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29.01.2016

16:19 Uhr

IBAN wird Pflicht

So kämpfen Sie gegen das IBAN-System

VonLeonidas Exuzidis

Wer eine Überweisung mit Kontonummer und Bankleitzahl durchführen möchte, muss schnell sein. Ab der kommenden Woche greift das flächendeckende IBAN-System. Doch das Verfahren kann man geschickt umgehen.

Überweisungen sind ab der kommenden Woche nur noch mit dem einheitlichen SEPA-System möglich. Das Verfahren soll für Effizienz und Sicherheit sorgen – mithilfe der 22-stelligen IBAN. Imago

Bye bye, Kontonummer und Bankleitzahl

Überweisungen sind ab der kommenden Woche nur noch mit dem einheitlichen SEPA-System möglich. Das Verfahren soll für Effizienz und Sicherheit sorgen – mithilfe der 22-stelligen IBAN.

FrankfurtDie Theano GmbH ist gewappnet für den Startschuss: Wenn ab kommender Woche die endgültige Umstellung auf europäische Kontonummern erfolgt, erhofft sich der Internetdienstleister auf seiner Webseite nach Hochkonjunktur.

Mit dem dortigen IBAN-Rechner lässt sich die eigene, internationale Bankkontonummer mit wenigen Mausklicks identifizieren. „Diesen Rechner gibt es bereits seit über zehn Jahren, aber die Nutzerzahlen sind zuletzt deutlich gestiegen“, sagt Rainer Typke, geschäftsführender Gesellschafter bei Theano.

Überweisungen mit Kontonummern und Bankleitzahl sind ab dem 1. Februar endgültig Geschichte. Im Zuge der „Single European Payments Area“ (SEPA) für bargeldlosen Zahlungsverkehr hält die IBAN Einzug in die private Finanzwelt. Eine Überweisung ist künftig nur noch durch Eingabe der IBAN möglich – das soll den Zahlungsverkehr erheblich einfacher, schneller und sicherer machen.

Was man sonst noch über die IBAN-Umstellung wissen sollte

Was ist die BIC?

Die internationale Bankleitzahl BIC — auch Business Identifier Code genannt — ist in der Regel acht bis elf Stellen lang. Sie muss ab dem Stichtag nur noch bei grenzüberschreitenden Zahlungen außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums angegeben werden. Bei allen Überweisungen im Inland entfällt sie. (Quelle: dpa)

Wo finde ich meine IBAN?

Die IBAN wird von der kontoführenden Bank ausgegeben. Zu finden ist sie beispielsweise auf den Kontoauszügen oder den neuen Bankkarten. Wer seine Nummer nicht zur Hand hat, kann einen IBAN-Konverter im Internet verwenden, erklärt der Bankenverband. Viele Banken bieten solche Umrechner auf ihren Homepages an. Dort müssen Verbraucher ihre Bankleitzahl und Kontonummer eingegeben.

Was passiert, wenn ich die IBAN falsch angebe?

Zahlendreher in der Nummer sind nach Angaben des Bankenverbandes eigentlich nicht möglich. Durch die Prüfnummer werden sie automatisch erkannt. Wenn die IBAN nicht existiert, geht die Überweisung nicht raus.

Anders liegt der Fall, wenn Verbraucher versehentlich die IBAN eines falschen Empfängers angeben — also die Nummer einer Person verwenden, für die die Zahlung nicht gedacht war. Dafür kann die ausführende Bank in der Regel nicht haftbar gemacht werden, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Betroffene muss im schlimmsten Fall vor Gericht die Rückzahlung einklagen.

Was gilt bei Daueraufträgen und Lastschriften?

In der Regel ändert sich hier nichts für Bankkunden. Denn die Unternehmen haben bereits vor etwa zwei Jahren ihre Verfahren umgestellt, informiert der Bankenverband. Auch Daueraufträge haben die kontoführenden Kreditinstitut in der Regel bereits schon umgestellt. Kunden müssen also nicht tätig werden.

Gilt meine alte Bankkarte noch?

Die Einführung der IBAN hat auf die Gültigkeit der Bankkarten keinen Einfluss. Sie funktionieren weiterhin. Maßgeblich ist hier das Datum, an dem die Karte abläuft.

In der gesamten europäischen Union sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, Monaco und der Schweiz herrscht künftig einheitlicher Zahlungsverkehr. Es macht also keinen Unterschied mehr, ob die Überweisung in Deutschland bleibt oder die Landesgrenze passiert.

Schon bei der Bekanntgabe sorgte das integrierte System für reichlich Diskussionsstoff. Viele Verbraucher sind der 22-stelligen „International Bank Account Number“ (IBAN, siehe folgende Grafik) nicht wohlgesonnen: Zu kompliziert, zu lang, zu sperrig lautet der mehrheitliche Tenor. Obwohl solche SEPA-Überweisungen bereits seit einiger Zeit für Privatkunden möglich sind, werden der Bundesbank zufolge täglich rund 2,4 Millionen Überweisungen auf die „klassische“ Art und Weise getätigt, also mit Empfänger, Kontonummer, Bankleitzahl und Betrag.

Solche Überweisungsscheine sollten ab der kommenden Woche in den Papierkorb wandern. Denn die Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, künftig nur noch die neuen Kontodaten anzunehmen. Aufträge in ihrer bisherigen Form werden in nicht mehr bearbeitet. „Ich habe Sorge, dass das bei allen entsprechend klappt. Nicht jeder nutzt Online-Banking, viele Kunden haben noch alte Überweisungsträger in der Schublade“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele in der vergangenen Woche.

Dabei stellt die IBAN nur eine geringfügige Veränderung dar – im Grunde ist es eher eine Ergänzung. Der Ländercode „DE“ wird gemeinsam mit einer zweistelligen, individuellen Prüfziffer der bisherigen Bankleitzahl vorangestellt, anschließend folgt die zehnstellige Kontonummer. Die Krux: Vielen Verbrauchern fällt es Branchenangaben zufolge trotz der bekannten Elemente schwer, sich die 22-stellige Kennzahl zu merken.

Überweisungen

Alle Infos, die Sie über die IBAN wissen sollten

Überweisungen: Alle Infos, die Sie über die IBAN wissen sollten

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Kommentare (6)

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Herr Max Marx

29.01.2016, 16:49 Uhr

Habe vor einem Jahr über IBAN geschimpf. Muss mich korrigieren. In der Tagespraxis ist die Handhabung über IBAN einfacher u. schneller!! Ich finds positiv.

Frau Annette Bollmohr

29.01.2016, 17:03 Uhr

Man gewöhnt sich an alles.

„Warum überhaupt mit dem Trend gehen? Warum einfach, wenn es auch schwer geht? Jegliche Rechnungen können schließlich auch konsequent bar bezahlt werden.“: Wirklich? Was sagt denn das Finanzamt dazu? Und die Sozialversicherungsbehörden?

Das allererste Geld in der Lehre hab‘ ich übrigens tatsächlich in einer Brötchentüte erhalten (dreihundertsippzich Mark; hab‘ Konditor gelernt, aber Chef war großzügig und zahlte Bäckertarif…). Dazu die Aufforderung, mir ein Girokonto zuzulegen.

Herr Robbie McGuire

29.01.2016, 17:12 Uhr

Die Systematik des IBAN-Systems ist problemlos. Abgesehen von der den ersten vier Stellen, die sich aus DE und zwei festgelegten Ziffern ergeben, bleibt alles beim alten: der BLZ und der Kontonummer. Geht nach ein paar Überweisungsfällen in Routine über.

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