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11.04.2016

19:57 Uhr

Hypothekenstreit

Goldman Sachs zahlt fünf Milliarden Dollar

Um einen Streit um den Verkauf von hypothekenbasierten Wertpapieren (RMBS) beizulegen, zahlt die US-Bank fünf Milliarden Dollar. RMBS waren in der Finanzkrise mit verantwortlich für schmerzhafte Verluste der Investoren.

Altlasten aus der Finanzkrise kosten die Großbank Goldman Sachs rund fünf Milliarden Dollar. AP

Goldman Sachs

Altlasten aus der Finanzkrise kosten die Großbank Goldman Sachs rund fünf Milliarden Dollar.

New YorkDie US-Großbank Goldman Sachs will mit einem milliardenschweren Vergleich Altlasten aus der Finanzkrise loswerden. Das Geldhaus zahle rund fünf Milliarden Dollar zur Beilegung eines Streits über den Verkauf von hypothekenbasierten Wertpapieren (RMBS), teilte das US-Justizministerium am Montag mit.

Dabei gehe es um Vorgänge von 2005 bis 2007. Auf dem US-Immobilienmarkt hatten viele Großbanken jahrelang prächtig verdient, indem finanzschwachen Familien Hypotheken gewährt und die damit verbundenen Risiken in komplexe und verschachtelte Anleihen verpackt wurden.

Goldman Sachs: Die Skandale

AIG-Bail-out

Als der US-amerikanische Versicherungsgigant American International Group 2008 kurz vor dem Bankrott stand, musste er mit 185 Milliarden Dollar gerettet werden. Profitiert hat davon vor allem: Goldman Sachs. 12,9 Milliarden Dollar gewann Goldman durch die Beinahe-Pleite der AIG. Der Grund: AIG hatte für Goldman und deren Kunden massenweise riskante Kredite versichert, die beim Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts fällig geworden waren.

„Fabulous Fab“

Goldman Sachs verkaufte vor der Finanzkrise massenhaft komplizierte Finanzprodukte, mit denen sich auf den US-amerikanischen Häusermarkt wetten ließ. Ein kompliziertes Produkt, „synthetischer CDO“ genannt, wurde an Investoren verkauft – darunter die nicht zuletzt daran später fast untergegangene deutsche Mittelstandsbank IKB. Was Goldman Sachs nicht erwähnte: Der Hedgefonds Paulson & Co. wählte manche der Wertpapiere des CDOs mit Hilfe des Goldman-Sachs-Investmentbankers Fabrice „Fabulous Fab“ Tourre selbst aus, um schließlich dagegen wetten zu können.

Die „Muppet-Show“

Der ehemalige Goldman-Sachs-Händler Greg Smith veröffentlichte im Jahr 2012 eine persönliche Abrechnung mit der Investmentbank mit dem Titel „Warum ich Goldman Sachs verlassen habe“. Darin warf er dem Geldhaus vor, seine Kunden als „Muppets“ zu bezeichnen und eine verrottete Kultur zu haben.

Den Banken spülte diese Praxis Milliardengewinne in die Bücher, vielfach wurden die Risiken aber verschleiert. Als der Markt 2007 kollabierte, erwiesen sich die Bonds als wertlos und Investoren erlitten schmerzhafte Verluste.

Von

rtr

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