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13.11.2013

20:36 Uhr

Hypo-Vereinsbank

Unicredit könnte Milliarden aus HVB herausziehen

Die Münchener Hypo-Vereinsbank (HVB) könnte ihrem Eigentümer Unicredit finanziell unter die Arme greifen, um Kapitallöcher in Italien zu stopfen. Die HVB fühlt sich allerdings mit ihrer Kapitaldecke bislang wohl.

Wenn UniCredit Kapital nach Italien abziehen würde, könnte die Bank zusätzlich 40 Milliarden Euro in die Wirtschaft Italiens investieren. dapd

Wenn UniCredit Kapital nach Italien abziehen würde, könnte die Bank zusätzlich 40 Milliarden Euro in die Wirtschaft Italiens investieren.

FrankfurtDie Münchener Hypo-Vereinsbank (HVB) könnte ihrem Eigentümer Unicredit mit bis zu sieben Milliarden Euro unter die Arme greifen, um mögliche Kapital-Löcher in Italien zu stopfen. Wenn Unicredit Kapital in dieser Höhe aus München nach Italien abziehen würde, könne die Bank zusätzlich 40 Milliarden Euro in die Wirtschaft des Landes investieren, zitierte die „Financial Times“ den bei Unicredit für Regierungsbeziehungen zuständigen Guiseppe Scognamiglio am Mittwoch in ihrem Internet-Auftritt. „Das würde einen unmittelbaren Effekt auf die Konjunktur haben, das könnte Millionen Firmen retten“, habe er gesagt. Derzeit halte die HypoVereinsbank 17 Prozent Kernkapital, dabei würde sie nach den Basel-III-Regeln schon mit neun Prozent als voll kapitalisiert gelten.

Bisher kontrolliert die deutsche Finanzaufsicht Bafin die Kapital- und Liquiditätsausstattung der Hypo-Vereinsbank. In ihr ist das Deutschland-Geschäft, aber auch der Großteil des weltweiten Investmentbanking von Unicredit gebündelt. Die Bafin hatte in der Vergangenheit ein ausreichendes eigenständiges Liquiditätspolster von der HypoVereinsbank verlangt. Doch 2014 übernimmt die Europäische Zentralbank (EZB) die Aufsicht über die größten Bankkonzerne in der Eurozone, darunter Unicredit. Damit soll die nationale Ausrichtung der Aufsicht enden.

Die Zeitung zitierte Scognamiglio, Bundesbank-Präsident Jens Weidmann habe ihm gesagt, mangelndes Vertrauen in Italien sei der einzige Grund, warum die Hypo-Vereinsbank 17 Prozent Kernkapital halten müsse. "Nicht Unicredit, Italien." Die HVB wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Vorstandschef Weimer hatte weitere Sonderdividenden zugunsten von Unicredit jedoch ausgeschlossen. Die HVB fühle sich mit ihrer Kapitaldecke wohl. Zuletzt war auch über einen Börsengang der HVB spekuliert worden, wenn die Kapitaldecke von Unicredit sich im Zuge des anstehenden Stresstests der EZB als zu klein erweisen sollte. Die Existenz solcher Pläne hatten Weimer und Unicredit-Chef Federico Ghizzoni jedoch zurückgewiesen.

Unicredit hat die Darstellung der „Financial Times“ zurückgewiesen. In jüngster Zeit habe es keinen Kontakt zwischen Scognamiglio und Weidmann gegeben. Die in dem Zeitungsartikel Weidmann zugeschriebenen Äußerungen seien nicht korrekt.

Von

rtr

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