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18.12.2013

19:43 Uhr

Hypothekengeschäfte

New Jersey verklagt Credit Suisse

Déjà-vue: Nach dem Generalstaatsanwalt von New York klagt auch New Jersey gegen die zweitgrößte Schweizer Bank. Es geht um risikoreiche Hypothekengeschäfte, bei denen Anleger nicht richtig informiert worden sein sollen.

Schöne Bescherung: Wegen Geschäften noch vor der Finanzkrise verklagt nun ein amerikanischer Bundesstaat die Privatbank. Reuters

Schöne Bescherung: Wegen Geschäften noch vor der Finanzkrise verklagt nun ein amerikanischer Bundesstaat die Privatbank.

New YorkDie Schweizer Großbank Credit Suisse ist in den USA mit einer neuen Klage wegen umstrittener Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise konfrontiert. In einer am Mittwoch eingereichten Klage warf der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates New Jersey der zweitgrößten Schweizer Bank vor, Anleger nicht ausreichend über die Risiken von auf Wohnbau-Hypotheken basierenden Wertpapieren im Volumen von über zehn Milliarden Dollar informiert zu haben.

So habe Credit Suisse verschwiegen, dass die Hypotheken von Kreditgebern stammten, die schon einmal zahlungsunfähig waren oder gegen Vorschriften verstoßen hatten, erklärte Generalstaatsanwalt John Hoffmann in einer Mitteilung. Die Bank habe Provisionen über mehrere zehn Millionen Dollar erhalten und nicht weitergegeben.

Ein Sprecher der Bank sagte, die Klage entbehre jeglicher Grundlage. Sie wärme alte Vorwürfe wieder auf und basiere auf ungenauen und übertriebenen Zahlen. Credit Suisse werde sich vor Gericht zur Wehr setzen.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Eine ähnliche Klage reichte der Generalstaatsanwalt von New York im November 2012 gegen Credit Suisse ein. Dort beantragte die Bank im Frühjahr vor Gericht, die Klage abzuweisen.

Insidern zufolge untersucht auch das US-Justizministerium die Hypothekengeschäfte einer Reihe von Banken und wird möglicherweise Zivilklagen einreichen. Zu diesen Banken würden neben Citigroup und Merrill Lynch auch Royal Bank of Scotland und Credit Suisse zählen, sagten kürzlich zwei mit der Sache vertraute Personen.

Von

rtr

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