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16.11.2013

14:46 Uhr

Hypothekengeschäfte

JP Morgan zahlt 4,5 Milliarden Dollar an Investoren

Wegen fragwürdiger Hypothekengeschäfte muss die US-Großbank JP Morgan möglicherweise ihren Investoren rund 4,5 Milliarden Dollar zahlen. Zu den 21 geschädigten Banken zählen die Allianz-Tochter Pimco und die BayernLB.

Wegen undurchsichtiger Hypothekengeschäfte muss JP Morgan 4,5 Milliarden Dollar an geschädigte Investoren zahlen. Reuters

Wegen undurchsichtiger Hypothekengeschäfte muss JP Morgan 4,5 Milliarden Dollar an geschädigte Investoren zahlen.

New York
JPMorgan entschädigt Investoren mit 4,5 Milliarden Dollar für Verluste aus umstrittenen Hypothekengeschäften. Einen Teil des Geldes sollen die Allianz-Tochter Pimco und die Bayerische Landesbank bekommen. Sie hatten die Wertpapiere vor Ausbruch der globalen Finanzkrise von der größten US-Bank gekauft und damit kurz danach große Verluste gemacht. Viele Anleger hatten JPMorgan daraufhin vorgeworfen, die tatsächlichen Risiken verschleiert zu haben.

Die Großbank teilte am Freitagabend mit, 21 Investoren hätten der Verständigung zugestimmt. Zu ihnen gehören auch der Vermögensverwalter BlackRock und der US-Versicherer Metlife. JPMorgan sprach von einem weiteren wichtigen Schritt, um die Rechtsstreitigkeiten aus der Welt zu schaffen. Die gebildeten Reserven sollten ausreichen. 23 Milliarden Dollar hat das Institut insgesamt schon für juristische Vergleiche, Strafen und Gerichtsprozesse zurückgelegt. Die hohen Sonderlasten hatten die ansonsten erfolgsverwöhnte Bank im dritten Quartal erstmals seit fast zehn Jahren in die Verlustzone gedrückt.

JPMorgan werden Gesetzesverstöße beim Verkauf von Wertpapieren und Immobilienkrediten im Zeitraum 2005 bis 2007 zur Last gelegt. Nach dem Platzen der Preisblase am US-Immobilienmarkt wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere weitgehend wertlos und brockten ihren Besitzern Verluste ein. Viele Investoren kamen in Schwierigkeiten und dringen auf Schadenersatz.

Die zehn größten Banken der Welt

Platz 10

Platz zehn belegt die China Construction Bank, seit dem Jahr 2005 werden an der Hongkonger Börse Aktien der CCB im Wert von mehr als 8 Milliarden Dollar gehandelt.

Bilanzsumme: 2241 Mrd. US-Dollar

Platz 9

Darauf folgt die Bank of America, deren Ursprünge auf die im Jahr 1784 gegründete Bank of Massachusetts zurückgehen. Sie ist somit die zweitälteste Bank der USA.

Bilanzsumme: 2258,5 Mrd. US-Dollar

Platz 8

Die JP Morgan Chase & Co. ist, gemessen an der Bilanzsumme von mehr als 2,3 Billionen US-Dollar, die größte Bank der USA.

Bilanzsumme: 2359,1 Mrd. US-Dollar

Platz 7

Die britische Großbank Barclays wurde 2011 in einer an der ETH Zürich veröffentlichten Studie als einflussreichstes Unternehmen der Weltwirtschaft bezeichnet.

Bilanzsumme: 2420,6 Mrd. US-Dollar

Platz 6

Crédit Agricole mit Sitz in Paris ist auch durch seine Tätigkeit als Sponsor des Radsportteams Crédit Agricole weltweit bekannt.

Bilanzsumme: 2431,4 Mrd. US-Dollar

Platz 5

Die MUFG entstand 2005 aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Mitsubishi Tokyo Financial Group (MTFG) und UFJ Holdings, Herzstück des Konzerns ist die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ.

Bilanzsumme: 2488,8 Mrd. US-Dollar

Platz 4

BNP Paribas entstand 2000 durch die Fusion der Banque Nationale de Paris (BNP) und der Paribas. Zusammen mit der Société Générale und dem Crédit Lyonnais gehört sie zu den drei alten Geschäftsbanken Frankreichs.

Bilanzsumme: 2517,1 Mrd. US-Dollar

Platz 3

Die Deutsche Bank mit Sitz in Frankfurt am Main ist das nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größte Kreditinstitut Deutschlands und unterhält bedeutende Niederlassungen in London, New York City, Singapur und Sydney.

Bilanzsumme: 2655,7 Mrd. US-Dollar

Platz 2

Zweiter ist die Bank HSBC, die ihren Sitz in London hat und somit die größte Bank Europas ist.

Bilanzsumme: 2692,5 Mrd. US-Dollar

Platz 1

Die ICBC ist, gemessen an der Bilanzsumme, nicht nur die größte Bank der VR China, sondern auch die größte Bank der Welt.

Bilanzsumme: 2813,5 Mrd. US-Dollar

Die BayernLB begrüßte den Vergleich. "Das konsequente Verfolgen von Rechtsansprüchen im Zusammenhang mit US-Hypothekenpapieren zahlt sich auch in diesem Fall aus", erklärte ein Sprecher am Samstag. Über die Höhe der Zahlung machte er keine Angaben. Ein Pimco-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern, wie hoch die Schadenersatz-Zahlung an die Allianz-Tochter ausfällt.

Bei der jetzigen Einigung geht es um Wertpapiere aus dem Bestand von JPMorgan und Bear Stearns, einem in der Finanzkrise übernommenen Institut. Washington Mutual, ein weiteres von JPMorgan geschlucktes Unternehmen, ist dagegen nicht Gegenstand des Vergleichs. Die Einigung bedarf noch der Zustimmung der zuständigen Gremien. Die Kanzlei der Investorengruppe nannte eine Frist dafür bis zum 15. Januar, die jedoch auch um 60 Tage verlängert werden könnte.

Parallel zu dem Deal mit den geschädigten Investoren hatte sich die Bank zuletzt vorläufig mit der US-Regierung auf einen Vergleich in Höhe von 13 Milliarden Dollar geeinigt. JPMorgan ist nicht die einzige Bank, die wegen solcher Hypotheken-Geschäfte Ärger hat. Die Bank of America hatte sich 2011 mit 22 Anlegern auf eine Zahlung von 8,5 Milliarden Dollar verständigt.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

19.11.2013, 09:28 Uhr

Das ist der Unterschied zwischen der Heimat der Finanzganoven in USA und der dümmsten Banker der Welt in Deutschland:

In Amerika wird ab zu einmal ein Bankster abgestraft und muß viel Geld an die Geleimten zurückzahlen - in Deutschland dagegen übernimmt der bekloppte Steuerzahler die Zeche und der Finanzganove kann sich mit einer riesigen Abfindung aufs Altenteil setzen.

In seinem hervorragenden Buch "Unser Wohlstand und seine Feinde" beschreibt Gabor Steingart den "Teuflischen Pakt, den Politik und Banken geschlossen haben, wider den Wohlstand der Mittelschicht und gegen die Interessen der kommenden Generationen".

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