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31.01.2008

21:02 Uhr

Hypotheken-Krise

Japans Banken machen Milliardenverluste

Die Ratingagentur S&P hat am Donnerstag gewarnt, die Verluste bei Finanzhäusern weltweit in Folge der Kreditkrise könnten auf mehr als 265 Mrd. Dollar steigen. Die Probleme treffen auch Japans Banken. Bei den Branchenführern Mitsubishi UFJ und Mizuho brachen die Gewinne um jeweils rund zwei Drittel ein. Mizuho sah sich am Donnerstag zudem zu einer Gewinnwarnung gezwungen.

Ein Fußgänger geht an einem Logo der Bank Mizuho vorbei. Foto: ap Quelle: ap

Ein Fußgänger geht an einem Logo der Bank Mizuho vorbei. Foto: ap

HB TOKIO. Am Dienstag hatte schon Japans drittgrößte Bank Sumitomo Mitsui einen Gewinnrückgang ausgewiesen. Die Verluste der Drei aus der Krise am US-Hypothekenmarkt summieren sich inzwischen auf 4,7 Mrd. Dollar. Und Experten sehen kein Ende. "Sie haben immer noch dicke Brocken in den Bilanzen", sagte Bankenanalystin Kristine Li von KBC Securities. "Wenn es in den USA nicht besser wird, wird es noch mehr Verluste geben."

Dem größten japanischen Wertpapierhändler Nomura erging es nicht besser - er gab am Donnerstag einen Gewinneinbruch von 71 Prozent bekannt. Für Asiens Banken könne ein weiterer Abschwung der US-Wirtschaft zudem einen schweren Schlag bedeuten, heißt es bei der Ratingagentur S&P. Der Reingewinn bei Japans größter Bank Mitsubishi UFJ fiel im dritten Quartal bis Ende Dezember um etwa zwei Drittel auf 57,9 Mrd. Yen (367 Mill. Euro). Die Verluste aus Hypothekengeschäften stiegen auf 350 Mill. Euro. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet die Bank nun 604 Mill. Euro Verlust. An dem Ausblick für den Jahresgewinn von mehr als drei Mrd. Euro hielt Mitsubishi UFJ aber fest. Allerdings hatte die Bank bereits im Oktober ihre Prognose um ein Viertel gesenkt.

Die Nummer zwei in Japan, Mizuho, kürzte ihre Prognose für den Reingewinn im Gesamtjahr indes erneut auf jetzt etwa drei Mrd. Euro nach bislang rund vier Milliarden. Ursprünglich waren sogar 4,7 Mrd. Euro erwartet worden. Grund sind steigende Verluste bei der Handelstochter Mizuho Securities im Zuge der Krise am Kreditmarkt. Der Reingewinn im dritten Quartal ging um etwa zwei Drittel zurück. Die Bank kündigte zudem an, weiteres Geld in die strauchelnde Mizuho Securities zu pumpen.

Japans größter Broker Nomura erklärte, die Krise an den Kreditmärkten und fallender Aktienkurse hätten den Gewinn im dritten Quartal um 71 Prozent auf 143 Mill. Euro gedrückt. Die Geschäfte liefen aber besser als im zweiten Quartal. Am Vortag hatte Japans zweitgrößter Broker Daiwa einen Gewinnrückgang von etwas mehr als einem Drittel auf 108 Mill. Euro gemeldet.

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