Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.08.2013

01:43 Uhr

Hypotheken-Deals

USA verklagen Bank of America

Die Bank of America wird wegen Altlasten aus der Finanzkrise zur Rechenschaft gezogen: Die USA verklagen das Geldhaus wegen zweifelhafter Hypotheken-Deals. Es steht nicht zum ersten Mal in der Kritik.

Die US-Regierung wirft der Bank of America vor, Investoren beim Verkauf von Hypothekenpapieren übers Ohr gehauen zu haben. Reuters

Die US-Regierung wirft der Bank of America vor, Investoren beim Verkauf von Hypothekenpapieren übers Ohr gehauen zu haben.

Die US-Regierung geht erneut juristisch gegen die Bank of America vor. Sowohl das Justizministerium als auch die Börsenaufsicht SEC reichten die Klagen am Dienstag ein, wie aus Gerichtsunterlagen eines Bundesgerichts in Charlotte hervorging. Dabei gehe es um falsch deklarierte Darlehen im Wert von mehr als 850 Millionen Dollar (gut 640 Millionen Euro).

Die Bank habe riskante Kredite sicherer eingestuft, als sie tatsächlich gewesen seien, und Anleger über den Wert der Papiere „belogen“, gab das Ministerium an. Es hatte die Bank bereits im Oktober wegen des Verkaufs fauler Immobilienkredite an die verstaatlichen US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac verklagt und Schadenersatz für die Staatskasse gefordert.

Die SEC zitierte den damaligen Vorstandsvorsitzenden der Bank mit den Worten, die Anleihen seien „Giftmüll“ gewesen. Die Bank of America kündigte an, sie werde die Betrugsvorwürfe vor Gericht widerlegen. Sie sei für den Zusammenbruch das Immobilienmarktes damals nicht verantwortlich.

In einer Stellungnahme der Bank of America hieß es: „Es handelte sich um erstklassige Hypotheken, die an erfahrene Investoren verkauft wurden, die ausreichend Zugang zu den zugrundeliegenden Daten hatten, und wir werden das beweisen.“

Mit der Klage holen die Bank of America abermals ihre Altlasten aus der Finanzkrise ein, die vor allem im Hypothekengeschäft liegen und bereits zu einer Reihe kostspieliger Vergleiche geführt haben. Das Unternehmen hatte mit am stärksten auf den heimischen Hypothekenmarkt gewettet und musste sich bereits mehrfach wegen zweifelhafter Hypotheken-Deals verantworten.

In den USA hatten ab dem Jahr 2007 immer mehr einkommensschwache US-Hausbesitzer ihre Darlehen wegen steigender Zinsen nicht mehr abzahlen können. Dies löste in einem Dominoeffekt eine weltweite Krise aus, weil die schlecht abgesicherten Kredite von Bank zu Bank als Geldanlage weitergereicht wurden.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

07.08.2013, 08:50 Uhr

Also degradieren sich die USA damit selbst zur gewöhnlichen Firma.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×