der Abfindung bei der Zwangsverstaatlichung des Konzerns zurück.

Von

dpa

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rechner

10.09.2013, 21:37 Uhr

Pflichtwidrig war auch der Erwerb der Depfa.

Ein Skandal, daß eine Pfeife wie Funke als Belohnung auch noch Abfindungen und Pensionen kassiert.

Mazi

10.09.2013, 22:39 Uhr

Haben denn die Aufsichtsräte korrekt überwacht?

Widerwärtig es mit dem " glücklosen" Asmussen?

RalphFischer

11.09.2013, 07:30 Uhr

Ich warte immernoch auf eine Antwort auf die Frage, welcher Politkerfreund bei der Bank so viel Geld gebunkert hatte, das die unbedingt gerettet werden musste und nicht pleite gehen durfte...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×