Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.12.2016

16:34 Uhr

Hypo-Vereinsbank-Mutter

Unicredit streicht jede fünfte Stelle in Deutschland

Die italienische Großbank Unicredit will insgesamt 14.000 Stellen streichen, bleibt der Tochter Hypo-Vereinsbank aber treu. Frische Aktien sollen Milliarden an Kapital bringen – und der Aktienkurs aufgehübscht werden.

Börse am Mittag

Unicredit-Sparpläne sorgen für Aufschwung

Börse am Mittag: Unicredit-Sparpläne sorgen für Aufschwung

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

MailandDie angeschlagene Unicredit baut radikal um: Die italienische Großbank will bei Investoren 13 Milliarden Euro einsammeln und damit ihre dünne Kapitaldecke aufpolstern. Der neue Vorstandschef Jean-Pierre Mustier will mit dem frischen Geld den Umbau der Muttergesellschaft der Münchner Hypo-Vereinsbank (HVB) finanzieren und Risiken aus der Bilanz nehmen.

Die Kosten sollen um 1,7 Milliarden Euro sinken. 1,1 Milliarden soll allein der Abbau von 14.000 Stellen bringen, das sind 6.500 mehr als erwartet. In Deutschland sollen zusätzlich 1500 Stellen wegfallen – das entspricht dann mit einem vorherigen Abbauprogramm insgesamt jedem fünften Arbeitsplatz. Einen Verkauf der deutschen Tochter schloss Mustier allerdings aus: Die HVB sei eine „strategische Beteiligung“.

Die größten Banken Europas (nach Börsenwert)

Platz 22

Deutsche Bank

Deutschland

23,8 Milliarden Euro

Quelle: Bloomberg / Stand: 13.12.2016

Platz 10

BBVA

Spanien

41,8 Milliarden Euro

Platz 9

Nordea Bank

Dänemark

42,6 Milliarden Euro

Platz 8

Barclays

Großbritannien

46,1 Milliarden Euro

Platz 7

Lloyds Bank

Großbritannien

52,3 Milliarden Euro

Platz 6

ING

Niederlande

52,9 Milliarden Euro

Platz 5

Sberbank

Russland

58,3 Milliarden Euro

Platz 4

UBS

Schweiz

60,2 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

71,3 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

73,8 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

154,7 Milliarden Euro

Am Kapitalmarkt wurden die Pläne positiv aufgenommen. Die Aktie drehte rasch ins Plus und stieg am Vormittag um mehr als sieben Prozent auf 2,60 Euro. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 12. Januar in Rom sollen zehn bisherige Aktien zu einem Anteilsschein zusammengefasst werden – damit verzehnfacht sich der Kurs und die Kapitalerhöhung fällt dann optisch nicht so sehr ins Gewicht.

Vom Stellenabbau dürfte in Deutschland vor allem das Investmentbanking betroffen sein, das konzernweit mit dem Firmenkundengeschäft verzahnt werden soll. 3.900 Arbeitsplätze sollen im Heimatland Italien wegfallen, 800 Filialen in dem Land geschlossen werden. Weitere Filialschließungen in Deutschland – hier hatte die HVB bereits mehr als 200 Geschäftsstellen zugemacht – werde es nicht geben, so Unicredit-Manager Gianni Papa.

Der französische Firmenchef Mustier will die Führungsstrukturen deutlich straffen. Insgesamt kostet der Konzernumbau 12,2 Milliarden Euro, 8,1 Milliarden Euro schreibt Unicredit im vierten Quartal allein auf faule Kredite ab.

„Wir gehen unsere Altlasten konsequent an, um die Qualität der Bilanz deutlich zu verbessern und die Basis für nachhaltige Gewinne zu schaffen“, erklärte Mustier. Um die Risiken zu senken, verkauft die Bank faule Kredite im Umfang von 17,7 Milliarden Euro an die Allianz -Fondsgesellschaft Pimco und den US-Finanzinvestor Fortress. Sie stammen aus den Jahren vor 2011.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.12.2016, 09:39 Uhr

Unicredit ist an die Polen verkauft worden. Die Polen werden jetzt entkernen und schauen, was als Kern da ist um ein Geschäftsmodell für die Zukunft aufzuziehen.
Der Kern wird hauptsächlich aus der Stammkunden Kartei bestehen.

Herr Moritz J. Mueller

13.12.2016, 10:20 Uhr

@Herr Mark Hoffmann; wie kommen Sie den auf diese Information. Die Aktien der Unicredit befinden sich zu 83,26% in Streubesitz: http://www.finanzen.net/aktien/UniCredit-Aktie

Account gelöscht!

13.12.2016, 10:44 Uhr

@Moritz J. Mueller
Sie haben Recht. Muss mich hier korrigieren.
Danke!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×